• rigoros

    Das Adjektiv rigoros bedeutet „hart“, „unerbittlich“ oder „unbeugsam“. Es beschreibt meist Regeln, Vorschriften oder auch das Vorgehen in einer bestimmten Situation als rücksichts- und ausnahmslos.

    Der Ursprung des Begriffs liegt im mittellateinischen rigorosus (streng, hart).

    Als Reaktion auf den Lebensmittelskandal wurde ein rigoroses Einfuhrverbot für Fleischwaren aus der entsprechenden Region verhängt.

    Die Außendienstmitarbeiter werden regelmäßig einer rigorosen Überprüfung unterzogen.

    Er versprach, die Bedingungen für kleine und mittlere Unternehmen zu verbessern sowie rigoros gegen Steuerbetrüger vorzugehen.

  • Pheromon

    Ein Pheromon (das) ist ein vom Körper oder von Pflanzen produzierter Duft- oder Botenstoff. Pheromone dienen insbesondere im Reich der Insekten der Kommunikation untereinander, etwa um Paarungsbereitschaft anzuzeigen oder innerhalb eines Schwarms den anderen Schwarmmitgliedern den Weg zurück zum Nest oder zu anderen Orten zu weisen.

    Auch unter Säugetieren und sogar beim Menschen ist die Wirkung von Pheromonen nachgewiesen, die hier etwa Verhaltensreflexe (wie das instinktive Aufsuchen der Mutterbrust bei menschlichen Säuglingen) auslösen und Emotionen beeinflussen können.

    Der Begriff entstand aus einer Zusammensetzung der altgriechischen Wörter pherein (überbringen) und horman (antreiben, erregen).

    Bienen verhalten sich normalerweise ruhig und verhalten sich auch in unmittelbarer Nähe zu anderen Lebewesen friedlich. Werden sie jedoch gereizt oder sehen ihr Nest gefährdet, markieren den Angreifer und zur Sicherheit auch alles andere, was sich bewegt, mit einem Pheromon. Dieses ermöglich dem gesamten Bienenvolk, etwaige Bedrohungen zu identifizieren, in die Flucht zu schlagen und über weite Distanzen zu verfolgen.

  • Spekulation

    Eine Spekulation ist im Wesentlichen eine Vermutung oder Mutmaßung. Diese kann bezüglich gegenwärtig nicht überprüfbarer Gegebenheiten oder zukünftiger Ereignisse angestellt werden, es besteht also eine gewisse Unsicherheit ob des Wahrheitsgehalt bzw. der Eintrittswahrscheinlichkeit.

    Ebenfalls als Spekulation bezeichnet wird ein mit verhältnismäßig hohem Risiko behafteter Handel, etwa mit Grundstücken, Rohstoffen oder Wertpapieren

    Der Ursprung des Begriffs liegt im lateinischen speculari (auskundschaften, erforschen).

    Bisher sind Aussagen zu intelligentem außerirdischen Leben bloße Spekulation. Allen UFO-Sichtungen zum Trotz gibt es nach wie vor keine wirklichen Beweise.

    Das im Halbjahresbericht angegebene Umsatzziel ist nichts als Spekulation.

    Die Spekulation mit Rohstoffen steht in der Kritik. Sie wird für steigende Lebensmittelpreise in vielen Teilen der Welt verantwortlich gemacht.

  • spezifisch

    Das Adjektiv spezifisch bedeutet „arteigen“. Es beschreibt Eigenschaften von Sachen, Personen oder Tieren als für diese charakteristisch bzw. bezeichnend. Zu diesem Zweck kann es auch als Suffix -spezifisch verwendet werden: artspezifisch, geschlechtsspezifisch etc.

    Das Wort wird gelegentlich auch als Synonym für „genau“ verwendet. So wird aus „sich genau ausdrücken“ gerne mal „sich spezifisch ausdrücken“, was jedoch prinzipiell nicht richtig ist.

    Der Ursprung des Begriffs liegt im lateinischen specificus (eigentümlich).

    Zu heiß, zu kalt, zu viel Schnee, zu wenig Schnee, zu viel Stress, zu viel Langeweile… Das ewige Gemecker über alles und jeden wird hin und wieder als spezifisch deutsche Eigenart beschrieben.

    Er ist nicht mehr der Jüngste und kämpft mit allerlei altersspezifischen Problemen.

  • abstinent

    Das Adjektiv abstinent bedeutet „enthaltsam“. Es beschreibt eine Person, die auf etwas Bestimmtes verzichtet. Gemeint sind dabei inzwischen meist Genussmittel, allen voran alkoholische Getränke.

    Die Herkunft des Begriffs liegt im lateinischen abstinere (fernhalten, auf etwas verzichten).

    Sie hat früher viel getrunken, zwei bis drei Flaschen Wein täglich waren damals eher die Regel als die Ausnahme. Aufgrund der Schwangerschaft ist sie nun aber wenigstens vorübergehend abstinent.

  • Isolation

    Isolation (die) meint stets die Absonderung, Getrennthaltung oder Abspaltung einer Person, einer Gruppe oder einer Sache von etwas anderem, speziell von ihrer Umgebung. Also etwa die Abgrenzung einer Persone oder einer ganzen – vlt. religiös oder ethnisch definierten – Gruppe vom sozialen Umfeld bzw. von der Gesellschaft, in der sie sich aufhält.

    Weiterhin kann der Begriff räumlich verstanden werden und die Abgeschnittenheit eines Gebiets oder Landes beschreiben, etwa von natürlichen Einflüssen, vom Handel, der Kommunikation mit anderen Gebieten etc.

    Schließlich kann das Abdichten oder Schützen von Dingen mit Isoliermaterial gemeint sein, um etwa das Eindringen bzw. den Kontakt mit Flüssigkeit oder Luft zu verhindern. Auch das entsprechende Isoliermaterial selbst kann als Isolation bezeichnet werden.

    Das Leben und Arbeiten in einer Großstadt kann leicht in die soziale Isolation führen.

    Die Isolation von Häftlingen, die als besondere Disziplinierungsmaßnahme eine Zeit in Einzelhaft verbringen müssen, wird von vielen Menschenrechtsorganisationen als Folter bewertet.

    Gerade bei älteren Fenstern ist eine gute Isolation wichtig, da Wärme verloren geht und Heizkosten dementsprechend steigen.
    ZEBRA insect screens, Wärme rein, Kälte raus, 2012.

  • Querulant

    Ein Querulant ist eine Person, die sich – ohne im Recht zu sein – unnötig beschwert oder einen Rechtsstreit ohne Aussicht auf Erfolg führt. Dabei geht der Querulant  so hartnäckig und unverhältnismäßig vor, dass er selbst zum Ärgernis wird.

    Der Ursprung des Begriffs findet sich im lateinischen queri (sich beklagen).

    Der unverbesserliche Querulant verdirbt den anderen Vereinsmitgliedern die Freude am Schrebergarten.

    Er spielt sich gerne als großer Rebell der modernen Politik auf, wird aber selbst von seinen glühendsten Anhängern zunehmend als Querulant wahrgenommen.

  • Erotomanie

    Erotomanie ist die Bezeichnung für die Persönlichkeitstörung einer Person, deren Denken von der wahnhaften, obsessiven Liebe zu jemandem vereinnahmt ist.

    Es handelt sich bei diesem Krankheitheitsmuster zumeist um eine Begleiterscheinung einer anderen psychischen Störung. Das kognitiv verzerrte Denkmuster des Erotomanen äußert sich dabei in einem obsessiven Verhalten gegenüber dem Begehrten in Form ausgeprägter, unwiderstehlicher Liebe und ist fast immer einseitig.

    Die felsenfeste Überzeugung, die begehrte Person erwidere die Liebe, wird durch unablässige Fehldeutung ihres Verhaltens am Leben gehalten. So wird selbst offene Ablehnung noch als Koketterie interpretiert und Abgrenzungsversuche als Versuch gedeutet, der sexuellen oder emotionalen Anziehung des Erotomanen zu entfliehen.

    Der von dem französischen Gefängnispsychiater und Fotografen Gaëtan Gatian de Clérambault eingeführte medizinische Begriff setzt sich aus den beiden altgriechischen Wörtern Eros (Liebe, Begehren) und Manie (Raserei, Wut, Wahnsinn) zusammen.

    Neben Kränkung durch Zurückweisung, Rachsucht und Sadismus ist Erotomanie eines der sechs Hauptmotive, nach denen Stalker psychologisch klassifiziert werden.

    So sehen wir ihn denn, wie Vargas Llosa ihn uns vor Augen stellt: einen mageren Mann mit traurigen Augen hinter riesigen Brillengläsern und einem Hang zu Alkohol und Erotomanie, ein schroffer Einzelgänger, der aus der Zisterne, in die er sich als Kind zum Lesen hinabließ, nie mehr herausgestiegen ist.
    Gabriele Killert (2009), Wunderbares Halbdunkel, DIE ZEIT, 02.07.2009 Nr. 28.

  • Alter Ego

    Ein Alter Ego kann erstens eine Person sein, mit der sich jemand so eng verbunden fühlt bzw. so stark identifiziert, dass die Persönlichkeiten beider Personen aus subjektiver Perspektive miteinander zu verschmelzen scheinen und sich so gegenseitig ergänzen können.

    Zweitens kann ein Alter Ego eine künstlich erschaffenes Pendant einer realen Person sein, eine Kunstfigur mit Bezug zu einer realen Person also. Dabei kann es sich etwa um eine literarische Figur, eine Comicfigur, eine Figur in einem Videospiel oder eine Filmfigur handeln.

    Der Begriff ist lateinischen Ursprungs und setzt sich zusammen aus den Worten alter (der andere) und ego (ich).

    Er ist mein bester Freund, mein Alter Ego. Seit früher Kindheit sind wir unzertrennlich.

    Bei vielen Videospielen muss zunächst ein Alter Ego kreiert werden, bevor man sich mit diesem ins Spielgeschehen stürzen kann.

  • Aficionado

    Ein Aficionado ist ein begeisterter Liebhaber bzw. ein Enthusiast. Der Begriff wird oft in Bezug auf Dinge lateinamerikanischen oder spanischen Ursprungs verwendet, wie Tequila, Stierkampf oder insbesondere Zigarren. Er kann jedoch auch mit anderem Bezug gebraucht werden.

    Das Wort wurde aus dem Spanischen übernommen, wo es die gleiche Bedeutung trägt. Im Duden taucht es erst seit 2009 auf.

    Seinem Ruf als Zigarrenaficionado alle Ehre machend, hat er vor Kurzem eine beträchtliche Summe in einen neuen Humidor investiert.

    Fußball ist seit jeher seine große Leidenschaft. Als brennender Aficionado verpasst er kein Bundesligaspiel.

    Klugscheißer gibt es fast so viele wie schlechte Flaschen am Markt. Die Komplexität des Weintrinkens bringt es mit sich, dass mancher Aficionado glaubt, sich als Kenner der Lagen, Geschmacksträger und Ausbauverfahren präsentieren zu können, ohne entlarvt zu werden.
    Willmann (2004), Erforscht & Getrunken, DIE ZEIT 15.04.2004 Nr.17.