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  • unisono

    Das Adverb unisono ist ein Begriff aus dem Bereich der Musik und bedeutet „im Einklang“ oder „im Einklang zu spielen oder zu singen“.

    Unisono kann aber auch unabhĂ€ngig von der Musik benutzt werden, um auszudrĂŒcken, dass GegenstĂ€nde, Personen oder Situationen ĂŒbereinstimmend oder im Einklang sind.

    Synonyme fĂŒr unisono sind beispielsweise „einstimmig“, „einvernehmlich“, „ĂŒbereinstimmend“ oder „zusammen“.

    Das Adverb ist aus dem Italienischen entlehnt und auf das spĂ€tlateinische unisonus (eintönig, einförmig), zu lateinisch unus (einer, ein Einziger) und sonus (Ton, Klang), zurĂŒckzufĂŒhren.

    Das Geigen-Duo ĂŒberzeugte unisono in dem Konzert.

    Obwohl die Interessen der beiden Parteien unterschiedlicher nicht sein könnten, haben sie in ihren Pressemitteilungen unisono gemeinsamen Ziele angekĂŒndigt.

    Der Chef duzt sich mit vielen Mitarbeitern, die unisono sagen, er lasse einem, wenn er Vertrauen gefasst habe, große FreirĂ€ume. Beim tĂ€glichen FrĂŒhstĂŒck fĂŒr alle 150 BeschĂ€ftigten, das die Firma bezahlt, mischt sich der große, hagere Mann zwanglos unter die Mitarbeiter, wĂ€hrend seine Hunde durch die Reihen streifen.
    Stefan Scheytt, Nimbus: Mickey Maus hat’s raus, Brandeins, 10/2012

  • retrospektiv

    Das Adjektiv retrospektiv bedeutet „rĂŒckblickend“ und beschreibt damit ein Bezugnahme auf vergangene Zeiten.

    Der Begriff leitet sich ab aus einer Verbindung der lateinischen AusdrĂŒcke retro (rĂŒckwĂ€rts, zurĂŒck) und spectare (schauen, betrachten).

    Bei der retrospektiven Beurteilung des Vorgehens wurden einige UnregelmĂ€ĂŸigkeiten festgestellt.

    Ich habe retrospektiv erkannt, was ich an ihr hatte. Nun bereue ich die Trennung.

  • ParvenĂŒ

    Der ParvenĂŒ ist ein „Aufsteiger“, „Emporkömmling“ oder „Neureicher“.

    Als einen ParvenĂŒÂ bezeichnet man jemanden, der aus einfachen VerhĂ€ltnissen heraus zu Reichtum gelangt ist. Als der Begriff im 18. und 19. Jahrhundert aufkam, fehlten einem solchen Emporkömmling in der Regel die Kultiviertheit und der Bildungsstand einer Person, die in eine wohlhabenden Familie geboren wurde. „ParvenĂŒ“ hatte also eine leicht abwertende Konnotation, die sich bis heute gehalten hat.

    Der deutsche Begriff stammt vom gleichbedeutenden französischen Begriff parvenu ab, substantiviert aus parvenir (emporkommen).

    Es ist einer dieser Clubs, wo die ParvenĂŒs der Neuzeit sich selbst feiern. Nicht selten sieht man gerade diejenigen, die sich in den frĂŒhen Abendstunden noch Champagnerflaschen an den Tisch bestellten, spĂ€ter mit freiem Oberkörper auf Podesten tanzen.

    Anka Muhlstein verweist hier zu Recht auf das strukturelle Problem von Napoleons Herrschaft. Als ParvenĂŒ unter Europas Monarchen war er zum Erfolg verdammt. Ein Stehenbleiben, gar ein RĂŒckzug wĂ€re einer Niederlage gleichgekommen und hĂ€tte dem Nimbus seiner Unfehlbarkeit einen schweren Schlag versetzt.
    – Volker Ullrich (2008), Moskau war sein Schicksal, Die Zeit, 24.01.2008 Nr. 05.

  • subaltern

    Das Adjektiv subaltern wird kategorisierend oder abwertend genutzt. Das Bedeutungsspektrum umfasst:

    • Nur einen untergeordneten Rang einnehmend (vor allem bei Beamten).
    • Mit beschrĂ€nkten Entscheidungsbefugnissen ausgestattet.
    • Geistig unselbststĂ€ndig bzw. auf einem niedrigen geistigen Niveau stehend.
    • UnterwĂŒrfig, devot.

    Der Begriff hat seinen Ursprung im spÀtlateinischen subalternus (untergeordnet), zusammengesetzt aus sub (unten, unter) und alternus (abwechselnd, gegenseitig).

    Bevor man Menschen mit Entscheidungsgewalt antrifft, muss man sich mit Beamten in subalternen Positionen auseinandersetzen.

    Er ist in subalternen VerhĂ€ltnissen aufgewachsen und drĂŒckt sich sprachlich viel direkter aus als seine Klassenkameraden aus der Oberschicht.

    Und unendlich erleichtert. Zum ersten Mal seit vielen Jahren wich der subalterne Krampf aus seinem RĂŒcken, der den Nacken verspannte und die Schultern immer devoter gewölbt hatte, und er stand ohne Anstrengung aufrecht, gelöst und frei und freute sich.
    – Patrick SĂŒskind, Das Parfum, ZĂŒrich: Diogenes 1985, S. 86

  • Sarkasmus

    Das Substantiv Sarkasmus wird als Synonym fĂŒr HĂ€me oder Hohn verwendet. Manchmal wird Sarkasmus auch als Synonym fĂŒr Ironie, Spott oder Zynismus verwendet, auch wenn diese Begriffe eigentlich eine andere Bedeutung haben.

    Sarkasmus wird hÀufig dann angewendet, wenn es darum geht, jemanden oder etwas lÀcherlich zu machen oder zu verletzen. Dies kann zum Beispiel in politischen Reden geschehen. Bereits in der Antike wurde Sarkasmus als Stilmittel in diesem Kontext eingesetzt. Das dazugehörige Adjektiv ist sarkastisch.

    Den Weg in den deutschen Sprachschatz fand Sarkasmus durch das lateinische sarcasmos, welches ĂŒber die gleiche Bedeutung verfĂŒgt. Dieses geht wiederum auf das griechische Wort sarkasmĂłs zurĂŒck, was zum einen „beißender Spott“ bedeuten kann, zum anderen aber auch „Zerfleischung“. Der Ursprung des Wortes liegt im griechischen Wort fĂŒr Fleisch begrĂŒndet: sĂĄrx.

    Der beißende Sarkasmus in seiner Rede machte es jedem Zuhörer einfach, die Kernbotschaft seiner Argumentation zu verstehen.

    Statt einer Entschuldigung gab es von den Bahn-Angestellten blanken Sarkasmus. […] Auf meine höfliche Frage, ob die Bahn fĂŒr ein Taxi vom Flughafen nach Wiesbaden aufkommt, schaltet sich der Kollege der Schalter-Dame mit einem sarkastischen Spruch ein. „Ja klar, wir haben’s ja!“, sagt er, wĂ€hrend er in seinem Stuhl herumflĂ€zt.

    FOCUS Online erlebt Horror-Trip mit DB – Die provoziert mit blankem Sarkasmus, Alexander Wehnert, focus.de, 28.06.2018.

  • pejorativ

    Das Adjektiv pejorativ bedeutet „abwertend“. Es wird insbesondere in der Sprachwissenschaft verwendet, um auszudrĂŒcken, dass Begriffe, AusdrĂŒcke oder Redewendungen mit negativer Bedeutung behaftet sind.

    Synonyme zu pejorativ sind unter anderem „abfĂ€llig“, „abschĂ€tzig“, „abwertend“ oder „geringschĂ€tzig“.

    Das Adjektiv ist auf das lateinische peioratum, zu peiorare (verschlechtern) zurĂŒckzufĂŒhren.

    Verwöhnt von urbanen Nachtclubs mit erstklassigen DJs, erlesenem Publikum und exquisiter GetrĂ€nkeauswahl, war sie von der kleinstĂ€dtischen Disko mehr als gelangweilt. „Provinz-Schuppen“ war noch der freundlichste, pejorative Ausdruck, der im Laufe des Abends ĂŒber ihre Lippen ging.

    Der Begriff „Stadttheater“ wurde seit den 68ern immer gerne pejorativ verwendet – als kulturbĂŒrgerliche Institution des bloß schönen Scheins, der Routine und des Kunsthandwerks. Das war schon immer kokett.
    Ijoma Mangold, Die singende EinkaufstĂŒte, Zeit Online, 16.05.2013

    Theodore Roosevelt soll sie als Erster „muckraker“ genannt haben – etwa „Mist-Harker“ und pejorativ fĂŒr EnthĂŒllungsjournalisten gebrĂ€uchlich. Muckraker galten einerseits als Heroen der AufklĂ€rung, wurden aber auch beargwöhnt, hinter jeder Kulisse Verkommenheiten zu vermuten und vor allem die ĂŒblen Seiten der Gegenwart zu beleuchten.
    Carolin Fetscher, Der Aufmacher-Macher, Zeit Online, 01.10.2012

  • dĂŒpieren

    Das Verb dĂŒpieren bedeutet „ĂŒberlisten“, „vor den Kopf stoßen“ oder „zum Narren halten“.

    Eine Person, die eine andere Person dĂŒpiert, wird implizit als schlau oder listig dargestellt. Die dĂŒpierte Person hingegen gilt als unfĂ€hig oder dumm.

    Der Ursprung des Worts findet sich im französischen Verb duper (tÀuschen, narren).

    Mit einem Heber dĂŒpierte der Spieler den Torwart.

    Er fĂŒhlte sich dĂŒpiert, weil er auf die schwierige Frage nicht antworten konnte.

  • prĂ€destiniert

    Ist eine Person oder eine Sache fĂŒr etwas prĂ€destiniert, so ist sie durch ihre Eigenschaften oder FĂ€higkeiten dafĂŒr besonders geeignet. Die AusĂŒbung der entsprechenden Funktion scheint ihr fast schon vorbestimmt zu sein.

    Die heutige Bedeutung leitet sich direkt aus der Verbindung der lateinischen Vorsilbe prae- (vorher) und dem Verb destinare (bestimmen) ab.

    Mein Junge ist fĂŒr einen Platz in der Nationalmannschaft prĂ€destiniert!

    Sie ist durch ihre Wortgewandtheit, ihre schnelle Auffassungsgabe und ihr ausgeprĂ€gtes Gerechtigkeitsempfinden geradezu fĂŒr eine juristische TĂ€tigkeit prĂ€destiniert.

    Ansonsten aber begeistert der Bildschirm. Zum einen, weil er krÀftige, manchmal fast zu krÀftige Farben und Kontraste darstellt. Zum anderen, weil er sehr blickwinkelstabil ist, auch stark seitlich betrachtet noch korrekte Farben anzeigt. Als Video-Player und Bildbetrachter ist das neue Galaxy damit prÀdestiniert.
    Matthias Kremp (2012), Außen Plastik, innen charmant, Spiegel Online 29.05.2012.

  • Nihilismus

    Das bildungssprachliche Substantiv Nihilismus bezeichnet eine Weltanschauung, die von der Nichtigkeit und Sinnlosigkeit alles Bestehenden und Seienden ausgeht. Alle positiven Zielsetzungen, Ideale und Werte werden in diesem Sinne abgelehnt, gepaart mit einer völligen Verneinung aller Normen und Werte.

    Bedeutende Vertreter des Nihilismus als philosophische Strömung sind Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger.

    Das Wort Nihilismus ist seit dem 18. Jahrhundert belegt und auf das lateinische substantivische Pronomen nihil (nichts) zurĂŒckzufĂŒhren.

    Er rechtfertigt sein pubertierendes, notorisches Nein-Sagen mit der BegrĂŒndung, AnhĂ€nger des Nihilismus zu sein.

    Es ist das wohl grĂ¶ĂŸte Paradoxon des Punks: Dass diese auf Nihilismus und Verneinung aufbauende Bewegung zu solch einer Eruption von AktivitĂ€t und KreativitĂ€t fĂŒhrt.
    Gerhard Pretting, Kultur: Manchester 1976, Brandeins, 08/2005

    Deshalb stellt sich die Schuldfrage doch anders als in der Tragödie. Denn die tragische Situation wird im Irak nicht von Göttern schicksalhaft verhĂ€ngt, sondern von Terroristen gemacht. Sie wollen töten. Also sind sie schuld an den Toten. Sie stellen sich außerhalb der Moral, deshalb darf man sich von ihnen nicht zu einer moralischen Entscheidung zwingen lassen. Sonst siegt die Logik der Gewalt: Der Nihilist tötet, doch beschuldigt andere. Wer diesem Nihilismus nachgibt, wird immer der Unterlegene sein.
    Evelyn Fingern, Zweite Warnung, DIE ZEIT NÂș 37/2014

  • arbitrĂ€r

    Das Adjektiv arbitrĂ€r bedeutet „nach eigenem Ermessen oder eigenen Überlegungen“ oder „willkĂŒrlich“. Ein weiteres Synonym fĂŒr arbitrĂ€r ist „beliebig.“

    In der Mathematik ist der Begriff arbitrĂ€re GrĂ¶ĂŸe gelĂ€ufig. Er bezeichnet eine konstante, beliebige GrĂ¶ĂŸe, die durch einen Buchstaben symbolisiert wird.

    Das deutsche Wort arbitrĂ€r leitet sich vom französischen Wort arbitraire ab, was willkĂŒrlich oder eigenmĂ€chtig bedeutet, welches auf das lateinische Wort arbitrarius zurĂŒckgeht, was ebenfalls willkĂŒrlich bedeutet.

    Beim Kochen ging er arbitrÀr und ohne Rezept vor.

    Dass die Teams völlig arbitrÀr zusammengestellt werden und bei drei Jobs eben nicht neun Models Arbeit finden, sagt ihr leider niemand.

    „Austria’s Next Topmodel“: KollegialitĂ€t unter Models? VerrĂŒckt! – Christian Genzel, gmx.at, 08.06.2018