Das Verb erodieren bedeutet „allmählich abtragen“, „durch natürliche Einflüsse zersetzen“ oder im übertragenen Sinn „langsam schwächen“.
Ursprünglich stammt erodieren aus der Geologie. Dort beschreibt es den Prozess, bei dem Gestein oder Boden durch Wasser, Wind, Eis oder andere Naturkräfte abgetragen wird. Flüsse können Ufer erodieren, Gletscher ganze Täler formen, und Wind kann Sandstein über Jahrtausende hinweg abschleifen.
Im übertragenen Sinn wird erodieren häufig für gesellschaftliche, politische oder wirtschaftliche Prozesse verwendet. Dabei geht es um einen schleichenden Verlust von Stabilität, Vertrauen oder Einfluss. So kann etwa das Vertrauen in die Politik erodieren.
Seinen Ursprung findet erodieren im lateinischen Wort erodere (weg- oder ausnagen).
Aussprache
Hörbeispiel:
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Lautschrift (IPA): [eʁoˈdiːʁən]
Verwendungsbeispiele
Die Küstenlinie wird durch Sturmfluten kontinuierlich erodiert.
Ohne Vegetation kann der Boden schnell erodieren.
Das Vertrauen zwischen uns ist erodiert.
Mit der Zeit erodierte das Ansehen des Unternehmens.
Demokratische Strukturen können schleichend erodieren, wenn sie nicht geschützt werden.
Diese Verfügbarkeit hat das Geschäft mit Musik nachhaltig erodieren lassen. Die digitale Revolution hat die Branche kalt erwischt, und sie hat viel zu spät geantwortet.
– Christoph Twickel (2009), Ex und Pop, brand eins 06/2009.
