Corpus Delicti

Das Corpus Delicti ist ein Gegenstand, mit dem ein Verbrechen verübt wurde und der im Anschluss als Beweisstück verwendet werden kann. Im Falle eines Einbruchs also etwa ein Brecheisen, im Falle eines Gewaltverbrechens die Tatwaffe etc. Mittlerweile kann der Ausdruck auch im Kontext anderer Vergehen verwendet werden, selbst wenn es sich nicht um Verbrechen im rechtlichen Sinne handelt.

Der Ausdruck wurde direkt aus dem Lateinischen übernommen und trägt dort die gleiche Bedeutung.

Das Corpus Delicti, die mehr als 500 Seiten starke „Doktorarbeit“, wurde im Anschluss penibel auf plagiierte Textstellen untersucht.

Der Palästinenserpremier Salam Fajad aber ist ein Revolutionär, der hinter sich aufräumt. Beim Lunch im Seehof von Davos greift er zwar zur verbotenen Zigarette. Dann aber gießt er sorgfältig Mineralwasser auf eine Serviette, drückt die Zigarette darin aus, rollt das feuchte Papiertuch zusammen und wirft das Corpus Delicti in den Ascheimer vor der Tür.
Josef Joffe (2010), Israel ist da und bleibt, DIE ZEIT, 11.02.2010 Nr. 07.

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