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  • evident

    Das Adjektiv evident leitet sich von dem lateinischen Adjektiv evidens ab und bedeutet soviel wie augenscheinlich. Es beschreibt etwas, das klar auf der Hand liegt.

    Ein evidenter Sachverhalt ist unmittelbar und ohne Schwierigkeit erkennbar. Das Wort l√§sst sich somit allt√§glich f√ľr die Betonung der Offensichtlichkeit eines Sachverhalts oder eines Zustandes verwenden, insbesondere auch um deutlich zu machen, dass man weitere Diskussion f√ľr √ľberfl√ľssig h√§lt.

    Dein Engagement in dem neuen Projekt ist aufgrund deines Nichterscheinens bei der Arbeit evident unzureichend.

    Irgendwann werde etwas so evident, dass sich daraus ein neuer Trend ableiten ließe.
    Schönherr K. (2011), Vorraussagen was angesagt ist, Zeit-Online 23.12.2011

    Mit dieser Geistesverfassung von froher, √ľbersch√§umender Kraft ging man an die L√∂sung der letzten Aufgabe, die Ideen von Gott, Freiheit und Unsterblichkeit so¬†evident¬†zu machen, wie es ein mathematischer Lehrsatz war, denn alles war ja mathematisch erkennbar.
    – Paul Ernst (1935), Ein Credo.

  • polemisch

    Wenn eine Argumentation polemisch ist, dann ist sie unsachlich, aggressiv und √ľberspitzt. Das Wort stammt von dem gleichbedeutende Adjektiv pol√©mique aus dem Franz√∂sischen¬†ab, welches wiederum auf polemik√≥s (kriegerisch) aus dem Griechischen zur√ľckzuf√ľhren ist.

    Man sagt, Auseinandersetzungen und Diskussionen mit politischem, literarischem oder wissenschaftlichem Hintergrund gleiten ins Polemische ab, wenn eine persönliche und unsachliche Ebene erreicht wird. Somit lässt sich das Wort verwenden, um jemanden auf diesen Missstand seiner Argumentation aufmerksam zu machen.

    Ihre Ausf√ľhrungen f√ľr die Durchsetzung ihrer Ziele der Autofreien Zone haben das Kernthema g√§nzlich verlassen. Ihre polemische Argumentation bringt uns nicht weiter.

    D√ľhring hat Helmholtz geradezu besudelt; und es braucht wohl kaum gesagt zu werden, da√ü Einstein diese Art einer polemischen Beweisf√ľhrung verabscheut;
    – Alexander Moszkowski (1922), Einstein – Einblicke in seine Gedankenwelt.

    Nun, das liegt nicht in meiner Absicht. Der Anschein entstand wahrscheinlich daraus, da√ü ich in meiner¬†polemisch¬†angelegten Darstellung die unausgebildeten √§rztlichen Analytiker f√ľr noch gef√§hrlicher erkl√§ren mu√üte als die Laien.
    – Sigmund Freud (1926), Die Frage der Laienanalyse.

  • obsolet

    Das steigerbare Adjektiv obsolet entstammt dem lateinischen Begriff obsoletus, was so viel wie „abgenutzt“ bedeutet.

    So bezeichnet man im Deutschen Dinge, Ideen, Anschauungen und √§hnliches als obsolet, wenn sie √ľberholt und veraltet sind. Obsolet ist also alles, was durch neues ersetzt und damit √ľberfl√ľssig geworden ist. Statt eine Sache als obsolet zu benennen, kann man auch von ihrer Obsoleszenz sprechen.

    Die Erfindung digitaler Speichermedien hat herkömmliche Fotokameras obsolet werden lassen. Ihrer technischen Obsoleszenz zum Trotz erfreuen sie sich aber bei Enthusiasten nach wie vor großer Beliebtheit.

    Die Zeit verlangt Wahrheit, die ganze Wahrheit, nichts als die Wahrheit. Es mu√ü noch dahin kommen, da√ü keiner dem andern eine Ohrfeige √ľbelnehmen darf, wofern letztere nur aus einer teuren √úberzeugung entsprang. Kein Briefgeheimnis, kein Hausgeheimnis! Alle diese obsoleten Begriffe m√ľssen fallen! Alles mu√ü √∂ffentlich sein!
    – Karl Immermann (1977), M√ľnchhausen.

  • spartanisch

    Das Wort spartanisch stammt aus der Antike und beschreibt die sprichw√∂rtliche H√§rte und Einfachheit der Spartaner. Es leitet sich direkt aus dem altgriechischen Namen der Stadt Sparta¬†ab. Wortw√∂rtlich steht es f√ľr schlicht, einfach oder bescheiden.

    Verwenden l√§sst sich dieses Adjektiv allt√§glich f√ľr die Beschreibung einfach gestalteter Sachverhalte. Wo die Bescheidenheit oder das Einfache als Stilmittel benutzt wird und die Bemerkung respektvoll untermalt werden soll, findet das Wort Anwendung.

    Die Website hat etwas Spartanisches, der Benutzer wird nicht mit √ľberfl√ľssiger Werbung und unn√ľtzer Information √ľberh√§uft.

    Der 59-J√§hrige sitzt an einem alten Holztisch in der Mitte eines schmalen, spartanisch eingerichteten Konferenzraums. Um den Tisch herum sechs harte St√ľhle. An der Wand Schr√§nke, die an Spinde in Kasernen erinnern.
    Karin Finkenzeller (2011), Kriegsspiele, brand eins 09/2011

  • eloquent

    Das Wort eloquent findet seine Herkunft in dem lateinischen Adjektiv eloquens (beredt), beziehungsweise in dem Verb eloqui¬†(aussprechen, herraussagen).¬†Es bezeichnet die F√§higkeit, von einer Sprache Gebrauch machen zu k√∂nnen; also sie zu verstehen, sich in ihr auszudr√ľcken und¬†um ihre Interpretation zu wissen.¬†Dies gilt f√ľr die Muttersprache wie auch f√ľr erworbene Fremdsprachen.

    Im allt√§glichen Sprachgebrauch findet das Wort eloquent Anwendung, wenn man zur Geltung bringen m√∂chte, dass jemand besonders sprachgewandt ist, sich also sehr gew√§hlt und elegant ausdr√ľcken kann.

    Um im Verkauf  Erfolg zu haben, muss man eloquent und intelligent sein.

    Domnick erz√§hlte der Gruppe von den Schl√§gen, die er als Kind zu Hause habe einstecken m√ľssen, von seinem schweren Autounfall, bei dem er vor 23 Jahren beinahe gestorben sei, und gestand, dass er, der so forsch und eloquent wirkt, in Vorstellungsgespr√§chen keinen Ton herausbekomme.
    –¬†Johannes Pennekamp (2011),¬†Die Berufsoptimistin, brand eins 08/2011.

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