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  • Spekulation

    Eine Spekulation ist im Wesentlichen eine Vermutung oder Mutmaßung. Diese kann bezĂŒglich gegenwĂ€rtig nicht ĂŒberprĂŒfbarer Gegebenheiten oder zukĂŒnftiger Ereignisse angestellt werden, es besteht also eine gewisse Unsicherheit ob des Wahrheitsgehalt bzw. der Eintrittswahrscheinlichkeit.

    Ebenfalls als Spekulation bezeichnet wird ein mit verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hohem Risiko behafteter Handel, etwa mit GrundstĂŒcken, Rohstoffen oder Wertpapieren

    Der Ursprung des Begriffs liegt im lateinischen speculari (auskundschaften, erforschen).

    Bisher sind Aussagen zu intelligentem außerirdischen Leben bloße Spekulation. Allen UFO-Sichtungen zum Trotz gibt es nach wie vor keine wirklichen Beweise.

    Das im Halbjahresbericht angegebene Umsatzziel ist nichts als Spekulation.

    Die Spekulation mit Rohstoffen steht in der Kritik. Sie wird fĂŒr steigende Lebensmittelpreise in vielen Teilen der Welt verantwortlich gemacht.

  • spezifisch

    Das Adjektiv spezifisch bedeutet „arteigen“. Es beschreibt Eigenschaften von Sachen, Personen oder Tieren als fĂŒr diese charakteristisch bzw. bezeichnend. Zu diesem Zweck kann es auch als Suffix -spezifisch verwendet werden: artspezifisch, geschlechtsspezifisch etc.

    Das Wort wird gelegentlich auch als Synonym fĂŒr „genau“ verwendet. So wird aus „sich genau ausdrĂŒcken“ gerne mal „sich spezifisch ausdrĂŒcken“, was jedoch prinzipiell nicht richtig ist.

    Der Ursprung des Begriffs liegt im lateinischen specificus (eigentĂŒmlich).

    Zu heiß, zu kalt, zu viel Schnee, zu wenig Schnee, zu viel Stress, zu viel Langeweile… Das ewige Gemecker ĂŒber alles und jeden wird hin und wieder als spezifisch deutsche Eigenart beschrieben.

    Er ist nicht mehr der JĂŒngste und kĂ€mpft mit allerlei altersspezifischen Problemen.

  • abstinent

    Das Adjektiv abstinent bedeutet „enthaltsam“. Es beschreibt eine Person, die auf etwas Bestimmtes verzichtet. Gemeint sind dabei inzwischen meist Genussmittel, allen voran alkoholische GetrĂ€nke.

    Die Herkunft des Begriffs liegt im lateinischen abstinere (fernhalten, auf etwas verzichten).

    Sie hat frĂŒher viel getrunken, zwei bis drei Flaschen Wein tĂ€glich waren damals eher die Regel als die Ausnahme. Aufgrund der Schwangerschaft ist sie nun aber wenigstens vorĂŒbergehend abstinent.

  • Isolation

    Isolation (die) meint stets die Absonderung, Getrennthaltung oder Abspaltung einer Person, einer Gruppe oder einer Sache von etwas anderem, speziell von ihrer Umgebung. Also etwa die Abgrenzung einer Persone oder einer ganzen – vlt. religiös oder ethnisch definierten – Gruppe vom sozialen Umfeld bzw. von der Gesellschaft, in der sie sich aufhĂ€lt.

    Weiterhin kann der Begriff rĂ€umlich verstanden werden und die Abgeschnittenheit eines Gebiets oder Landes beschreiben, etwa von natĂŒrlichen EinflĂŒssen, vom Handel, der Kommunikation mit anderen Gebieten etc.

    Schließlich kann das Abdichten oder SchĂŒtzen von Dingen mit Isoliermaterial gemeint sein, um etwa das Eindringen bzw. den Kontakt mit FlĂŒssigkeit oder Luft zu verhindern. Auch das entsprechende Isoliermaterial selbst kann als Isolation bezeichnet werden.

    Das Leben und Arbeiten in einer Großstadt kann leicht in die soziale Isolation fĂŒhren.

    Die Isolation von HĂ€ftlingen, die als besondere Disziplinierungsmaßnahme eine Zeit in Einzelhaft verbringen mĂŒssen, wird von vielen Menschenrechtsorganisationen als Folter bewertet.

    Gerade bei Àlteren Fenstern ist eine gute Isolation wichtig, da WÀrme verloren geht und Heizkosten dementsprechend steigen.
    ZEBRA insect screens, WĂ€rme rein, KĂ€lte raus, 2012.

  • Querulant

    Ein Querulant ist eine Person, die sich – ohne im Recht zu sein – unnötig beschwert oder einen Rechtsstreit ohne Aussicht auf Erfolg fĂŒhrt. Dabei geht der Querulant  so hartnĂ€ckig und unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig vor, dass er selbst zum Ärgernis wird.

    Der Ursprung des Begriffs findet sich im lateinischen queri (sich beklagen).

    Der unverbesserliche Querulant verdirbt den anderen Vereinsmitgliedern die Freude am Schrebergarten.

    Er spielt sich gerne als großer Rebell der modernen Politik auf, wird aber selbst von seinen glĂŒhendsten AnhĂ€ngern zunehmend als Querulant wahrgenommen.

  • Erotomanie

    Erotomanie ist die Bezeichnung fĂŒr die Persönlichkeitstörung einer Person, deren Denken von der wahnhaften, obsessiven Liebe zu jemandem vereinnahmt ist.

    Es handelt sich bei diesem Krankheitheitsmuster zumeist um eine Begleiterscheinung einer anderen psychischen Störung. Das kognitiv verzerrte Denkmuster des Erotomanen Ă€ußert sich dabei in einem obsessiven Verhalten gegenĂŒber dem Begehrten in Form ausgeprĂ€gter, unwiderstehlicher Liebe und ist fast immer einseitig.

    Die felsenfeste Überzeugung, die begehrte Person erwidere die Liebe, wird durch unablĂ€ssige Fehldeutung ihres Verhaltens am Leben gehalten. So wird selbst offene Ablehnung noch als Koketterie interpretiert und Abgrenzungsversuche als Versuch gedeutet, der sexuellen oder emotionalen Anziehung des Erotomanen zu entfliehen.

    Der von dem französischen GefĂ€ngnispsychiater und Fotografen GaĂ«tan Gatian de ClĂ©rambault eingefĂŒhrte medizinische Begriff setzt sich aus den beiden altgriechischen Wörtern Eros (Liebe, Begehren) und Manie (Raserei, Wut, Wahnsinn) zusammen.

    Neben KrĂ€nkung durch ZurĂŒckweisung, Rachsucht und Sadismus ist Erotomanie eines der sechs Hauptmotive, nach denen Stalker psychologisch klassifiziert werden.

    So sehen wir ihn denn, wie Vargas Llosa ihn uns vor Augen stellt: einen mageren Mann mit traurigen Augen hinter riesigen BrillenglĂ€sern und einem Hang zu Alkohol und Erotomanie, ein schroffer EinzelgĂ€nger, der aus der Zisterne, in die er sich als Kind zum Lesen hinabließ, nie mehr herausgestiegen ist.
    Gabriele Killert (2009), Wunderbares Halbdunkel, DIE ZEIT, 02.07.2009 Nr. 28.

  • Alter Ego

    Ein Alter Ego kann erstens eine Person sein, mit der sich jemand so eng verbunden fĂŒhlt bzw. so stark identifiziert, dass die Persönlichkeiten beider Personen aus subjektiver Perspektive miteinander zu verschmelzen scheinen und sich so gegenseitig ergĂ€nzen können.

    Zweitens kann ein Alter Ego eine kĂŒnstlich erschaffenes Pendant einer realen Person sein, eine Kunstfigur mit Bezug zu einer realen Person also. Dabei kann es sich etwa um eine literarische Figur, eine Comicfigur, eine Figur in einem Videospiel oder eine Filmfigur handeln.

    Der Begriff ist lateinischen Ursprungs und setzt sich zusammen aus den Worten alter (der andere) und ego (ich).

    Er ist mein bester Freund, mein Alter Ego. Seit frĂŒher Kindheit sind wir unzertrennlich.

    Bei vielen Videospielen muss zunĂ€chst ein Alter Ego kreiert werden, bevor man sich mit diesem ins Spielgeschehen stĂŒrzen kann.

  • Insolvenz

    Insolvenz (die) bedeutet „ZahlungsunfĂ€higkeit“, beschreibt also die wirtschaftliche Lage einer Privatperson oder eines Unternehmens, in der Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfĂŒllt werden können. Im Gegensatz zum Bankrott wird bei einer Insolvenz in der Regel nicht von einer Straftat ausgegangen, da die ZahlungsunfĂ€higkeit nicht absichtlich herbeigefĂŒhrt wird.

    Der Begriff ist ĂŒber das gleichbedeutende niederlĂ€ndische insolvent ins Deutsche gelangt und ursprĂŒnglich gebildet aus der lateinischen Vorsilbe in– (nicht, un-) und dem Verb solvere (lösen, eine Schuld begleichen).

    Als die Insolvenz bekannt wurde, stĂŒrzte der Aktienkurs des Unternehmens ins Bodenlose.

    Die Insolvenz muss nun im Interesse aller Beteiligten, d.h. der GlÀubiger, der AktionÀre und auch der Arbeitnehmer, geordnet und fair abgewickelt werden.

  • perforieren

    Das Verb perforieren bedeutet „durchlöchern“ bzw. „durchstoßen“. Es beschreibt den technischen Vorgang, einen Gegenstand mit Löchern – oft in regelmĂ€ĂŸigem Abstand – bzw. einer entsprechend betitelten Perforation zu versehen. Weiterhin kann im medizinischen Sprachgebrauch das Durchstoßen von Gewebe, insbesondere der Ă€ußeren HĂŒlle von Organen gemeint sein.

    Der Ursprung des Begriffs liegt im lateinischen perforare (durchbohren).

    Um die BlĂ€tter eines Schreibblocks leichter abreißbar zu machen, sind sie oft maschinell perforiert und so mit einer Abreißkante versehen.

    Die Kugel traf ihn auf Brusthöhe und perforierte seine Lunge.

  • Inkluse

    Als Inkluse (die) bezeichnet man zum einen ein in Bernstein eingeschlossenes Insekt, Tier oder Pflanzenteil und zum anderen eine Person, die sich aus religiösen GrĂŒnden einmauern oder wenigstens einsperren lĂ€sst.

    Bernstein ist nichts anderes als fossiles Baumharz, ausgehĂ€rtet vor einigen Hundert bis Millionen von Jahren. Eine Inkluse im erstgenannten Sinne entsteht nun, indem flĂŒssiges Harz einen Baum herablĂ€uft und sich etwas darin verfĂ€ngt bzw. etwas buchstĂ€blich ĂŒberrollt wird. Besonders hĂ€ufig sind dies Pflanzenteile und Insekten, allen voran die ZuckmĂŒcke. Es existieren aber auch EinschlĂŒsse von Spinnen und sogar Wirbeltieren. FĂŒr solche Inklusen werden von Sammlern – abhĂ€ngig von Seltenheit des eingeschlossenen Objekts und Klarheit des Bernsteins – teils mehrere Tausend Euro gezahlt.

    Inklusen (auch: Reklusen) im theologischen Sprachgebrauch sind dagegen MĂ€nner und Frauen, die fĂŒr lĂ€ngere Zeit, teils sogar auf Lebenszeit, ein Eremitendasein in Askese anstreben und sich aus diesem Grund in ein sogenanntes Inklusorium einschließen bzw. einmauern lassen. So konnten sie sich, ganz von allen Pflichten, Versuchungen und Sorgen des tĂ€glichen Lebens befreit, ganz auf Gebet und ihre Beziehung zu Gott konzentrieren.

    Der Ursprung des Begriffs findet sich im lateinischen inclusio (Einschließung).

    Vor etwa 50 Millionen Jahren verfing sich diese Bremse in einem Tropfen Baumharz. Das Harz floss weiter und umschloss das Insekt. Die so genannte Inkluse ist ein Hinweis darauf, dass es im baltischen Bernsteinwald vor Jahrmillionen große SĂ€uger gegeben haben muss, Urahnen von Rehen etwa.
    Sentker (2005), Archive der Urzeit, DIE ZEIT 18.08.2005 Nr.34.

    Als Bernsteinsammler lege ich auf hĂŒbsch zurechtgeschliffenen Bernsteinschmuck keinen Wert. Gut erhaltene Inklusen faszinieren mich viel mehr.

    Die Zellen der Inklusen hatten natĂŒrlich Fenster, durch die sie mit Nahrungsmitteln und frischer Luft versorgt wurden. Doch auch allerlei lĂ€stige Insekten fanden so den Weg in die karg eingerichteten Inklusorien, denn zu damaliger Zeit waren Fliegengitter noch nicht gebrĂ€uchlich.