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Biomarker

Biomarker sind messbare Substanzen, genauer gesagt Produkte von Organsimen, welche innerhalb eines Organismus eventuelle Krankheiten indizieren können.

Man unterscheidet in qualitative, kategorische und quantitative Analyseverfahren durch Biomarker, um mögliche Erkrankungen zu definieren, optimale Therapiemaßnahmen zu ergreifen oder nahende Krankheitsschübe frühzeitig erkennen zu können.

Das Substantiv ist seit 1980 in der Medizin und Biologie gebräuchlich.

Um den Brustkrebs vollständig auszuschließen, wurde ein Biomarker-Test durchgeführt.

Der Apotheker verwendete für die Messung des Blut-Glucose-Spiegels einen Biomarker.

Ein Tropfen Blut auf einem Biomarker genügte. Das Verfahren ist schnell und einfach und lieferte dem Paar zugleich die Gewissheit, dass sein Baby gesund sein wird.
Alina Schadwinkel, Was ist ein Baby?, Zeit.de, 01.03.2012

 

Inklusion

In der Pädagogik und der Soziologie steht Inklusion für die gelungene Verknüpfung heterogener Gesellschaftsgruppen miteinander, beispielsweise das gemeinsame Unterrichten von behinderten und nicht behinderten Kindern in Bildungsstätten.

Durch das Miteinbeziehen von Personen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen und die Anpassung der Umwelt an diese Gegebenheiten wird Chancengleichheit und das Recht auf selbstbestimmte Teilnahme am sozialen Leben gewährt.

Inklusion stammt aus dem Lateinischen (inclusio) und bedeutet „Einschluss“. Im Gegensatz dazu steht die „Exklusion“, also der „Ausschluss“.

Das Konzept der Kita ist ein gutes Beispiel für gelungene Inklusion.

Im Zuge der Inklusionsdebatte wurde in dem Einkaufszentrum ein zusätzlicher Fahrstuhl eingeplant.

„Dabei ist die Inklusion, die Integration Behinderter im Alltag wie im Arbeitsleben, von den Vereinten Nationen zum Menschenrecht erklärt worden: Für Rollstuhlfahrer werden Rampen und Fahrstühle gebaut, Schulen müssen bald behinderten Kindern genauso offenstehen wie nicht behinderten.“
Stefanie Schramm, Mitten ins Leben, Zeit.de, 16.11.2013.

 

korrumpieren

Das schwache Verbe korrumpieren bedeutet „(durch Bestechung) moralisch verderben“.

Eine korrumpierte Person wurde also mittels Vergünstigungen in den Dienst moralisch zweifelhafter Interessen gestellt. Mal steht dabei das Bestechen im Vordergrund, mal das Verderben. Im übertragenen Sinne können auch Dinge korrumpiert, also verdorben und zweckentfremdet werden.

Der Begriff wurde aus dem lateinischen corrumpere (verderben, vernichten) entlehnt.

Sie sprach sich für Integrität auf allen Ebenen aus und ging mit dem Vorsatz ins Amt, sich unter keinen Umständen korrumpieren zu lassen.

Selbst die Justiz war damals durch und durch korrumpiert. Entscheidungsgrundlage bei Gerichtsverhandlungen war daher oftmals nur noch die Größe des Geldgeschenks.

Jesse Owens freundete sich bei Olympia 1936 zum Schrecken der Nazis mit dem Deutschen Luz Long an, und gewann eine Goldmedaille nach der anderen. Solche Sachen, erinnert sich da jemand dran? Die großen Sportverbände schon lange nicht mehr. Sie kommerzialisieren und korrumpieren den Sport bis zur Unkenntlichkeit. Er wird zum Event, zum Zirkus, zur Farce.
Christian Spiller (2012), Sportfreunde, empört Euch!, ZEIT ONLINE.

Courage

Das Substantiv Courage (die) bedeutet „Beherztheit“, „Mut“ oder „Unerschrockenheit“.

Spricht man von der Courage einer Person, schwingt in der Regel eine gewisse Bewunderung mit.

Der Begriff stammt vom französischen courage ab und wurde mitsamt Bedeutung direkt ins Deutsche übernommen. Die Aussprache unterscheidet sich jedoch: Das finale „e“ ist im Französischen stimmlos, wird aber im Deutschen mitgesprochen.

Überrascht von der eigenen Courage hielt sie kurz inne.

Er zeigte in seinem letzten Kampf viel Courage und stellte sich den Schlägen seines Kontrahenten unerschrocken entgegen.

Nachdem er sich gehörig Courage angetrunken hatte, wankte er ans andere Ende des überfüllten Raums und sprach sie an.

Man darf den Unternehmern nicht aberkennen, dass zum Gründen auch immer einiges an Courage gehört.

peripher

Das Adjektiv peripher bedeutet „am Rande befindlich“ oder „nicht nennenswert“.

Bildungssprachlich bezeichnet man etwas als peripher, was an der Peripherie, d.h. an den Randgebieten liegt. Weiterhin können die äußeren Zonen des Körpers oder in der EDV an die zentrale Rechnereinheit angeschlossene Geräte als peripher bezeichnet werden.

Der Begriff entstammt dem griechischen periphérein (umhertragen).

Dieser Sachverhalt tangiert mich nur peripher.

Neben den ökonomischen Strukturen bleiben politische Strukturen in den fraglichen Regionen amorph. Politische Parteien spielen eine periphere Rolle, die politische Partizipation der Bevölkerung bleibt gering.
– Prof. Dr. Ulrich Albrecht, Peace Building after Intervention – Friedensaufbau in post-Konflikt Gesellschaften, DIE ZEIT 03/2003.

revidieren

Das Verb revidieren hat zwei Bedeutungen:

1. Etwas auf Korrektheit, die Erfüllung einer Vorgabe oder ordnungsgemäßen Zustand hin prüfen.
2. Etwas nach einer Überprüfung oder neuen Erkenntnissen ändern.

Von revidieren respektive einer Revision im Sinne der ersten Bedeutung spricht man vor allem dann, wenn etwas vor einer abschließenden Entscheidung kontrolliert wird. Das kann beispielsweise die letzte Kontrolle eines Drucks sein, die Kontrolle der zu verzollenden Waren vor dem Grenzübergangs oder die Kontrolle einer eingegangenen Rechnung, bevor sie zur Zahlung weitergegeben wird. Aber auch die Überprüfung laufender Prozesse kann als Revision bezeichnet werden.

Von revidieren im Sinne der zweiten Bedeutung spricht man immer dann, wenn durch neue Erkenntnisse oder eine erneute Untersuchung eine Änderung einer Aussage oder Entscheidung nötig ist. So können zum Beispiel Gerichtsurteile oder Prognosen revidiert werden.

Der Begriff hat seinen Ursprung im Lateinischen revidere (prüfend einsehen, wieder hinsehen), das sich zusammensetzt aus re– (wieder) und videre (sehen).

Bitte denken Sie daran, die Zahlen noch einmal einer Revision zu unterziehen, bevor Sie sie an die Pressestelle weiterleiten.

Die Stücke müssen unbedingt sorgfältig revidiert werden. Andernfalls können sie nicht zum Verkauf freigegeben werden.

Es sieht so aus, als müssten die Deutschen ihr Bild von sich revidieren . Vielleicht sind wir gar nicht mehr so deutsch, wie wir glauben.
– Ulrich Greiner, Was ist aus der German Angst geworden?, DIE ZEIT, 14.05.2009 Nr. 21.

Die Prognose für die zweite Jahreshälfte muss deutlich nach unten revidiert werden

Matura

Das Substantiv Matura (die) bezeichnet die Hochschulreife bzw. die für die Erlangung der Hochschulreife abzulegende Prüfung. Es wird vorrangig in Österreich und der Schweiz gebraucht, während es in Deutschland mittlerweile vom gleichbedeutenden Pendant „Abitur“ abgelöst wurde.

Der Begriff hat seinen Ursprung im lateinischen  maturus (reif, tauglich, erwachsen). Vgl. auch das englische mature (als Verb: reifen, als Adjektiv: reif).

Nachdem er die Matura erfolgreich nachgeholt hatte, faulenzte und feierte er eine Woche lang.

Die Erlangung der Matura ist für viele Jugendliche ein bedeutender Meilenstein. Lange auf den Lorbeeren ausruhen darf man sich allerdings nicht, denn Universität respektive Fachhochschule warten mit ungleich anspruchsvolleren Prüfungen auf.

stagnieren

Das Verb stagnieren bedeutet „stocken“ im Sinne einer Entwicklung, die ins Stocken gerät. Stagnieren können alle Arten von Trends, wie etwa die Wirtschaftsentwicklung eines Landes oder die Gewinnentwicklung eines Unternehmens.

Ursprung des Begriffs ist das lateinische stagnare ([Wasser] zum Stehen bringen).

Die stagnierende Wirtschaft stellte sich zu Zeiten der Olympiade lediglich als Randthema in den Medien dar.

Die Verkäufe von Schallplatten hatten erst stagniert und waren schließlich nahezu komplett zum Erliegen gekommen, als das Zeitalter der CD anbrach.

Die Deutschen trinken ziemlich viel und verursachen dadurch einen volkswirtschaftlichen Schaden von 26 Milliarden Euro. Schätzungsweise. […] Von Mitte der 90er Jahre bis 2008 ging der Verbrauch zurück, seitdem stagniert die Trinkfreude „auf hohem Niveau“, wie es bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren heißt. Hohes Niveau, das sind rund zehn Liter reiner Alkohol.
Alfons Frese (2012), Betrunkene Mitarbeiter kosten Milliarden, Tagesspiegel (via Zeit Online).

borniert

Das Adjektiv borniert wird abwertend gebraucht und bedeutet „beschränkt, engstirnig“oder „auf seinen Vorstellungen beharrend“. Borniert ist, wer neuen Ideen oder Konzepten gegenüber verschlossen ist. Das Adjektiv wird vor allem für Geisteshaltungen und Einstellungen, etwa von Politikern oder allgemein Andersdenkenden, verwendet.

Das Wort stammt aus dem Französischen. Der Ursprung liegt im Verb borner, was so viel bedeutet wie „mit einem Grenzstein versehen“. Das Partizip borné bezeichnet die abgeschlossene Handlung dazu, also „begrenzt“.

Sei doch nicht so borniert! Wenn Du Dir die Vorschläge erst einmal anhörst, wirst Du feststellen, dass sie gar nicht so schlecht sind!

Der Stadtrat bezeichnete seine Kritiker als borniert, weil sie sich den neuen Bebauungsplänen strikt widersetzten.

Faible

Das Substantiv Faible bezeichnet eine Vorliebe für etwas und wird daher im Alltag meist in der Konstruktion „ein Faible haben“ genutzt.

Das Wort wurde im 17. Jahrhundert aus dem Französischen übernommen, wo faible „die schwache Seite“ bedeutet, im Sinne von „eine Schwäche haben für“.

Mein Sohn hat ein Faible für American Football und Eishockey.

Die beiden Freunde teilen das Faible für chinesische Trickfilme.

Er hatte immer schon ein Faible für schwarzhaarige Frauen.