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Thesaurus

Der Begriff Thesaurus stammt ursprünglich vom griechischen Wort thēsaurós ab und betitelte in der Antike Gebäude zur Aufbewahrung kostbarer Weihegaben, also eine Art Schatzhaus. Ebenfalls wurden besonders große Wörterbücher als Thesaurus bezeichnet, insbesondere alphabetisch und systematisch geordnete Sammlung von Begriffen eines bestimmten Fachbereiches.
Spätestens seit der Software MS-Office Word ist der Begriff Thesaurus im aktuellen Sprachgebrauch verankert und betitelt heute ein allgemeinsprachliches Wörterbuch, welches Synonyme bzw. sinn- und sachverwandte Wörter zu bestimmten Schlagwörtern enthält.

 Obwohl hier auch Allesschlucker, Bänkelsänger, Ohrenseifenbläser und andere Akteure des Schaugeschäftes kurz vorgestellt werden, hat der Wiener Sachbuchautor Rudi Palla kein Kuriositätenkabinett der spätmittelalterlichen und neuzeitlichen Arbeitswelt eingerichtet. In seinem „Thesaurus der untergegangenen Berufe“ wird der vorindustrielle Alltag nicht romantisiert, sondern realistisch beschrieben. Es ist ein Nacfrschlagewerk über „Verschwundene Arbeit“ – und mit seinem Druck vom Bleisatz selbst ein gutes Stück einst gewohnter Handwerkerqualität.
– DIE ZEIT, 7.10.1994 Nr. 41

konträr

Das Adjektiv konträr wurde von dem französischen Wort contraire (entgegengesetzt, gegenteilig) abgeleitet, was wiederum seinen Ursprung im lateinischen contrarius bzw. contra  (gegen) findet. Als Fremdwort im deutschen Sprachgebrauch bedeutet es ebenfalls „entgegengesetzt“ oder „gegensätzlich“. Weitere Synonyme sind unter anderem „gegenteilig“, „nicht vereinbar“, „verschieden“, „widersprüchlich“ oder „inkompatibel“.

Man kann beispielsweise eine konträre Meinung haben, konträrer Auffassung sein oder auch konträre Ziele verfolgen.

In der Rede des Vorsitzenden waren durchaus konträre Inhalte zu bemerken, was die Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit seiner Worte in Frage stellen ließ.

Die Geschäftsführung und die externen Berater hatten offensichtlich schon bei der Planung des Projektes konträre Ziele, was durchaus eine Erklärung für den Misserfolg sein könnte.

Mir ist wichtig, dass das, was in der Stadt passiert, mit meinem eigenen Zustand kompatibel ist. Oder so konträr, dass es Spannung erzeugt und stimuliert. Wichtig sind vor allem die Menschen, ihre Stimmung, ihr Stil, Bewegungen, die eine ganze Generation prägen. Äußere Ästhetik, wie in Paris, ist mir nicht so wichtig.
Dorotheé Junkers, Was kommt? – Die Kunst, brand eins 07/2001. 

äquivalent

Das Adjektiv äquivalent stammt von dem mittellateinischen Wort aequivalens ab, was auf die lateinische Kombination aus aequus (gleich) und valere (wert sein) zurückzuführen ist. Im heutigen deutschen Sprachgebrauch bedeutet es „gleichwertig“. Weitere Synonyme sind „angemessen“, „entsprechend“, oder „von entsprechendem/gleichem Wert“.

Die Verwendung ist immer im Kontext von Vergleichen nützlich. Speziell in der Mathematik oder Chemie ist oft von äquivalenten Mengen die Rede, was in diesem Sinne bedeutet, dass die beschriebenen Mengen der Elemente einander umkehrbar eindeutig zugeordnet werden können.

Um die Kompatibilität der Studiengänge zu gewährleisten, gibt es trotz den standardisierten Abschlüssen (Bachelor/ Master) noch Listen, die äquivalente Leistungen entschlüsseln.

Lohn muss äquivalent sein – nur mit was?

Der Betriebswirt Erich Kosiol hat 1962 das Äquivalenzprinzip eingeführt: Der Lohn müsse mit dem Anforderungsgrad einerseits und dem Leistungsgrad andererseits zusammenhängen.
Stephan A. Jansen, Merkwürdigkeiten aus den Manegen des Managements: Reize der Anreize, brand eins 04/2009.

Äquivalent“ und „gleichwertig“ sind zwei äquivalente Ausdrücke.

akut

Das Adjektiv akut stammt von dem lateinischen Wort acutus ab, was soviel wie „scharf“ oder „spitz“ bedeutet.  Heute wird es im Deutschen für einen Zustand oder Sachverhalt verwendet, der im Augenblick herrschend ist bzw. der brennend, unmittelbar oder vordringlich vorliegt. Weitere mögliche Synonyme sind „aktuell“, „dringend“ oder „momentan“.

Im Kontext der Medizin wird als akut ein Krankheitszustand beschrieben, der unvermittelt auftritt und/oder schnell und heftig verläuft. Außerhalb der medizinischen Verwendung kann der Begriff auch im Bezug auf andere dringende oder andauernde Sachverhalte gebraucht werden.

Die damalige Frage der Giftmüllentsorgung ist auch heute noch akut.

Ein akutes Beispiel für das Problem der Jugendkriminalität sind die Überfälle in der jüngsten Vergangenheit durch Minderjährige.

Als 2007, vor Einführung von Chatter, durch das Versehen eines Salesforce.com-Mitarbeiters eine Kundenliste kopiert wurde, die Kontakt- und Fimennamen enthielt, Mailadressen und Telefonnummern, gab es danach zahlreiche Phishing-Angriffe auf Sales-force.com-Kunden. Die Frage bleibt akut: Vertraue ich der eigenen IT-Abteilung oder der eines anderen Unternehmens?
– Christoph Koch, Facebook fürs Büro, brand eins 03/2012.

schmähen

Der Begriff schmähen stammt aus dem Mittelhochdeutschen von dem Wort smæhen ab, ein verwandtes Wort ist ebenfalls die Schmach. Heute beschreibt es verächtliches Reden oder gar „beleidigen“, „beschimpfen“ bzw. „schlechtmachen“. Auch kann schmähen ein Synonym für „herabsetzen“, „lästern“ oder „durch den Schmutz ziehen“ sein.

Jemanden zu schmähen ist eine etwas objektivere und nettere Beschreibung eines der oben genannten Sachverhalte. In der Satire werden Menschen oft geschmäht, jedoch ohne  ihnen böswillig Schaden zufügen zu wollen.

Sie schmähten ihn aufgrund seiner auffallend geringen Körpermaße.

Prominente bieten mit ihrem gelegentlich auffälligen Verhalten nicht selten eine Angriffsfläche, so dass sie in den einschlägigen Fernsehshows gerne geschmäht werden.

Wir angeblich so fortschrittlichen Menschen teilen unser Leben mit, man muss das mal so deutlich sagen, einem Fossil aus der Kreidezeit der Informationstechnik. Man hört es ihm bloß nicht an, dass es kaum jünger ist als Lang-, Mittel- und Kurzwelle, die jeder von uns ohne Bedenken als vorsintflutlich schmähen würde.
Ulf J. Froitzheim, Das Gute ist der Feind des Besseren, brand eins 12/2011.

kompatibel

Das Adjektiv kompatibel hat seinen Ursprung im lateinischen Wort compati (mitfühlen). Im Deutschen wird es heute als ein Adjektiv für etwas verwendet, womit ausgedrückt werden soll, dass etwas in bestimmten Eigenschaften übereinstimmt. Weitere Synonyme sind „vereinbar“ oder „verträglich“.

Eine beispielhafte Verwendung findet sich in der Medizin; wenn Blutgruppen kompatibel sind, eignen Sie sich für eine Transfusion. Wenn die Schnittstellen von technischen Geräten kompatibel sind, so können diese vernetzt werden bzw. miteinander arbeiten.

Da gibt es noch viele, die jetzt erst anfangen, ihre PS auf die Straße zu bringen. Manche wissen noch nicht recht, wie es geht. Sie brauchen Hilfe, und sie brauchen natürlich auch Lösungen und Partner, die mit ihrem System kompatibel sind.
– Gabriele Fischer, Christiane Sommer, Eine kleine Elite bestimmt das Ding, brand eins 06/2000

Oft sind die Daten von Mac OS und Windows nicht miteinander kompatibel und von einem System ins andere überführbar.

Modulare technische Systeme müssen untereinander kompatibel sein und über standardisierte Schnittstellen verfügen, damit keine Monopole entstehen und auch dritte Firmen einen Chance haben, ihre Produkte am Markt zu platzieren.

Konnotation

Der Begriff Konnotation entstammt den lateinischen Wörtern con (mit) und notatio (Aufzeichnung) beziehungsweise connatio (mit Beschreibung). Im deutschen Sprachgebrauch ist dieses Wort im Kontext der Linguistik anzutreffen und bezeichnet hier die Nebenbedeutung eines Wortes. Synonyme für Konnotation sind demnach „Nebenbedeutung“ oder „Nebensinn“.

Das Wort beschreibt negative wie auch positive Assoziationen zu Dingen oder Sachverhalten. Somit kann jeder eine ganz unterschiedliche Konnotation zu etwas haben.

Mit dem Wort „Arbeit“ verbinden viele Menschen eine negative Konnotation.

Der Winter kann situationsabhängig ganz unterschiedliche Konnotationen haben.

Deshalb ruft ein Markenlogo nicht überall die gleichen Konnotationen hervor. Eine Ratte wäre in Deutschland nicht unbedingt verkaufsfördernd, vielleicht bei einem Kammerjäger. In China dagegen stellt sie ein angesehenes Tierzeichen dar.
– Karin Finkenzeller (2010), Schuss ins Gehirn, brand eins 08/2010.

kompensieren

Das Verb kompensieren stammt vom lateinischen compensare ab, was soviel bedeutet wie „gegeneinander abwägen“ oder „ausgleichen“. Im deutschen Sprachgebrauch steht das Wort ebenfalls für die Synonyme „ausgleichen“ und „aufheben“, im übertragenen Sinne ist es aber auch als „vergüten“ oder „verrechnen“ verwendbar.

Kompensieren verwendet man beispielsweise, wenn es um finanzielle Prozesse geht in denen etwas ausgeglichen oder durch eine Gegenwirkung aufgehoben wird. Bildungssprachlich kann der Begriff aber auch verwendet werden, um einen Ausgleichsprozess jeglicher Art zu beschreiben beziehungsweise als Synonym für  „aufwiegen“, „ausbalancieren“, „wettmachen“, „entschädigen“, oder „wiedergutmachen“.

Soziale Vernachlässigungen lassen sich nicht einfach durch Geschenke kompensieren. So kann der Leistungsdruck seitens des Jobs einen sehr viel mehr Kosten als „nur“ viel Zeit.

Geringe Kapitalausstattung und Qualifikation ließen sich kompensieren: durch kompromisslosen Einsatz und familiäre Unterstützung.
Harald Willenbrock (2011), Wo kommen all die türkischen Gemüsehändler her?, brand eins 05/2011.

Sie ist ergebnisorientiert und bereit, ihre Entscheidungen auch gegen Widerstand und Kritik durchzusetzen. Ihre mangelnde Erfahrung im Einkauf kann sie durch ihre Professionalität und gute Vorbereitung kompensieren.
Philipp-André Plogmann, Wer ist der beste Bewerber? – Was Experten raten, Harvard Business Manager 09/2011.

Prokrastination

Die Prokrastination stammt vom lateinischen procrastinatio (Vertagung) ab und hat im Deutschen die gleiche Bedeutung.

Von Prokrastination im soziologischen Sinne spricht man dann, wenn eine anstehende Tätigkeit – meist eine unangenehme aber notwendige Aufgabe – auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird. In Abgrenzung zum legitimen und sinnvollen Vertagen meint Prokrastination im Speziellen ein kontraproduktives und unnötiges Aufschieben, es entstehen also durch das Prokrastinieren Nachteile.

Ein beinahe schon typisches Studentenproblem ist die Prokrastination. Hausarbeiten werden regelmäßig in den letzten zwei Tagen geschrieben und kurz vor der Klausur wird der Stoff noch schnell bis zum Umfallen gepaukt, nur um danach gleich wieder vergessen zu werden.

Es gibt im wesentlichen zwei Grundmuster der Prokrastination. Die einen prokrastinieren, weil ihnen der Druck der letzten Minuten und das Gefühl, es doch noch geschafft zu haben, zusätzliche Befriedigung verschaffen. Die anderen prokrastinieren, weil sie unangenehmen Aufgaben auszuweichen versuchen oder Angst haben, zu versagen.

Metier

Der Begriff Metier stammt vom französischen Wort métier ab, was für ein Geschäft oder Handwerk steht, welches jemand beherrscht oder betreibt. Im Deutschen bedeutet er schließlich „Beruf“, „Handwerk“ oder „Gewerbe“.

Das Metier einer Person ist somit ihr Tätigkeiten- oder Berufsfeld, für das sie die nötigen Voraussetzungen erfüllt, in dem sie also „zu Hause“ ist. Eine formale Ausbildung ist dafür nicht unbedingt nötig. Auch Politiker beherrschen gegebenenfalls ihr Metier, wobei sie hierfür vielleicht keine zielgerichtete Ausbildung genossen haben. Der Begriff wird oft für die Beschreibung von Tätigkeitsfeldern im künstlerischen und akademischen Bereich verwendet.

Man sieht, dass er in der Malerei sein Metier gefunden hat. Niemals zuvor ist er so kreativ gewesen.

Der neue Stil der Broschüre ist außergewöhnlich, jedoch ist das hier auch ein ganz anderes Metier als das der üblichen Ausgaben.

Wenn man nun auch dem jungen Menschen an der lustigen und frohen Unterhaltung und an den üblichen Vergnügungen, solange sie in den Schranken des Anstand es bleiben, teilzunehmen erlaubt, so wird er doch von seinen ernsthaften Hauptgeschäften noch immer Zeit genug übrig behalten, irgendein Metier zu lernen.
– John Locke (1920), Gedanken über Erziehung.