Usus

Das Substantiv Usus (der) bedeutet „Brauch“, „Gewohnheit“ oder „übliche Vorgehensweise“.

Wer sagt, etwas sei Usus, meint damit: Es ist so üblich, dass es als selbstverständlich gilt.

Der Begriff beschreibt keine geschriebene Regel, sondern eine gewachsene Praxis: Man tut es so, weil man es schon immer so getan hat oder weil es sich als sinnvoll erwiesen hat.

Usus wird im Deutschen meist in Verbindung mit dem Verb „sein“ verwendet:

  • „Es ist Usus, dass …“ oder
  • „Das ist hier so Usus.“

Der Ton ist dabei leicht gehoben, aber nicht steif. Das Wort klingt eleganter als „Gewohnheit“ und weniger förmlich als Konvention.

Auch in der Sprachwissenschaft hat der Begriff eine eigene Bedeutung. Dort steht Usus für den tatsächlichen Sprachgebrauch. Gemeint ist, wie Menschen im Alltag wirklich sprechen und schreiben, nicht wie es die Grammatik theoretisch vorsieht.

Hintergrund

Das Wort wurde im 17. Jahrhundert aus dem lateinischen usus (Gebrauch, Gewohnheit, Praxis) ins Deutsche übernommen, zunächst in der Studentensprache. Es geht auf das lateinische Verb uti (gebrauchen, anwenden) zurück. Aus derselben Wurzel stammen auch Utensil (Gebrauchsgegenstand) und Usance (Handelsbrauch).

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈuːzʊs]

Verwendungsbeispiele

In ihrer Familie war es Usus, dass sonntags gemeinsam gekocht und gegessen wurde.

Dass der Jüngste den Tisch abräumt, war bei ihnen seit Jahren Usus.

Es ist in der Branche Usus, neue Mitarbeitende in den ersten Wochen von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen begleiten zu lassen.

In vielen südeuropäischen Ländern ist es Usus, dass das Abendessen erst nach 21 Uhr beginnt.

Kein Gesetz schreibt es vor, aber es ist Usus, und niemand würde es anders machen.

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