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Sakrileg

Der Begriff Sakrileg (das) bezeichnet ursprünglich die Entweihung von Heiligtümern und geweihten Personen durch Angriffe, Schändung, Raub oder Missbrauch.

Mittlerweile kann der Begriff auch losgelöst vom religiösen Kontext verwendet werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist ein Sakrileg heute ein Vergehen oder ein Frevel gegen Personen. Auch das Missbrauchen, Verunstalten oder Beleidigen von Systemen, Gegenständen oder Stätten kann als Sakrileg bezeichnet werden.

Sakrileg ist weiterhin der Titel eines Romans von Dan Brown. Protagonist ist wie schon im Vorgänger „Illuminati“ der Professor Robert Langdon.

Seinen Ursprung findet der Begriff im lateinischen sacrilegium (Tempelraub), das sich zusammensetzt aus sacra (Heiliges) und legere (auflesen, stehlen).

Beispiele

Einen hochkarätigen Manager aus der Finanzbranche, also einen Nicht-Mediziner, als oberstes Entscheidungs- und Leitungsorgan des Krankenhauses einzusetzen, empfanden viele Mitarbeiter als Sakrileg.

So mancher Tourist in Italien schlürft zum Abendessen gerne seinen Cappuccino. Für die Italiener das reinste Sakrileg.

Für die meisten Konzernchefs in Deutschland kommt es schon einem Sakrileg gleich, wenn ihre Mitarbeiter hin und wieder zu Hause arbeiten. Und sie spendieren ihren Angestellten auch mal einen Kreativ-Workshop am Wochenende – am Montag ist der Spaß dann wieder vorbei. Dann riskieren die, die ernst nehmen, was für die Hierarchieträger nur Spaß ist, Kopf und Kragen. Wer kreativ, sozial verantwortlich und Risiken nicht scheuend handelt, begeht karrieretechnisch Selbstmord. Lahme fordern auf zum 100-Meter-Sprint, Blinde empfehlen sich als Fahrlehrer.
Wolf Lotter (2007), Die Gestörten, brand eins 05/2007. 

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