• Stakeholder

    Der englische Begriff Stakeholder bedeutet übersetzt soviel wie „Interessenvertreter“, „Anspruchsberechtigter“ oder „Projektbeteiligter“ und wird in wirtschaftlichen Zusammenhängen genutzt.

    Stakeholder sind Personen, Gruppen und Institutionen, die gemeinsame wirtschaftliche Ziele verfolgen oder in irgendeiner Form von der Tätigkeit eines Unternehmens berührt werden. Man unterscheidet dabei zwischen externen und internen Stakeholdern.

    Zu den internen Stakeholdern zählen zum Beispiel die Eigentümer (auch Anteilseigner) und Mitarbeiter.

    Als externe Stakeholder werden die indirekt beteiligten Teilnehmer wie Kunden, Lieferanten und Gläubiger bezeichnet.

    Da es keine konkrete Abgrenzung gibt, wer als Stakeholder miteinbezogen wird, können im weiteren Sinne auch der Staat, die Umwelt und die Gesellschaft als externer Stakeholder gelten, wenn diese direkte oder indirekte Auswirkungen durch das Unternehmen erfahren.

    Bei der Durchführung eines Projektes sollte man möglichst viele Stakeholder berücksichtigen, um nicht im Nachhinein auf unüberwindbare Konflikte zu stoßen.

    Nicht nur auf den Gewinn komme es an, sondern auch auf die Leute und die Umwelt. Vom „Stakeholder Balance Management“ – dem Ausloten der Interessen aller Teilhaber am Unternehmen. – Thomas Fischermann, Strategische Nächstenliebe, 31.05.01, zeit online

  • Kokolores

    Das umgangssprachliche Substantiv Kokolores bedeutet so viel wie „Blödsinn“, „Unfug“, „Nonsens“, aber auch „Geschwätz“ oder “Getue“.

    Die Herkunft des Wortes ist bis heute nicht geklärt. Es wird diskutiert, ob der Ausdruck womöglich von dem mittelniederdeutschen Wort Gokeler („Gaukler“) abgeleitet wurde. Diese Herkunft stützt man auf die Ähnlichkeit des Wortlauts. Alternativ wird Kokolores auf den Ruf des Hahns bezogen, welchem Stolz und Prahlerei nachgesagt wird.

    Nachdem er den ganzen Abend nur Kokolores geredet hatte, schwor sie, sich nie wieder auf ein Blinddate einzulassen.

    Die Molekularküche ist für den traditionellen Koch kompletter Kokolores.

    „Trainer sagt, Ball musse ins Tor – alles andere is‘ Kokolores.“ Ergo: Hauptsache, der Ball zappelt im Netz. Wie er dorthin gelangt, ist nachrangig.
    Jens Hungermann, Die Phantomdebatte, Welt am Sonntag, 20.10.2013

  • Repertoire

    Das Substantiv Repertoire (das) bezeichnet im eigentlichen Sinne die Gesamtheit aller Werke bzw. Darbietungen, die ein Künstler einstudiert hat. Außerdem kann der Spielplan eines Theaters als Repertoire bezeichnet werden.

    Darüber hinaus wird der Begriff inzwischen auch allgemein verwendet, um die Kenntnisse, Fähigkeiten und Möglichkeiten einer Person in einem bestimmten Bereich zu beschreiben.

    In den deutschen Sprachgebrauch gelangte das Wort Repertoire über das Französische répertoire (Verzeichnis, Register), welches auf das lateinische Wort repertorium (Verzeichnis) zurückgeht.

    Bis zum 12. Juli sind die wichtigsten Ballette des laufenden Repertoires auf der Bühne der Staatsoper zu erleben. Höhepunkt ist wie jedes Jahr die fünfstündige Nijinsky-Gala. – Neufassung von „Peer Gynt“ eröffnet Hamburger Ballet-Tage, 28.06.15, zeit online

    Durch die regelmäßige Nutzung von neueswort.de kann man sein Repertoire an Fremdwörtern qualitativ und quantitativ erweitern.

  • revanchieren

    Das reflexive Verb sich revanchieren bedeutet „sich für etwas rächen“ oder auch „erkenntlich zeigen“.

    Darüber hinaus beschreibt das Verb im sportlichen Kontext den Versuch, eine gegen den gleichen Kontrahenten zuvor erfahrene Niederlage auszugleichen.

    Der Begriff wurde aus dem Französischen se revancher (sich rächen) entlehnt, das von dem lateinischen Verb vindicare (befreien, bestrafen, rächen) abstammt.

    Wenn du nicht bald aufhörst, deinen kleinen Bruder zu ärgern, wird er sich sehr wahrscheinlich revanchieren.

    Die Chefin wird sich hoffentlich bald mit einer großzügigen Gehaltserhöhung für meine herausragende Arbeit revanchieren.

    Deutschland hat im Testspiel gegen Angstgegner Italien erneut die Chance sich ein wenig für die Halbfinalniederlage bei der EM 2012 zu revanchieren.

  • renommiert

    Das Adjektiv renommiert bedeutet „angesehen“, „einen guten Ruf habend“.

    Häufige Verwendung findet der Begriff in Verbindung mit Menschen oder Unternehmen, die durch außergewöhnliche Fähigkeiten in ihrem Metier auf sich aufmerksam gemacht haben.

    Entlehnt wurde der Begriff im 17. Jahrhundert aus dem Französischem. Das französische Partizip Adjektiv renommé (angesehen, berühmt) geht auf das lateinische nominare (benennen, ernennen) zurück.

    Mit Filmen wie Psycho, Vertigo und Die Vögel stieg Alfred Hitchcock in die Riege der renommiertesten Regisseure auf und gilt seither als Vater des Psychothrillers.

    Renommierte Wissenschaftler weisen immer deutlicher auf die Irrwege der Impfgegner hin.

    Mindestens sechs Bieter stritten sich in der Londoner Auktion um das Bild, das zunächst auf höchstens 750 000 Euro geschätzt worden war. Der Chef des renommierten Münchner Kunstauktionshauses Ketterer, Robert Ketterer, ist überzeugt: „Es war die Geschichte des Bildes, die das Bild so teuer gemacht hat.“ – Erstes Bild aus Gurlitt-Sammlung versteigert, sz.de, 25.06.2015

  • Mischpoke

    Das Substantiv Mischpoke (die) bedeutet „Familie“, „Verwandtschaft“ oder beschreibt eine „familienähnliche Gemeinschaft“ sowie „üble Gesellschaft“. Weitere, korrekte Schreibweisen des Wortes lauten Mischpoche und Muschpoke.

    Meist wird der Begriff in der Umgangssprache abwertend genutzt, was aber nicht für den wertfreien, hebräischen Ursprung mišpāḥā(h) (Familie, Verwandtschaft) gilt. Aus dem Westjiddischen gelang das Wort über das Rotwelsche in die deutsche Sprache.

    Hoffentlich kommt er alleine. Wenn er seine ganze Mischpoke mitbringt, verdirbt das den ganzen Abend.

    Netanjahu beschwor die israelisch-amerikanische Freundschaft und sagte, seine Rede sei keinesfalls gegen Präsident Barack Obama gerichtet. „Israel und Amerika sind mehr als Freunde, sie sind eine Familie, beinahe Mischpoke.“ – Rede vor US-Kongress nicht gegen Obama gerichtet, welt.de, 02.03.2015

     

  • kumulieren

    Der Begriff kumulieren bedeutet im Allgemeinen „anhäufen“, „ansammeln“ oder „summieren“.

    Im politischen Sprachgebrauch bezeichnet kumulieren aber auch die Verteilung mehrerer Stimmen auf einen Kandidaten in einem Mehrstimmenwahlsystem (Gegenstück des Kumulierens ist das Panaschieren).

    Der Ursprung des Wortes liegt im lateinischen cumulare  (anhäufen, auftürmen, überhäufen).

    Durch seinen ausschweifenden Lebensstil kumulierte er in den letzten Jahren eine ungeheure Menge an Schulden, die er ohne Unterstützung nicht bewältigen kann.

    Im Gegensatz zum Wahlsystem mit starren Listen besitzt der einzelne Wähler so viele Stimmen, wie Kandidaten zu wählen sind. Er darf nicht nur einzelne Kandidaten aus den Vorschlagslisten herausstreichen, sondern andere mit bis zu drei Stimmen besonders hervorheben, er kumuliert. Der Wähler panaschiert, wenn er seine Stimmen auf Kandidaten in verschiedenen Listen verteilt.
    – Rudolf Arend, Bürger und kommunale Selbstverwaltung in Nordrhein-Westfalen seit 1945, Seite 183, Internationaler Verlag der Wissenschaften 2010

  • Hedonismus

    Hedonismus ist allgemein das Streben nach Genuss oder Sinneslust. Alltagssprachlich ist der Gebrauch oft eher abwertend und meint eine egoistische, nach kurzfristigem Genuss strebende Lebensführung.

    Der Hedonismus als philosophische Strömung geht darüber hinaus. Zusammengefasst geht es dabei um das Streben nach einem angenehmen Glückszustand. Die antiken Philosophen beschreiben diesen Glückszustand als Ataraxie, die vollkommene Seelenruhe.

    Bei Aristippos, einem Zeitgenossen von Sokrates, stehen dabei momentaner Lustgewinn und Schmerzvermeidung im Zentrum, jeweils als Übergangszustand zur Seelenruhe. Er unterscheidet nicht zwischen verschiedenen Lüsten.

    Epikur geht es später eher um langfristige Lebensplanung und Aufrechterhalten der Seelenruhe als höchstem Glückszustand. Er unterscheidet dazu auch zwischen vernünftigen und unvernünftigen Genüssen. Letztere bringen einen kurzfristigen Lustgewinn, wirken sich aber langfristig negativ auf die Seelenruhe aus. Dazu gehören etwa der ungezügelte Konsum von Drogen, Lustgewinn auf Kosten anderer oder übermäßiges Essen.

    Hedonismus stammt von dem griechischen Wort hēdonē ab, welches für Vergnügen, Lust und Freude steht.

    Für den Sonnenkönig Ludwig von Bayern war Hedonismus ein Lebensprinzip.

    Begründer des Hedonismus ist der griechische Philosoph Aristippos von Kyrene.

  • Sakrileg

    Der Begriff Sakrileg (das) bezeichnet ursprünglich die Entweihung von Heiligtümern und geweihten Personen durch Angriffe, Schändung, Raub oder Missbrauch.

    Mittlerweile kann der Begriff auch losgelöst vom religiösen Kontext verwendet werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist ein Sakrileg heute ein Vergehen oder ein Frevel gegen Personen. Auch das Missbrauchen, Verunstalten oder Beleidigen von Systemen, Gegenständen oder Stätten kann als Sakrileg bezeichnet werden.

    Sakrileg ist weiterhin der Titel eines Romans von Dan Brown. Protagonist ist wie schon im Vorgänger „Illuminati“ der Professor Robert Langdon.

    Seinen Ursprung findet der Begriff im lateinischen sacrilegium (Tempelraub), das sich zusammensetzt aus sacra (Heiliges) und legere (auflesen, stehlen).

    Beispiele

    Einen hochkarätigen Manager aus der Finanzbranche, also einen Nicht-Mediziner, als oberstes Entscheidungs- und Leitungsorgan des Krankenhauses einzusetzen, empfanden viele Mitarbeiter als Sakrileg.

    So mancher Tourist in Italien schlürft zum Abendessen gerne seinen Cappuccino. Für die Italiener das reinste Sakrileg.

    Für die meisten Konzernchefs in Deutschland kommt es schon einem Sakrileg gleich, wenn ihre Mitarbeiter hin und wieder zu Hause arbeiten. Und sie spendieren ihren Angestellten auch mal einen Kreativ-Workshop am Wochenende – am Montag ist der Spaß dann wieder vorbei. Dann riskieren die, die ernst nehmen, was für die Hierarchieträger nur Spaß ist, Kopf und Kragen. Wer kreativ, sozial verantwortlich und Risiken nicht scheuend handelt, begeht karrieretechnisch Selbstmord. Lahme fordern auf zum 100-Meter-Sprint, Blinde empfehlen sich als Fahrlehrer.
    Wolf Lotter (2007), Die Gestörten, brand eins 05/2007. 

  • in puncto

    Der Begriff in puncto bedeutet „hinsichtlich“, „in Bezug auf“. Er hat seinen Ursprung im lateinischen punctum (Punkt).

    Ein altes Sprichwort lautet in puncto puncti sexti, also „hinsichtlich des sechsten Gebots“  bzw.  „die Keuschheit betreffend“.

    Beispiele

    Er war ziemlich nachlässig in puncto Ordnung und Sauberkeit, was für eklatanten Dissens in der Wohngemeinschaft sorgte.

    In puncto Sprachgewandtheit machte ihr niemand etwas vor.

    Deutsche Automobilhersteller haben in puncto Qualität auf dem Weltmarkt einen exzellenten Ruf, was sich auch bei den Exportzahlen bemerkbar macht.

    In puncto Glamour und Drama können Indexfonds natürlich nicht mithalten mit den Hedgefonds.
    – Heike Buchter, Arme Zocker!, Zeit Online, 18.06.2015

Seite 20 von 66«10171819202122233040»