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Konzession

Der Begriff Konzession entstammt dem lateinischen concessio (Zugeständnis). Eine Konzession stellt heutzutage im Kontext der Amtssprache eine behördliche Genehmigung zur Ausübung eines Gewerbes dar. Des Weiteren kann der Begriff als Synonym für die ursprüngliche lateinische Bedeutung „Zugeständnis“ verwendet werden. Somit ist er ebenfalls nicht ungeeignet, um ein Entgegenkommen oder einen Gefallen zu beschreiben.

Der Aussteiger an einem beliebten Strand in der Algarve, der seinen Lebensunterhalt durch das Verkaufen von selbst geschnitzten Holzfiguren bestritt, machte große Augen, als ihm die örtliche Polizei eine saftige Strafe  aufdrückte, weil ihm die Konzession für sein „Gewerbe“ fehlte.

In der Auslage sieht man auf den dunklen Holzregalen weder Markendisplays noch Poster oder andere Dekorationen hier gibt es nur Armbanduhren anzuschauen. Und fast alle sind von kleinen Herstellern wie Junghans, Nomos, Vulcain oder Speake-Marin. Von Firmen also, die bei großen Geschäften wie Wempe, Beyeler oder Bucherer allenfalls ein Nischendasein fristen. „Genau das sind die Marken, die mich interessieren“, sagt Erb. Auf eine Rolex- oder Breitling-Konzession habe er keine Lust, denn deren Uhren würden sich ja von selbst verkaufen.
– Thomas Byczkowski (2010), Tick, tack, brand eins 10/2010.

an­th­ro­po­gen

Das Adjektiv anthropogen ist auf das griechische Wort genḗs (verursacht) zurückzuführen. Heute beschreibt es Sachverhalte, die durch den Menschen beeinflusst oder verursacht werden oder wurden.

Anthropogene Lagerstätten könnten früher oder später wieder als Ressourcen genutzt werden. Hierbei kann man nicht ausschließen, dass auch Atommüll als Rohstoffquelle wieder bedeutend werden kann.

Ich habe mich selbst mit dem Thema Klimawandel anhand von Literaturrecherchen befasst. Im Ergebnis haben sich meine Zweifel verstärkt, der anthropogene CO2-Einfluss sei das bestimmende Element. Die Mechanismen, die das Erdklima bestimmen, sind so komplex und kompliziert, dass es zurzeit kaum möglich sein dürfte, ein repräsentatives Modell zu entwickeln, das diese Einflüsse komplett widerspiegelt.
– Joachim Klemm (2007), Leserbrief zu „Klimakterium“, brand eins 04/2007.

Terminus

Ein Terminus ist eine festgelegte Bezeichnung oder ein  Fachausdruck. Die Wortherkunft bildet das lateinische terminus, was soviel wie Ziel oder Ende bedeutet. Für jede Wissenschaft oder jeden Teilbereich derer gibt es jeweils eigene Termini, was dazu führt, dass gleiche Fremdwörter je nach Kontext unterschiedliche Bedeutungen haben können.

In der Medizin ist ein Inkubator eine Umgebung oder eine Gerätschaft, die beispielsweise als unterstützende Versorgung für Frühgeborene als Überlebenshilfe dient. Im Metier der Jungunternehmen ist ein Inkubator der Terminus für eine Unterstützung durch Fachkräfte beratender und/oder finanzieller Art.

Niemand muss an seiner Bildung zweifeln, wenn er mit dem Begriff „Kriegsverrat“ nichts anfangen kann. Stammt dieser Terminus doch aus dem deutschen Militärstrafgesetz, das von 1872 bis 1945 gültig war. Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging und die NS-Herrschaft zusammenbrach, wurde der Begriff aus dem Verkehr gezogen.
– Wolfram Wette (2009), Die Verratenen, Zeit Online , 13.05.2009 – 16:32 Uhr.

Ak­ro­nym

Das Substantiv Akronym lässt sich auf die beiden griechischen Wörter ákros (Spitze) und ónyma (Name) zurückführen. Sinngemäß versteht man unter dem Begriff ein aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörte gebildetes Kurzwort.

Klassische Akronyme sind beispielsweise „EDV“ (Elektronische DatenVerarbeitung)  oder „Die PARTEI“ was als Abkürzung für „Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung & basisdemokratische Initiative“ steht.

Aus dem Englischen kennt man die Akronyme CD (Compact Disc), LASER (Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation) oder FBI (Federal Bureau of Investigation).

Laut deutschsprachiger Wikipedia steht der Begriff Nerd für „besonders in Computer oder andere Bereiche aus Wissenschaft und Technik vertiefte Menschen“. Das US-Wörterbuch „Webster’s“ hat gleich zwei Definitionen parat. Zum einen handele es sich um eine „dumme, nervtötende, ineffektive oder unattraktive“, zum anderen um eine „intelligente, aber einseitige Person, die von unsozialen Hobbys und Beschäftigungen besessen ist“.

Dabei weiß man nicht mal mit Sicherheit, woher sich der Begriff ableitet. Ob es sich um das Akronym eines kanadischen Elektronik-Forschungsunternehmens handelt, um die Umkehrung von drunk zu knurd – oder doch um die Abkürzung von Non Emotionally Responding Dude. Und nerdig ist schon die ewige Debatte, was genau den Nerd eigentlich vom Geek unterscheidet – außer dass Letzterer bei Frauen besser ankommt.
– Thomas Vasek, Die Rache der Nerds, brand eins 04/2010.

Satire

Der Begriff Satire leitet sich vom lateinischen satira ab, was der Übersetzung nach eine mit verschiedenen Früchten gefüllte Schale, also eine bunte Mischung ist. Zu heutiger Zeit versteht man unter einer Satire eine Kunstgattung, die geprägt ist von Übertreibung und überspitzter, verhöhnender Kritik beziehungsweise Spott. Ziel des Spotts sind dabei oft politische Personen und Ereignisse sowie Fragen des Zeitgeschehens. Die Satire ist nicht auf das geschriebene Wort beschränkt, sondern kann sich auch im Film, in Aufführungen, in Karikaturen, Hörfunkbeiträgen und vielen weiteren medialen Formen wiederfinden.

Oft ist die Satire wichtig, um ohne Hemmung und überzogen auf Missstände aufmerksam machen zu können. Diese Kunstgattung erfreut sich nicht zuletzt so großer Beliebtheit, da oft gesagt wird, was viele nur zu denken wagen.

Insgesamt wurden 40 Verfahren seit 1979 gegen „Titanic“ angestrengt, 28 der 260 Ausgaben sind verboten, „Titanic“ ist die verbotenste Zeitschrift Deutschlands. Sonneborn: “ Eigentlich finden alle Satire gut, nur wenn sie selbst betroffen sind, dann nicht.“ Der Tag, an dem der Selbstmord Hannelore Kohls bekannt wurde, war derselbe Tag, an dem Benjamin von Stuckrad-Barres einstweilige Verfügung eintraf. Und der, an dem Friedrich Merz juristisch gegen seinen von „Titanic“ in Umlauf gebrachten Spitznamen Fotzenfritz erfolgreich vorging.

„Focus“ -Chefredakteur Helmut Markwort scheiterte ebenfalls am Satireblatt. Im Impressum von „Titanic“ steht die Rechtsanwältin Gabriele Rittig. Sie schaut das Heft vor dem Druck durch und versucht zu retten, was zu retten ist. So wurde aus der Rubrik „korrupte Politiker“, die monatlich das Passfoto eines Bundestagshinterbänklers zeigt, „unterschätzte Politiker“. Oft lässt sich die Redaktion aber nicht überzeugen.
Christian Litz, Käpt’n, wir sinken, brand eins 08/2001.

Exploration

Das Substantiv Exploration bedeutet „Erforschung“, „Erkundung“ oder „Prüfung“. Es beschreibt also Vorgänge, deren Ziel der Erkenntnisgewinn ist.

So ist etwa eine chirurgische Exploration in der Medizin das Öffnen des Gewebes auf der Suche nach Ursachen für Krankheitssymptome.

Auch in der Geologie ist der Ausdruck sehr gebräuchlich und meint hier das genaue Untersuchen der Erdkruste, um Lagerstätten und Rohstoffvorkommen zu entdecken und zu erschließen.

Der Begriff entstammt dem lateinischen  exploratio (Untersuchung Erforschung).

Folgt man den aktuellen Trend-Explorationen, so scheint es zeitnah Wirklichkeit zu werden, dass Gegenstände mit einander kommunizieren werden, um unser Leben noch komfortabler und effizienter zu gestalten.

Im Rahmen der zweiwöchigen Exploration wurden reichhaltige Erdölvorkommen entdeckt.

Dann folgen die „Prozessschritte zwei und drei: Exploration und Gespräch“. Ein Service-Agent nimmt sich einen Kunden konkret vor -eine ganze Geschichte wird dabei aufgerollt. Van Treeck: „Da gehen wir teilweise zurück bis in die Sechziger-, Siebzigerjahre – wollen wissen, wann hat der Kunde sein erstes Auto gekauft, wie ist das mit uns dann weitergegangen, welche Probleme gab es, welche guten Feedbacks?
Wolf Lotter, Beziehung für Anfänger, brand eins 05/2012. 

Resümee

Ein Resümee ist eine kurze Zusammenfassung des Vorangegangenen, also beispielsweise einer Rede, eines Textes, einer Diskussion oder einer Legislaturperiode. Dabei beschränkt sich das Resümee auf das Wesentliche, die Kerngedanken oder Kernpunkte.

Der Begriff wurde im 15. Jahrhundert aus dem gleichbedeutenden französischen résumer entlehnt. Der Ursprung liegt wohl im lateinischen resumere (wieder vornehmen, wiederholen).

Er zog ein Resümee seiner Zeit als Präsident.

Abschließend stellte sie in einem eleganten Resümee noch einmal die inhaltlich wichtigsten Teile der Diskussion dar.

Pachlers Resümee aus der Gründungszeit: „Du darfst nicht glauben, dass du am Anfang mit einer tollen Idee Geld machst.“
Fabian Burstein (2008), Versuch’s doch mit Bequemlichkeit!, brand eins 09/2008.

Exposé

Ein Exposé ist im allgemeinen Sinne ein Bericht oder eine erläuternde Darstellung. Gleichermaßen kann es aber auch ein Plan bzw. eine Zusammenstellung für ein Projekt in der Zukunft sein, zum Beispiel eine Inhaltsangabe eines literarischen Werkes, die im Vorwege niedergeschrieben wird. Der Begriff ist auch gängig für die Betitelung einer Handlungsskizze als Vorstufe eines Drehbuchs zu einem Film. Der Begriff entstammt dem gleichgeschriebenen französischen exposé, was als „Auseinanderlegung“ bzw. „Darlegung“ übersetzt werden kann. Zugrunde liegt diesem Wort das lateinische exponere (abhandeln, ausführen).

Wer sicherstellen will, dass Daten auf Yasni auch wirklich zu seiner Person gehören, kann kostenlos ein sogenanntes Exposé anlegen – also quasi selbst tun, was Rühl nicht darf: Informationen zu einem autorisierten Profil verdichten. Mit diesen verifizierten – im Fachdeutsch „sauberen“ – Datensätzen kann Yasni dann wiederum besser zielgerichtete Werbung verkaufen.
– Markus Albers (2011), Der Menschenfischer, brand eins 07/2011.

Um zu verifiziern, dass ihre Unternehmung aus Sicht der Interessengruppen in die richtige Richtung führte, schrieben sie ein kurzes stichaltiges Exposé nieder.

Affront

Ein Affront ist ein öffentlicher, beleidigender Angriff beziehungsweise eine Provokation. Der Begriff wurde im 17. Jhd. aus dem Französischen übernommen, wo affronter „die Stirn bieten, beschimpfen“ bedeutet.

Sein letzter Brief wurde als Affront gewertet.

Sie sah über seinen Affront hinweg und wünschte höflich ein angenehmes Wochenende.

Wütend über den Affront polterte er los.

Die Wohnung mit der Kuppel kennt man in Kreuzberg. Viele im Viertel haben sich schon mal gefragt, wer hier das Geld hat, um sich eine gläserne Krone aufs Dach zu setzen. Ein Affront für jeden Steinewerfer.
Annabel Wahba (2009), Kammerspiel, DIE ZEIT, 20.05.2009 Nr. 22.

frigide

Das Adjektiv frigide (von lat. frigidus = kalt, frostig) bedeutet gehoben „kühl, frostig“ oder im medizinischen Kontext „sexuell nicht erregbar, geschlechtlich gleichgültig“. Die zweite Bedeutung bezieht sich ausschließlich auf das weibliche Geschlecht und ist veraltet. Wird das Wort heute dementsprechend gebraucht, hat es oft einen abwertenden Beiklang.

Substantiviert spricht man von Frigidität.

War Ingeborg Bachmann frigide? War Kafka impotent? War Shakespeare andersrum? War Goethe schwul?
Sigrid Löffler (1997), War Goethe schwul?, DIE ZEIT 1997.

Jesus aber, „Gottes Klon“, ist ein verhunztes Kunstprodukt, ferngezeugt in einer frigiden Retorte namens „Jungfrau Maria“
Hanns-Hermann Kersten (1982), Kritik in Kürze, DIE ZEIT, 14.5.1982 Nr. 20.