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plastisch

Das Adjektiv plastisch bedeutet je nach Verwendung „bildhauerisch“, „formbar“, „modellierfähig“, „anschaulich“, „einprägsam“ oder „körperhaft“ im Sinne des Gegenteils von flächenhaft.

Der Wortstamm von plastisch stammt ursprünglich aus dem Griechischen. Hier findet sich das Wort plastikós, welches sich mit „zum Bilden, Formen, Gestalten gehörig“ übersetzen lässt. Vom Griechischen fand der Wortstamm den Weg auch in die lateinische und französische Sprache. Im Lateinischen findet man das Wort plasticus, im Französischen gibt es das Wort plastique. Beide Wörter lassen sich mit „plastisch“ ins Deutsche übersetzen.

Synonyme für plastisch sind je nach Bedeutung zum Beispiel „knetbar“, „dreidimensional“, „räumlich“, „ausdrucksvoll“ oder „bildhaft“. Auch wenn plastisch heute in verschiedenen Zusammenhängen verwendet wird, lässt sich jeweils eine Verbindung zur ursprünglichen Bedeutung erkennen.

Das dazugehörige Substantiv lautet Plastik und kann ebenfalls je nach Kontext verschiedene Bedeutungen annehmen.

Die plastische Chirurgie rekonstruiert und korrigiert Körperteile, um ihre Funktion und ihr Aussehen zu verbessern oder wiederherzustellen.

Die plastische Darstellung auf seinen Bildern unterschied ihn von vielen anderen Künstlern aus seinem Umfeld.

Doch im Vordergrund, das machte Burmann plastisch klar, stand die Menschenrettung.

Analyse des Großbrands in Siegburg – Feuerwehr legt beeindruckenden Bericht vor, Ralf Rohrmoser von Glasow, ksta.de, 19.09.2018

Cojones

Das Substantiv Cojones entspricht im Deutschen dem eher derben Begriff „Eier“, anstelle von „Hoden“.

Die Aussprache folgt dem Spanischen: [koˈxones] bzw. in eingedeutschter Lautschrift (Betonung auf der zweiten Silbe): [kochones].

Der Ausdruck ist zwar relativ vulgär, hat aber eine positive Konnotation. Er wird umgangssprachlich verwendet, um eine Person oder ihre Handlungen als mutig, kämpferisch oder geradlinig zu beschreiben.

Cojones wurde unverändert aus dem Spanischen übernommen und ist dort Teil zahlreicher vulgärer Redewendungen

„Die Mannschaft hat keine Cojones. Mit ihrem zaghaften Angriffsspiel sind sie deshalb bereits in der Vorrunde ausgeschieden.“

„Das ist nichts für Weicheier; was man hier braucht, sind Cojones.“

„Hättest du Cojones gehabt, hättest du die Frau angesprochen.“

„Der Junge ist kein Feigling, er hat Cojones!“

Deklaration

Der Begriff Deklaration wird in verschiedenen Zusammenhängen verwendet, wobei es stets darum geht, etwas zu verkünden oder mitzuteilen.

In der deutschen Sprache wird das Wort Deklaration zum Beispiel in einem politischen Kontext verwendet, wenn es um die Verkündung von herausragenden Verträgen oder Ereignissen geht. So genehmigte im Jahr 1948 die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, welche auch als Deklaration der Menschenrechte bezeichnet wird. Auch die Kriegserklärung eines Staates an einen anderen Staat ist eine Deklaration.

In anderen Zusammenhängen ist eine Deklaration zum Beispiel die Aufzählung der Inhaltsstoffe von Medikamenten, Kosmetika oder Lebensmitteln. Auch die Inhaltsangabe von internationalen Versandgütern beim Zoll wird als Deklaration bezeichnet.

Der Begriff selbst leitet sich vom lateinischen Wort declaratio ab, was so viel wie „Offenbarung“ oder „Kundgebung“ bedeutet.

 

Bis spät in die Nacht arbeiteten die Diplomaten an der Deklaration für den nächsten Tag.

 

Wir brauchen endlich eine klare und wahre Deklaration von Nahrungsmitteln, fordert der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer.

Etikettenschwindel bei Lebensmitteln – Für eine klare und wahre Deklaration! Udo Pollmer, deutschlandfunkkultur.de, 07.06.2018

Tribalismus

Als Tribalismus wird eine bestimmte Sichtweise auf eine Gruppe von Menschen bezeichnet. Diese Gruppe wird über verschiedene Punkte als zugehörig zueinander definiert. Zu diesen Punkten können zum Beispiel Abstammung, Kultur, Sprache, Religion oder Siedlungsgebiet gehören. Eine derartig verbundene Gruppe wird als Stamm bezeichnet, im Englischen tribe.

Tribalismus wird oft in einem kritisierenden Zusammenhang verwendet, zum Beispiel wenn es darum geht, die Situation einiger afrikanischer Staaten zu verdeutlichen. Tribalismus kann hier dazu verwendet werden, um das Zusammengehörigkeitsgefühl von Bevölkerungsgruppen zu beschreiben, welche sich nicht an den teils willkürlich gezogenen Staatsgrenzen orientiert, sondern an der Stammeszugehörigkeit oder anderen gemeinsamen Eigenschaften.

Der Begriff Tribalismus ist durch seine bisherige Verwendung, zum Beispiel in der Kolonialzeit, historisch vorbelastet und wird deshalb in vielen Fällen nicht mehr verwendet.

Das Begriff ist vom englischen Wort tribalism abgeleitet wurden. In der lateinischen Sprache findet sich das Wort tribus, welches für einen Wahlbezirk im antiken Rom steht. Der Begriff wird außerdem verwendet, um in der Zoologie Gattungen in verschiedene Gruppen aufzuteilen. Ein Synonym für Tribalismus im Deutschen ist Stammestum.

 

Wer sich mit dem Tribalismus beschäftigt, lernt nicht nur etwas über Kenia, sondern auch, welche Folgen es hat, wenn Politik nur noch für die eigene Gruppe gemacht wird.

Wir zuerst, Angela Köckritz, zeit.de, 17.09.2018

Perzeption

Das Substantiv Perzeption bedeutet „Wahrnehmung ohne besonderes Einordnen, Verstehen oder Reflektieren“.

Der Begriff wird in der Philosophie, Psychologie, Biologie und Medizin verwendet. In der Medizin beschreibt Perzeption zum Beispiel die Wahrnehmung von Reizen durch Sinnesorgane wie Augen oder Ohren.

Synonyme für Perzeption sind unter anderem Beobachtung, Erfassung, Wahrnehmung oder Entdeckung.

Der Begriff geht auf das lateinische perceptio (Erfassen, Ergreifen, Erkenntnis) zurück.

Während die Aufgabe der Sinnesorgane in der Perzeption von Reizen liegt, werden diese erst im Gehirn abschließend interpretiert.

Ähnlich dem „edlen Wilden“, der uns in Jean-Jacques Rousseaus Perzeption des Menschen im unschuldigen Naturzustand begegnet, wird heute der „edle Wähler“ herbeigesehnt, der unverdorben und weise entscheiden würde.

Der Traum vom edlen Wähler – Ansgar Graw, welt.de, 01.03.2018

figurativ

Das Adjektiv figurativ bedeutet entweder „im übertragenen Sinne“ oder „figürlich, beziehungsweise durch Figuren dargestellt“.

Synonyme für figurativ können je nach Kontext zum Beispiel „plastisch“, „gegenständlich“, „metaphorisch“ oder „sinnbildlich“ sein.

Der Begriff leitet sich vom spätlateinischen figurativus (zur bildlichen Darstellung geeignet) ab. Vgl. auch lateinisch figura (Gestalt, Figur, Gebilde).

Die Masken sind abgelegt. Und das meine ich nicht nur im figurativen Sinne.

Figurativ gesprochen benahm er sich wie ein Elefant im Porzellanladen.

Insgesamt stellen 32 Künstler 70 Werke aus, die maximal zwei bis drei Jahre alt sein dürfen. „Das meiste ist ganz aktuell, einiges erst in der Sommerakademie entstanden“, erzählt Stark. Gezeigt wird ein Querschnitt aus diversen Stilrichtungen, von figurativ bis abstrakt, lediglich konkrete Werke fehlen.

– donaukurier.de

insular

Das Adjektiv insular bedeutet „eine Insel betreffend“ oder „charakteristisch für eine Insel“, was schon am Wortstamm deutlich wird.

Das Wort insular geht wie auch das Wort Insel auf eine lateinische Herkunft zurück. So bedeutet zum Beispiel Insel im Lateinischen insula.

Auch in anderen Sprachen wird die Wortherkunft deutlich, zum Beispiel im Englischen mit island oder im Spanischen mit isla.

Das insulare Klima sorgte über Jahrhunderte dafür, dass sich eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt entwickeln konnte, die sich unabhängig vom Rest der Welt gibt.

Nach den vorausgegangenen Gesprächen stand für Filiz Polat dort vor allem ein Thema im Vordergrund: Die Auswirkungen von fehlendem Mietwohnraum auf die insulare Infrastruktur.

MdB Filiz Polat zwei Tage auf Informationsbesuch, Herbert Grohmann, langeoognews.de, 03.09.2018

robust

Das Adjektiv robust bedeutet „kräftig“, „stabil“ oder „widerstandsfähig“. Mit dem Begriff werden meist Personen oder Objekte beschrieben.

Im übertragenen Sinne kann robust weiterhin in den folgenden Kontexten verwendet werde:

  • Körperliche oder seelische Stärke von Personen,
  • Widerstandsfähige Materialien und Gegenstände, nicht anfällig gegen Störungen,
  • Volkswirtschaften oder Teilbereiche davon, die nicht anfällig gegen äußere Einwirkungen sind,
  • Im Militärjargon: mit dem Recht zur Anwendung von Waffengewalt.

Der Ursprung des Begriffs liegt im lateinischen robustus (aus Hartholz, eichen, kräftig).

Die Schicksalsschläge in ihrem Leben haben sie zu einer robusten Persönlichkeit werden lassen, so dass es für sie schwierig ist, sich anderen Menschen zu öffnen.

Wir stellen Spielzeug für Kinder her. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass unsere Produkte sicher und robust gestaltet werden.

Ein stabiles Wirtschaftswachstum und ein robuster Arbeitsmarkt haben dem deutschen Staat 2015 den höchsten Überschuss seit der Wiedervereinigung beschert. – Deutscher Staat verzeichnet Rekordüberschuss, Zeit Online, 23. Februar 2016

apologetisch

Das Adjektiv apologetisch bedeutet „rechtfertigend“ oder „verteidigend“. Konkreter bezeichnet es die Verteidigung einer bestimmten Lehre oder Meinung.

Ursprünglich wurde der Begriff vor allem mit religiösem Bezug verwendet und bedeutete „den Glauben rechtfertigend“. Die Apologetik ist ein Teilbereich der Theologie, welche sich mit der rationalen Begründung einer Religion beschäftigt.

Die Herkunft des Begriffs liegt im lateinischen apologeticus (Verteidigungsschrift), entlehnt aus dem griechischen apologētikós (zur Verteidigung oder Rechtfertigung geeignet). Im Englischen wiederum findet sich das Verb „to apologize“, was übersetzt „sich entschuldigen“ bedeutet. Die ursprüngliche Bedeutung hat sich hier also verändert.

Die Rede dauerte zwar mehr als zwei Stunden, trotzdem brachte sie in dieser Zeit keine Entschuldigung über die Lippen. Stattdessen war ihr Auftritt von einer stets apologetischen Grundhaltung geprägt.

Wenn ich meine Abteilungsleiter nach dem Status Quo frage, möchte ich Fakten hören und kein apologetisches Geschwurbel!

Habermas unterstellte den vier angegriffenen Historikern, die NS-Verbrechen apologetisch zu „relativieren“ und zu „verharmlosen“[…]
Zeit.de

subsidiär

Das Adjektiv subsidiär bedeutet  „unterstützend“ oder „behelfsmäßig“. Es beschreibt sowohl Maßnahmen, die dauerhaft Hilfe leisten und somit zum Gesamterfolg beitragen als auch Maßnahmen, die als (vorübergehender) Behelf dienen, also Mangels besserer Alternative zum Einsatz kommen.

Die Herkunft des Begriffs liegt im gleichbedeutenden französischen subsidiaire, dessen Ursprung sich im lateinischen subsidium (Hilfsmittel, Beistand) findet.

Die Garage fungierte subsidiär als Produktionsstudio für ihr erstes Album.

Die Förderung mit Steuergeldern ist nur ein subsidiäres Mittel, um das Überleben eigentlich gesunder Unternehmen in Krisenzeiten zu sichern.

Der sogenannte subsidiäre Schutz greift, wenn keine Gründe für Asyl oder für Flüchtlingsschutz nach der Genfer Konvention vorliegen, dem Betroffenen aber im Herkunftsland ernsthafter Schaden droht […]
zeit.de