• kohärent

    Das Adjektiv kohärent bedeutet „zusammenhängend“, oft im Sinne von „logisch, schlüssig“.

    Ursprung des Begriffs ist das lateinische cohaerere (zusammenhängen).

    Klar ist, dass es einen umfassenden Wandel hin zu neuen Energien geben muss. Doch im Hauruckverfahren alte Kraftwerke abzuschalten macht noch keine kohärente Energiepolitik.

    Wir brauchen einen kohärenten Plan für das Projekt. Der erste Schritt ist zwar sehr wichtig, doch auch die darauf folgenden müssen wohl überlegt sein.

    Im Tai Ji aber ist der ganze Körper das Gehirn. Wenn sich Herz und Geist im Zentrum des Körpers befinden, wird sich der Körper anmutig, kohärent und effektiv bewegen. Erfolg entsteht, wenn alles verbunden ist, wenn jeder Teil dieselben Werte verfolgt.
    Ralf Grauel (2003), Der Tanzlehrer, brand eins 09/2003.

  • Kommission

    Das Substantiv Kommission (die) ist die Bezeichnung für einen „Ausschuss“ oder ein „Gremium“. Meist wird der Begriff verwendet, um eine Gruppe von Fachleuten zu beschreiben, die ausgewählt wurden, um ein Problem zu besprechen und zu bearbeiten.

    Eine andere Bedeutung hat der Begriff in der Kaufmannssprache. Bei einem Verkauf auf Kommission bzw. einem Kommissionsgeschäft wird ein Zwischenhändler mit der Abwicklung des Geschäfts beauftragt, während der eigentliche Verkäufer im Hintergrund bleibt. Der eigentliche Verkäufer erhält den Verkaufspreis abzüglich einer Gebühr erst dann, wenn der Verkauf abgeschlossen ist.

    Das Wort stammt aus dem mittellateinischen commissio „Auftrag“, „Vorladung“ und dem lateinischen commissio „Vereinigung“ oder „Verbindung“.

    Um die aktuelle Tierschutzsituation in Deutschland zu besprechen, wurde eine Kommission gebildet, der bereits erste Erkenntnisse vorliegen.

    Die Buchhandlung hat meine alten Bücher in Kommission genommen. Die Bücher werden in meinem Auftrag verkauft, die Verkaufserlöse werden mir am Ende des Jahres überwiesen.  Natürlich behält die Bücherei eine Gebühr für ihren Aufwand ein. Nicht verkaufte Bücher muss ich anschließend zurücknehmen.

  • approximativ

    Das Adjektiv approximativ bedeutet „ungefähr“. Es beschreibt also Aussagen zu Werten, Preisen, Beträgen etc. als angenähert und somit nicht ganz exakt.

    Die Herkunft des Begriffs findet sich im lateinischen approximare (sich nähern).

    Wirtschaftliche Vorhersagen haben stets approximativen Charakter. Es spielen einfach zu viele Faktoren eine Rolle, die in den Modellen nicht berücksichtigt werden können.

    Er hatte die Aufgabe nur approximativ gelöst und bekam dafür Punktabzüge.

  • Delinquent

    Ein Delinquent ist ein Straftäter oder  auch ein Übeltäter im weiteren Sinne. Es muss also nicht zwingend eine strafrechtlich verfolgbare Tat vorliegen. So werden etwa neben strafunmündigen Kindern und Jugendlichen auch Personen als Delinquenten bezeichnet, die lediglich Ordnungswidrigkeiten begangen haben.

    Ursprung des Begriffs ist das lateinische delinquere (eine Verfehlung begehen).

    Der Delinquent hüllt sich zu den Vorwürfen bisher in Schweigen.

    Die Obrigkeit zu betrügen ist keine Sünde, sondern eher eine Tugend, die von „vivenza criolla“, von Bauernschläue und Pfiffigkeit zeugt. „Sie haben mich wegen Diebstahls geschnappt -aber nicht wegen Blödheit“, brüstet sich der Delinquent.
    – Carl D. Goerdeler (2002), Argentinien – oder die Kultur der Vergeudung, brand eins 01/2002.

  • Eloquenz

    Das Substantiv Eloquenz (die) bedeutet „Redegewandtheit” oder auch „Sprachfertigkeit”.

    Als Eloquenz bezeichnet man die Fähigkeit, sich einer bestimmten Sprache zu bedienen, also sie zu verstehen und interpretieren zu können. Eloquenz geht über die Grundlagen der Kommunikation in einer Sprache hinaus und beinhaltet den sicheren Umgang auch mit komplexen Stilmitteln und der Grammatik dieser Sprache.

    Die Herkunft des Begriffs ist das lateinische Wort eloquentia „Beredsamkeit” und das ebenfalls lateinische eloqui „ausdrücken”, „aussprechen”.

    Seine in der Schule erworbene Eloquenz ist wirklich beeindruckend für ein Kind seines Alters.

    Um als Journalistin oder Journalist tätig zu sein, sollte man ein gewisses Maß an Eloquenz besitzen.

  • Diaspora

    Eine Diaspora ist eine ethnische oder konfessionelle Gruppe, deren Mitglieder über weite Teile der Welt verstreut sind und somit in zahlreichen fremden Kulturräumen eine religiöse oder ethnische Minderheit darstellen. Weiterhin kann das begrenzte Gebiet in einem Land, in dem sich die Mitglieder einer solchen Minderheit aufhalten, als Diaspora bezeichnet werden.

    Beispiele für dieses Phänomen gibt es zahlreiche. So bilden etwa außerhalb Israels lebende Juden die jüdische Diaspora oder die über die ganze Welt verteilten Menschen chinesischer Abstammung die chinesische Diaspora.

    Der Begriff wurde direkt aus dem griechischen diaspora (Verstreutheit) übernommen und kommt bereits etwa 200 v. Chr. in der Septuaginta vor, der ältesten vollständigen Übersetzung der Tora in die altgriechische Gemeinsprache. Zunächst bezeichnete er jüdische Siedlungen im Exil und wird seit dem 19. Jahrhundert im Deutschen auch in der oben beschriebenen, weiter gefassten Bedeutung gebraucht.

  • kafkaesk

    Das Adjektiv kafkaesk beschreibt ein unergründliches Gefühl der Bedrohung, der Unsicherheit oder des Ausgeliefertseins, etwa angesichts einer im Dunkeln liegenden Macht.

    Der Begriff ist kein Fremdwort im eigentlichen Sinne. Er hat seinen Ursprung nicht in einer fremden Sprache, sondern im Namen des Schriftstellers Franz Kafka.

    So sehen sich beispielsweise in Kafkas unvollendeten Werken „Das Schloss“ und „Der Prozess“ die Protagonisten einer undurchschaubaren und unerreichbaren Bürokratie ausgeliefert.

    Zunächst wurde der Begriff nur im literarischen Umfeld verwendet, wo Werke, die eine ähnliche Grundstimmung und einen ähnlichen Stil wie die Werke Kafkas aufwiesen, als kafkaesk bezeichnet wurden. Im heutigen Sprachgebrauch können auch reale Situationen, Sachverhalte und Strukturen als kafkaesk beschrieben werden.

    Sie wusste nicht, wer der richtige Ansprechpartner für ihr Anliegen war oder ob es überhaupt einen gab. Sie wurde nur von Amt zu Amt, von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter geschickt, ohne einen Hoffnungsschimmer ihrer misslichen Lage doch noch Herr werden zu können. In dieser geradezu kafkaesken Situation verlor sie beinahe den Verstand.

    Er machte die kafkaeske Erfahrung, ohne Grundlage und ohne sich an jemanden wenden zu können, an den Pranger gestellt zu werden.

    Wirklich beunruhigend jedoch wurde es, als ich innerhalb der Behörde ein drittes Mal überprüft wurde. Mich beschlich trotz meines guten Gewissens und der eindeutigen Aktenlage dabei das kafkaeske Gefühl, Gegenstand einer anonymen Untersuchung zu sein, deren Anlass ich ebenso wenig erfuhr wie ihr Ergebnis.
    – Joachim Walther (2006), Stasi:Immer im Dienst, Die Zeit, 07.12.2006 Nr. 50.

  • mens sana in corpore sano

    Das lateinische Zitat „mens sana in corpore sano“ stammt aus einer Satire des römischen Dichters Juvenal und bedeutet „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“. In dieser verkürzten Form wurde es vielfach verwendet, um körperliche Ertüchtigung zu propagieren und als alte Weisheit zu präsentieren, dass ein starker Körper einen wachen Verstand mit sich bringt. So findet sich der Ausspruch etwa in Hitlers „Mein Kampf“, in den Broschüren zahlreicher Sportvereine und Fitnessstudios sowie in diversen Selbsthilfebüchern.

    Vollständig lautet das in Juvenals Satura X (Die zehnte Satire) vorkommende Zitat:

    ut tamen et poscas aliquid uoueasque sacellis
    exta et candiduli diuina tomacula porci,
    orandum est ut sit mens sana in corpore sano.

    Juvenal ermuntert also keinesfalls zu Sport und gesunder Ernährung. Die Satire zielt vielmehr auf die zahlreichen törichten Bitten ab, die die Menschen an die Götter richten, ohne dabei die Konsequenzen überschauen zu können. Juvenal meint, wem welches Schicksal im Leben zukomme, solle man den Göttern selbst überlassen und wenn überhaupt um etwas, dann für einen gesunden Geist und einen gesunden Körper beten.

  • persistent

    Das Adjektiv persistent bedeutet „andauernd“, „beharrlich“ oder auch „unverwüstlich“, „widerstandsfähig“.

    Man kann mit dem Begriff menschliche Charaktereigenschaften oder auch den Zustand von Sachen beschreiben. So wird er häufig in der Informatik verwendet, um eine Art der Datenspeicherung zu beschreiben, die zum Beispiel den Abbruch eines Programms oder einen Stromausfall überdauern.

    Der Begriff entstammt dem lateinischen persistens „verharrend“, Partizip zu persistere, was wörtlich „durch, über (eine Zeit) hinweg bleiben“ bedeutet.

    Ihrem persistenten Optimismus kann kein noch so großer Fehlschlag etwas anhaben.

    Unsere persistenten Materialien sind widerstandsfähig gegen chemische und biologische Einflüsse.

    Die persistenten Daten auf seiner Festplatte sind die einzigen, die nach dem Stromausfall noch zur Verfügung stehen.

  • authentisch

    Das Adjektiv authentisch bedeutet „echt” oder auch „glaubhaft”. Es wird häufig verwendet, um etwas zu beschreiben, was hinsichtlich der Echtheit gesichert und daher zuverlässig ist. Authentisch können sowohl Gegenstände als auch Menschen sein.

    Der Begriff ist das Adjektiv zu Authentizität und entstammt dem spätlateinischen authenticus „verbürgt”, „zuverlässig” oder dem griechischen authentikós „echt”.

    Wertvolle und wichtige Dokumente und Kunstgegenstände werden häufig überprüft, ob sie authentisch sind.

    Ich bin ein Fan dieses Musikers, weil er in seinen Interviews immer authentisch wirkt.

    Dieser historische Film ist authentisch, er gibt die damaligen Ereignisse sehr gut wieder.

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