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  • Offerte

    Eine Offerte ist umgangssprachlich ein Angebot bzw. in der Kaufmannssprache ein Kaufangebot. Damit ist es ein Beispiel daf√ľr, dass Fremdw√∂rter nicht unbedingt der Bildungssprache vorbehalten sind.

    Der Begriff wird seit dem 17. Jahrhundert in Deutschland verwendet und leitet sich aus dem gleichbedeutenden französischen offerte ab, welches inzwischen nicht mehr gebraucht wird.

    Die Offerten der bisher interessierten Investoren waren uns zu schwach, weshalb wir bis heute alle Anteile am Unternehmen selbst halten.

    Ob sie ihn nach Hause begleiten wolle? Auf diese anz√ľgliche Offerte antwortete sie nur mit einem koketten Lachen.

  • Empathie

    Das Substantiv Empathie bedeutet „Einf√ľhlungsverm√∂gen“. Es beschreibt die Bereitschaft und die F√§higkeit einer Person, sich in Lage, Einstellung und emotionale Befindlichkeit einer anderen Person einzuf√ľhlen.

    Ein nicht selten gebrauchter, allerdings besser zu vermeidender Ausdruck ist die „F√§higkeit zur Empathie“; ein gutes Beispiel f√ľr einen Pleonasmus.

    Seinen Weg ins Deutsche hat der Begriff √ľber das gleichbedeutende englische empathy gefunden, welches auf das sp√§tgriechische emp√°theia (Leidenschaft, mittlerweile aber auch Boshaftigkeit) zur√ľckgeht und erstmals bei der √úbersetzung der Werke deutscher Philosophen wie Siegmund Freud oder Theodor Lipps ins Englische verwendet wurde.

    Empathie ist einer der Grundpfeiler menschlichen Zusammenlebens.

    Ein Mensch ohne Empathie ist auf ein – oft komplexes – Ger√ľst aus Regeln angewiesen, um ein funktionierendes Mitglied der Gesellschaft sein zu k√∂nnen.

    Die konstruktive Lösung von Konflikten wird durch Empathie manchmal erst ermöglicht, wenigstens aber deutlich vereinfacht.

  • Divergenz

    Das Substantiv Divergenz¬†meint das „Auseinandergehen, Abweichen, Auseinanderstreben“ von bestehenden Differenzen bzw. Unterschieden. Die Unterschiede wachsen also √ľber die Zeit.

    Unglaublich oft wird der Begriff synonym zu Differenz verwendet. Korrekt ist das eigentlich nicht. Eine Differenz ist ein Unterschied. Eine Divergenz ist ein zunehmender Unterschied.

    Dementsprechend sollte auch nicht von zu- oder abnehmenden Divergenzen gesprochen werden. Ausnahme: Es soll ausgedr√ľckt werden, dass Differenzen schneller (zunehmende Divergenz) oder langsamer (abnehmende Divergenz) wachsen.

    Das Gegenwort ist die Konvergenz: Die Abnahme von Unterschieden √ľber die Zeit.

    Das Wort wurde im 18. Jahrhundert aus dem lateinischen divergere (in verschiedene Richtungen auseinandergehen, sich auseinanderneigen) entlehnt.

    Die Divergenz zwischen Armen und Reichen ist beträchtlich. Die Armen werden immer ärmer, die Reichen immer reicher.

    Zwischen seinen Versprechen und deren Einlösung besteht eine Divergenz. Er verspricht immer mehr, setzt aber immer weniger um.

    Mit jedem Zuwachs an Divergenz und Vielfalt der sozialen und wirtschaftlichen Interessen, der Nationalsprachen und -kulturen, der geschichtlich geprägten Identitäten wächst auch das Risiko verschärfter Konflikte. Deshalb ist die fortschreitende Erweiterung der EU in der Vergangenheit von Schritten zu einer vertieften Integration immer wieder begleitet worden.
    J√ľrgen Habermas (2007), Erste Hilfe f√ľr Europa, DIE ZEIT, 29.11.2007 Nr. 49.

  • Devianz

    Das Substantiv Devianz (die) bezeichnet in der Soziologie ein (von einer Norm) abweichendes Verhalten, das gesellschaftlichen Regeln oder Erwartungen widerspricht.

    Unterschieden wird bei der Devianz in eine primäre und eine sekundäre Form.

    Bei der prim√§ren Devianz handelt es sich um ein einmaliges √úberschreiten der vorhandenen gesellschaftlichen Normen und Werte, ohne l√§ngerfristige Folgen f√ľr das Individuum und sein gesellschaftliches Ansehen.

    Die sekundäre Devianz beschreibt, dass sich das deviante Verhalten zum beherrschenden Lebensstil entwickelt und so den Einzelnen oder die Gruppe vom Rest der Gesellschaft abgrenzt. Auch bei Eigenschaften und Merkmale, wie zum Beispiel Krankheit, Behinderung und Hautfarbe, kann in diesem Fall von Devianzen gesprochen werden.

    In der Statistik bezeichnet Devianz dar√ľber hinaus ein Ma√ü f√ľr die Fitqualit√§t eines Modells f√ľr einen gegebenen Datensatz.

    Der Begriff¬†ist auf das franz√∂sische d√©vier (abweichen) zur√ľckzuf√ľhren.

    Pädophilie ist sexuelle Devianz.

    Im Kleinen werden M√§nner bis heute zum Kalk√ľl gen√∂tigt, wie schlecht ein Mann sein muss, um ein guter Mann zu sein. Wie viel Devianz muss er aufbringen, damit er als echter Kerl gilt?
    Christoph Kucklick, Das verteufelte Geschlecht, Die Zeit N¬ļ 16/2012

    Es ist aber ein verbreiteter Fehlschluss, in Diagnose und Therapie einen lebensverl√§ngernden Fortschritt zu sehen. Mit unsichtbaren, unerkannten Devianzen kann man ein langes, unbeschwertes Leben f√ľhren, erst die erkannte und sichtbar gemachte Krankheit wird zum Problem.
    Finis, Das Letzte, Zeit Online, 30.08.2006

  • Sektion

    Der Begriff¬†Sektion¬†steht in seiner am h√§ufigsten genutzten Verwendung f√ľr eine kleinere administrative Organisationseinheit in einem gr√∂√üeren Bereich. So wird¬†Sektion zum Beispiel in Beh√∂rden und Unternehmen als Bezeichnung f√ľr eine Unterabteilung verwendet. In der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) steht Sektion f√ľr die unterste lokale Organisationseinheit.

    Synonyme f√ľr Sektion sind zum Beispiel Gruppe oder Abteilung.

    In der Biologie beschreibt Sektion die Untereinheit einer Gattung. In der Medizin wird der Begriff f√ľr die innere Leichenschau, die Obduktion, genutzt.

    Der Begriff Sektion geht auf das lateinische Wort sectio zur√ľck und bedeutet „Zerteilen“ oder „Abschnitt“.

    Obwohl alle Mitarbeiter f√ľr die gute Leistung gew√ľrdigt werden k√∂nnen, soll eine Sektion besonders herausgehoben werden.

     

    Wie engagiert sich die Sektion in der Bergwelt? Wof√ľr werden die Mitgliedsbeitr√§ge verwendet? Ausf√ľhrliche Antworten auf Fragen wie diese gaben die Vorsitzenden und Fach√ľbungsleiter der Sektion an einem gut besuchten Neumitgliederabend im Ingolst√§dter Alpenvereinszentrum am Baggerweg.

    Hoch hinaus –¬†DAV-Sektion Ingolstadt w√§chst weiter: Stefan Ludwig als 3000. Mitglied begr√ľ√üt, donaukurier.de, 11.03.2018

  • intensiv

    Das Adjektiv¬†intensiv¬†bedeutet „sehr stark“, „sehr ausf√ľhrlich“, „gr√ľndlich“ oder „eindringlich“.

    Urspr√ľnglich stammt das Wort¬†intensiv¬†aus der franz√∂sischen Sprache. Dort wird es mit der gleichen Bedeutung wie im Deutschen verwendet, allerdings¬†intensif¬†geschrieben. Der Wortstamm zu¬†intensif¬†stammt wiederum aus dem Lateinischen.

    Wie andere Begriff auch hat sich intensiv mittlerweile so stark in der deutschen Sprache etabliert, dass es nicht mehr als Fremdwort wahrgenommen wird.

    Es folgte eine intensive Diskussion, an deren Ende ein tragfähiger Kompromiss stand.

     

    Albert Walter wird nicht m√ľde. Der 78-J√§hrige Leichtathlet trainiert derzeit nach einer kurzen Pause wieder intensiv.

    √úber den Klosterberg zur Topform – Roland Kaufmann, donaukurier.de, 11.03.2018

  • Oeuvre

    Als Oeuvre oder¬†Ňíuvre¬†wird das Gesamtwerk eines K√ľnstlers bezeichnet.

    In urspr√ľnglicher Schreibweise wird das Wort auch im Deutschen¬†Ňíuvre geschrieben. Die Bedeutung des Wortes ist bei der Verwendung im Deutschen explizit auf das Gesamtwerk eines K√ľnstlers festgelegt, w√§hrend es im Franz√∂sischen allgemeiner verwendet werden kann.

    Der Begriff geht auf das franz√∂sische Wort Ňďuvre zur√ľck, welches allgemein als „Werk“ √ľbersetzt wird und in verschiedenen Bereichen Anwendung findet, zum Beispiel¬†Ňďuvre principale¬†f√ľr Hauptwerk oder¬†Ňďuvre dramatique f√ľr B√ľhnenwerk.

    Immer wieder zeigen sich in ihrem¬†Ňíuvre¬†Spuren ihrer Kindertage w√§hrend des Zweiten Weltkriegs.

    Shining¬†wird auch k√ľnftig, nicht zuletzt wegen Kubricks Film, seine Sonderstellung in Kings Ňíuvre behalten.
    zeit.de

     

  • grandios

    Das Adjektiv grandios¬†bedeutet „gro√üartig“, „sehr gut“, „fantastisch“.

    Urspr√ľnglich stammt¬†grandios¬†vom lateinischen Wort grandis ab, was „gro√ü“ bedeutet. Der Begriff wurde als¬†grande¬†und¬†grandioso¬†ins Italienische √ľbernommen. Die Bedeutung erweiterte sich dabei auch auf „gro√üartig“.

    Der Begriff grandios hat sich in der deutschen Sprache etabliert und wird meist nicht mehr als Fremdwort wahrgenommen.

    Das Essen war einfach grandios.

     

    Eine grandiose Rede sicherte ihm letztendlich die Wahl zum Sch√ľlersprecher.

     

  • akkreditieren

    Das Verb¬†akkreditieren bedeutet „bevollm√§chtigen“ oder „beglaubigen“.

    Der Begriff wird vor allem – aber nicht ausschlie√ülich – im diplomatischen Kontext gebraucht. So kann ein Diplomat als Vertreter eines Landes in einem anderen Land akkreditiert werden. Das¬†akkreditierende Land ist dabei das Empfangsland, nicht das entsendende Land.¬†√Ąhnlich verh√§lt es sich im Journalismus, wo einem¬†akkreditierten Journalisten Zutritt zu einer Veranstaltung oder einem Land gew√§hrt wird, wobei die¬†akkreditierende Partei wiederum der Veranstalter respektive das empfangende Land ist.

    Weiterhin meint der Begriff das Bescheinigen der Fachkompetenz einer Instanz durch eine bereits allgemein anerkannte andere Instanz. In der Europ√§ischen Union gibt es zu diesem Zweck pro Land je eine nationale Akkreditierungsstelle, die etwa Laboratorien oder Inspektionsstellen auf das Einhalten von Normen pr√ľft.

    Entlehnt wurde der Begriff aus dem gleichbedeutenden französischen accréditer.

    Neben tausenden weiteren Journalisten ist sie in Br√ľssel als Korrespondentin akkreditiert.

    Die ordnungsgemäße Tierhaltung in der Landwirtschaft wird von akkreditierten Privatfirmen kontrolliert.

    Der neue Botschafter Frankreichs ist schon angereist, allerdings von Berlin noch nicht akkreditiert.

  • retour

    Das Adverb¬†retour¬†bedeutet „zur√ľck“.

    Synonyme f√ľr¬†retour¬†sind etwa (kontextabh√§ngig): zur√ľck, r√ľckw√§rts, in umgekehrter Richtung.

    Der Begriff stammt aus dem Franz√∂sischen und bedeutet dort „R√ľckkehr“. In der deutschen Sprache wird das Wort vor allem im s√ľddeutschen Sprachraum sowie √Ėsterreich und der Schweiz verwendet.

    Eine Fahrkarte nach Berlin und retour bitte!

    Sie erhalten noch f√ľnf Euro retour.

    Ein betr√§chtlicher Teil √ľber das Internet gekaufter Dinge geht retour. H√§ndler m√ľssen das einkalkulieren.