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  • Empathie

    Das Substantiv Empathie bedeutet „Einf√ľhlungsverm√∂gen“. Es beschreibt somit die Bereitschaft und die F√§higkeit einer Person, sich in Lage, Einstellung und emotionale Befindlichkeit einer anderen Person einzuf√ľhlen.

    Ein nicht selten gebrauchter, allerdings besser zu vermeidender Ausdruck ist die „F√§higkeit zur Empathie“; ein gutes Beispiel f√ľr einen Pleonasmus.

    Seinen Weg ins Deutsche hat der Begriff √ľber das gleichbedeutende englische empathy gefunden, welches auf das sp√§tgriechische emp√°theia (Leidenschaft, mittlerweile aber auch Boshaftigkeit) zur√ľckgeht und erstmals bei der √úbersetzung der Werke deutscher Philosophen wie Siegmund Freud oder Theodor Lipps ins Englische verwendet wurde.

    Empathie ist einer der Grundpfeiler menschlichen Zusammenlebens.

    Ein Mensch ohne Empathie ist auf ein – oft komplexes – Ger√ľst aus Regeln angewiesen, um ein funktionierendes Mitglied der Gesellschaft sein zu k√∂nnen.

    Die konstruktive Lösung von Konflikten wird durch Empathie erst ermöglicht, wenigstens aber deutlich vereinfacht.

  • infam

    Das Adjektiv infam bedeutet „auf b√∂sartige, durchtriebene Weise sch√§dlich“. Es beschreibt Personen (oder auch Staaten, Unternehmen etc.), h√§ufiger aber deren Aussagen oder deren Verhalten gegen√ľber anderen.

    Ursprung des Begriffs ist das lateinische infamis (ber√ľchtigt, ehrlos, verrufen).

    Die infamen Vorw√ľrfe der Regenbogenpresse trieben ihn schlie√ülich in den Selbstmord.

    Das ist eine infame Anschuldigung ohne jegliche Grundlage.

    Als er sein infames Verbrechen in vollem Umfang gestand, erbleichte selbst der Richter.

  • pointiert

    Das Adjektiv pointiert bedeutet „zugespitzt“ oder „gezielt“. Es beschreibt damit bildhaft etwa besonders treffende und genaue Bemerkungen, Antworten, Argumente, Geschichten etc.

    Seinen Weg ins Deutsche fand der Begriff √ľber das franz√∂sische Pointe (urspr√ľnglich: Spitze, Stachel) welches auf das lateinische pungere (stechen) zur√ľckgeht.

    Er antwortete stets äußerst pointiert, um Missverständnisse zu vermeiden.

    Sie hat extensiv recherchiert und ihre Ergebnisse in einem sehr pointiert geschriebenen Buch veröffentlicht.

  • differenziert

    Das Adjektiv differenziert bedeutet „fein (bis ins √§u√üere) abgestuft“ und beschreibt Vorgehensweisen, Urteile, Aussagen, Gedankeng√§nge usw. als besonders detailreich und bis ins Einzelne untergliedert. Es ist damit das Antonym zu pauschal.

    Ursprung des Begriffs ist das lateinische differre (sich unterscheiden).

    Sie ging bei der Beurteilung der Leistung ihrer Angestellten sehr differenziert vor.

    In der Politik sind differenziertere Meinungsäußerungen als am Stammtisch gefragt.

  • konstitutiv

    Das Adjektiv konstitutiv bedeutet „grundlegend“, „tragend“ und beschreibt ein Merkmal, eine Bedingung oder eine Eigenschaft, die f√ľr den Erfolg, die Gesamterscheinung oder die Definition einer Sache oder einer Person ma√ügeblich ist, also nicht weggelassen werden kann.

    Der Begriff hat seinen Ursprung im lateinischen constituere (feststellen, beschließen).

    Die pers√∂nliche Ansprache des Publikums ist konstitutiver Bestandteil seiner B√ľhnenshow.

    Konstitutiv waren in dieser Phase vor allem der Weitblick und der Entscheidungswillen des neu gewählten Präsidenten.

    Die eigene Sprache ist zweifellos konstitutives Element jeder lokalen Kultur.

  • insistieren

    Das Verb insistieren bedeutet, auf etwas zu bestehen oder zu beharren, also ein Ziel oder Vorhaben mit Nachdruck zu verfolgen und insbesondere auch dann keine Abweichung zuzulassen, sollte eine andere Person Einwände oder Vorbehalte haben. Auch das Bestehen auf die Beantwortung einer gestellten Frage kann gemeint sein.

    Das Wort stammt aus dem lateinischen insistere (auf etwas treten, stellen; innehalten).

    Sie insistierte auch angesichts der aktuellen Entwicklung auf Einhaltung der Absprachen.

    „Ja, aber was genau hat er gesagt?, insistierte der Staatsanwalt.

  • exponieren

    Das Verb exponieren l√§sst sich am ehesten als „aussetzen“ √ľbersetzen. Es meint, jemanden oder etwas in eine deutlich sichtbare, oft potentiell gef√§hrliche und ungesch√ľtzte Lage oder Situation zu bringen.

    Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen exponere (herausstellen) ab.

    Er lebt gänzlich öffentlich und exponiert sich privat und beruflich gleichermaßen, ist so ständig der Kontrolle und der Kritik seines Publikums ausgesetzt.

    Sein zuf√§llig an die √Ėffentlichkeit gelangter internet Bericht hatte einen gro√üen Teil des Vorstandes exponiert.

    Sie hat keine Scheu sich zu exponieren, um die Politik machen zu k√∂nnen, f√ľr die sie gew√§hlt wurde.

  • Anagramm

    Ein Anagramm ist ein (in der Regel sinnvolles) Wort, das durch das Umstellen der einzelnen Buchstaben eines anderen Wortes entsteht. Dabei m√ľssen alle Buchstaben auch im neuen Wort verwendet werden. Erweitert kann auch ein Satz oder eine noch l√§ngere Textstelle anagrammiert werden.

    Historisch wurde die Technik unter anderem verwandt, um Schriften zu verschl√ľsseln. Etwa ver√∂ffentlichte der niederl√§ndische Forscher Christiaan Huygens bereits im 17. Jahrhundert eine Beschreibung der Saturnringe: Aaaaaaa Ccccc D Eeeee G H Iiiiiii Llll Mm Nnnnnnnnn Oooo Pp Q Rr S Ttttt Uuuuu. Oder richtig sortiert: Annulo cingitur, tenui plano, nusquam cohaerente, ad eclipticam inclinato.

    Der deutsche Begriff leitet sich aus dem gleichbedeutenden griechischen an√°gramma ab.

    Beispiele f√ľr Anagramme gibt es viele in der deutschen Sprache. Etwa Karte/Kreta/Kater/ oder Atlas/Salat. Auch in der Popkultur finden sich zahlreiche Referenzen, beispielsweise in J.K. Rowlings „Harry Potter“. In dem Buch ist der tats√§chliche Name des zentralen Antagonisten Tom Marvolo Riddle, ein Anagramm zu „I am Lord Voldemort“.

  • obligatorisch

    Das Adjektiv obligatorisch bedeutet „verbindlich“, „verpflichtend“ oder „vorgeschrieben“, beschreibt also eine Anforderung oder eine Handlung als unbedingt zu erf√ľllen respektive zu vollf√ľhren, sei es von Gesetzes oder Tradition wegen. Damit ist es das Antonym zum Begriff fakultativ.

    Seine Herkunft findet der Begriff im gleichbedeutenden lateinischen obligatorius.

    Um in Deutschland den Polizeidienst antreten zu können muss man zunächst die obligatorischen Gesundheits- und Fitnesstests bestehen.

    Auch auf dieser Jahresversammlung war die obligatorische Rede des Vorstandsvorsitzenden Anlass f√ľr zahlreiche g√§hnende M√ľnder.

  • subsidi√§r

    Das Adjektiv subsidi√§r bedeutet ¬†„unterst√ľtzend“ oder „behelfsm√§√üig“, beschreibt also sowohl Ma√ünahmen die dauerhaft Hilfe leisten und somit zum Gesamterfolg beitragen als auch Ma√ünahmen, die als (vor√ľbergehender) Behelf dienen, also Mangels besserer Alternative zum Einsatz kommen.

    Die Herkunft des Begriffs liegt im gleichbedeutenden französischen subsidiaire, dessen Ursprung sich im lateinischen subsidium (Hilfsmittel, Beistand) findet.

    Die Garage fungierte subsidi√§r als Produktionsstudio f√ľr ihr erstes Album.

    Die Förderung mit Steuergeldern ist nur ein subsidiäres Mittel, etwa um das Überleben eigentlich gesunder Unternehmen in Krisenzeiten zu sichern.