Das Adjektiv blasiert bedeutet „überheblich“, „hochnäsig“ oder „herablassend“.
Als blasiert gelten Menschen, die sich für etwas Besseres halten und das auch zeigen. Meist bezieht sich das Wort auf das Auftreten: eine gelangweilte Miene, ein herablassendes Lächeln, ein Blick von oben herab.
Das Wort ist abwertend. In Literatur und Presse ist von blasierten Dandys, Aristokraten oder Kellnern die Rede.
Daneben gibt es eine veraltende Bedeutung: „durch Übersättigung gelangweilt“ oder „abgestumpft“. Sie steht dem Ennui nahe, der Langeweile aus Überdruss.
Abgrenzung
Arrogant ist der allgemeinere Begriff. Blasiert beschreibt eine bestimmte Form der Überheblichkeit: kühl, distanziert und demonstrativ unbeeindruckt.
Auch süffisant liegt nahe. Wer süffisant lächelt, genießt die eigene Überlegenheit und lässt oft Spott durchblicken. Wer blasiert lächelt, gibt sich eher gelangweilt.
Hintergrund
Das Wort stammt vom französischen blasé (abgestumpft, übersättigt) und ist seit dem Ende des 18. Jahrhunderts im Deutschen belegt.
Die Vorgeschichte ist wenig vornehm. Das französische Verb blaser (durch Alkohol ruinieren) bezog sich ursprünglich auf die Folgen des Trinkens. Wer im 18. Jahrhundert als blasé galt, hatte sich durch zu viel Alkohol zugrunde gerichtet.
Schon im 18. Jahrhundert wurde das Wort auch übertragen gebraucht. Nun war blasé, wer von allem zu viel gehabt hatte und nichts mehr wirklich empfinden konnte. In dieser Bedeutung kam das Wort ins Deutsche. Hier verschob sich der Schwerpunkt danach zur Überheblichkeit.
Woher blaser selbst stammt, ist nicht sicher geklärt. Eine Vermutung führt es auf das mittelniederländische blāsen (blasen, aufblähen) zurück. Dazu passt ein Mundartwort aus Nordfrankreich: blasé (vom Trinken aufgedunsen).
Aussprache
Lautschrift (IPA): [blaˈziːɐ̯t]
Verwendungsbeispiele
Der neue Kollege musterte die Präsentation mit einem blasierten Lächeln, sagte aber kein Wort.
Sie fand die Kunstszene der Hauptstadt anregend, aber auch ein wenig blasiert.
Mit blasierter Miene erklärte uns die Galeristin, das Bild sei leider schon reserviert.
Viele Wählerinnen und Wähler empfanden den Auftritt der Ministerin als blasiert und abgehoben.
Wer bei jedem Konzert nur blasiert gähnt, sollte vielleicht einfach zu Hause bleiben.
