Puritaner

Ein Puritaner ist heute im Allgemeinen ein besonders sittentreuer Mensch. Die Bezeichnung ist oft abwertend behaftet und soll dann ausdrücken, dass die Ansichten, Sitten und Überzeugungen nicht mehr zeitgemäß, kleingeistig oder überzogen sind.

Im engeren Sinne ist ein Puritaner ein Anhänger des Puritanismus. Der Puritanismus war eine christliche Bewegung im 16. bis 18. Jahrhundert, zunächst in England und Schottland, später auch in den englischen Siedlungsgebieten in Nordamerika. Puritaner setzten sich für eine strikte christliche Lehre im Sinne des Calvinismus ein. Sie stellten die heilige Schrift in ihrem Wortlaut über sich wandelnde christliche Traditionen, speziell die der katholischen Kirche (Ablasshandel, Reliquien…).

Die Herkunft des Wortes liegt im lateinischen purus (rein, sauber, unbefleckt).

Aussprache

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Lautschrift (IPA): [puʁiˈtaːnɐ]

Verwendungsbeispiele

[…] Alkoholverbote werden immer nur von gottgefälligen Puritanern ausgesprochen, und erst die Prohibition ließ die Mafia Weltmacht werden.
– Manfred Klimek (2013), Der Wein der Weisen, Brand Eins

In England wurde Weihnachten von 1644 bis 1660 abgeschafft, weil die Puritaner das Fest als heidnisch ansahen.
Neon

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