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  • insuffizient

    Das Adjektiv insuffizient bedeutet „nicht ausreichend“, „unzureichend“, „unzul√§nglich“ oder auch „mangelhaft“.

    Insuffizient (und das daraus abgeleitete Substantiv Insuffizienz) wird oft in der Medizin verwendet, etwa, wenn ein Organ nicht ausreichend gut arbeitet. Auch in der Bildungssprache ist das Adjektiv weit verbreitet, um Unzul√§nglichkeiten auszudr√ľcken.

    Die Herkunft liegt im Lateinischen. Das lateinische sufficiens bedeutet „hinreichend“, „gen√ľgend“; die Vorsilbe¬†in-¬†verkehrt die Bedeutung ins Negative.

    Er leidet unter einer insuffizienten Nierentätigkeit. Wir werden dies zuerst beobachten, bevor wir mögliche Therapien ins Auge fassen.

    Die Verantwortlichen haben sich, entgegen ihrer eigenen Aussagen, nur sehr insuffizient um eine L√∂sung des Problems bem√ľht.
    Ihre Leistungen w√§hrend der Ausbildung waren in den meisten Bereichen insuffizient. Wir m√ľssen daher leider von einer Weiterbesch√§ftigung absehen.

    Dar√ľber hinaus ist es der KV bis heute nicht gelungen, die in vielen Konsenskonferenzen erarbeiteten Therapieempfehlungen zu b√ľndeln und als Leitlinien zu propagieren, damit nicht durch insuffiziente Therapien Geld verschleudert wird.
    Dick und Krank, Die Zeit, 19.08.1999.

  • inhibieren

    Das Verb inhibieren bedeutet „hemmen“, gelegentlich auch „verhindern“. Neben dem kontextunabh√§ngigen Gebrauch wird es besonders h√§ufig auch im medizinischen Sprachgebrauch verwendet, wo man etwa davon spricht, dass die Wirkung eines Enzyms inhibiert wird.

    Seine Ursprung findet der Begriff im lateinischen inhibere (anhalten, hemmen).

    Die Maßnahme soll das Vertrauen der Investoren in die Währungsstabilität wiederherstellen und ein Fortschreiten der Krise inhibieren.

    Mit dem Ziel, den Einfluss rechter Ideologien in Deutschland zu inhibieren, wird immer wieder ein möglicher Verbot der NPD diskutiert.

  • Tabula rasa

    Die aus dem Lateinischen √ľbernommene Wortverbindung Tabula rasa bedeutet w√∂rtlich √ľbersetzt „abgeschabte Tafel“, meint also eine gekl√§rte und wieder beschreibbare Schreibtafel. Im Deutschen ist eine Tabula rasa eine Situation, in der alles bisher Gewesene getilgt und somit ein unbelasteter (Neu-)Beginn m√∂glich ist.

    Die vergleichsweise h√§ufig gebrauchte Wendung¬†Tabula rasa machen ist weiterhin ein Synonym f√ľr das deutsche „reinen Tisch machen“, also mit etwas restlos aufr√§umen oder etwas restlos kl√§ren und somit Klarheit schaffen.

    Speziell in der Philosophie finden sich bei zahlreichen Philosophen Vergleiche zwischen der Seele oder auch dem Gedächtnis und einer wächsernen Schreibtafel. In diesem Kontext ist die Tabula rasa der jeweils anfängliche Zustand, d.h. als Mensch ist man zunächst ein unbeschriebenes Blatt und wird nach und nach von Erfahrungen geprägt.

    Sie entschied sich schließlich, Tabula rasa zu machen und in Australien ganz von vorne anzufangen.

    Nach der kriegsbedingten Tabula rasa kam der wirtschaftliche Aufschwung.

  • H√§resie

    Das Substantiv H√§resie¬†bezeichnet urspr√ľnglich eine Meinung, die im Widerspruch zur kirchlichen Lehre steht.

    Mittlerweile wird der Begriff auch bei abweichenden Aussagen bez√ľglich anderer Weltanschauungen, Ideologien oder Meinungen verwendet.

    Synonyme f√ľr¬†H√§resie¬†sind zum Beispiel Ketzerei, Irrlehre, Irrglaube oder Abweichung.

    Der Begriff¬†H√§resie¬†geht auf das altgriechische Wort hairesis¬†zur√ľck und bedeutet „Anschauung“ oder „Wahl“.

    Das ist H√§resie in den Ohren der Tea-Party-Republikaner. Sie wollen auf keinen Fall eine Steuererh√∂hung – auch nicht f√ľr Bestverdiener.

    Trump und die Spaltung der Republikaner – Marcus Pindur, deutschlandfunk.de, 16.02.2018

    Es ist eine ungew√∂hnliche Studie, die Facebooks hausinterne Abteilung f√ľr Sozialforschung letztes Jahr ver√∂ffentlicht hat. Sie enth√§lt eine These, die im penetrant optimistischen Silicon Valley an H√§resie grenzt.

    Warum Facebook keine ¬ęZeitung f√ľr alle¬Ľ mehr sein will – Oliver Fuchs, nzz.ch, 16.02.2018

    Dutzende Theologen werfen Papst Häresie vor.

    spiegel.de, 16.02.2018

  • Persiflage

    Das Substantiv Persiflage¬†(die) bezeichnet eine „intelligente Verspottung“. Dabei wird unter anderem von den Stilmitteln der √úbertreibung und Ironie Gebrauch gemacht. Ziel einer Persiflage kann zum Beispiel eine bestimmte Mentalit√§t oder auch ein Kunstwerk wie ein Lied oder ein Gem√§lde sein.

    Der Begriff Persiflage geht dabei auf das franz√∂sische Verb¬†persifler¬†zur√ľck, was „spotten“ oder „l√§cherlich machen“ bedeutet.

    Mit einer gehörigen Portion Selbstironie verdrehte er die feierliche Ansprache in eine lupenreine Persiflage.

    Zur Fastnachtszeit eine Persiflage auf Honecker

    saarbruecker-zeitung.de, 16.02.2018

  • hedonistisch

    Das Adjektiv hedonistisch bedeutet, dass der Sinn einer bestimmten Sache oder Aktivit√§t Spa√ü, Freude, Lust oder andere positive Gef√ľhle sind. Negative Gef√ľhle oder Erfahrungen sollen hingegen vermieden werden.

    Synonyme f√ľr hedonistisch sind zum Beispiel genussfreudig oder sogar genusss√ľchtig, lustvoll oder sinnlich.

    Umgangssprachlich bezeichnet Hedonismus bzw. hedonistisches Verhalten einen egoistischen und kurzsichtigen Lebenswandel. Die Begriffe werden oft abwertend gebraucht.

    Die Herkunft des Begriffs liegt im altgriechischen Wort hedone, was Freude, Lust oder Genuss bedeutet. Hedonismus bezeichnet dabei urspr√ľnglich eine philosophische Denkschule, in der das Erlangen von Freude und Genuss, beziehungsweise die Vermeidung von negativen Gef√ľhlen wie Schmerz und Trauer, der Motivator f√ľr menschliches Handeln sind. Mehr zum Hedonismus in der Philosophie.

    Viele sahen in ihm nur einen reichen Egoisten, der seinen hedonistischen Lebenswandel mit dem Geld seiner Eltern finanzierte.

    Es gibt sehr unterschiedliche feministische Strömungen, manche sind marxistisch und manche öko, andere religiös oder hedonistisch oder ganz anders.

    Frauen, rechte, Margarete Stokowski – spiegel.de, 12.02.2018

  • sapiosexuell

    Das Adjektiv sapiosexuell¬†bedeutet „Intelligenz attraktiv findend“.

    Menschen, die sich als sapiosexuell bezeichnen, sehen Intelligenz als eine der entscheidenden Eigenschaften oder sogar als die entscheidende Eigenschaft bei der Beurteilung der sexuellen Attraktivität einer anderen Person.

    Der Ursprung des Begriffs liegt im lateinischen sapere (schmecken; nach etwas riechen; weise, klug, einsichtig sein).

    Ich bin sapiosexuell. Gut f√ľr meinen intelligenten, gebildeten Partner.

    F√ľr Sapiosexuelle ist, nach eigener Aussage, nicht das Aussehen eines potenziellen Partners entscheidend f√ľr romantische Anziehung ‚Äď sondern dessen Intelligenz.

    Warum wollen auf einmal alle „sapiosexuell“ sein? Das ist doch Quatsch! Alix Berber – bento.de, 12.02.2018

  • Resilienz

    Das Substantiv Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, einen bestimmten Zustand erhalten oder wiederherstellen zu können. Die genaue Bedeutung des Begriffs Resilienz hängt dabei vom Kontext ab.

    In den Ingenieurswissenschaften wird Resilienz zur Beschreibung technischer Systeme und ihrer Fähigkeit verwendet, beim Ausfall von Teilsystemen auch weiterhin zu funktionieren.

    In der Psychologie bezeichnet Resilienz die psychische Widerstandsfähigkeit in schwierigen Situationen und Krisen.

    Soziologen benutzen den Begriff¬†Resilienz¬†zur Beschreibung von Gesellschaften und ihrer F√§higkeit, externe St√∂rungen zu √ľberstehen.

    Synonyme f√ľr Resilienz sind zum Beispiel Widerstandsf√§higkeit, Anpassungsf√§higkeit, Robustheit oder Ausdauer.

    Das Substantiv Resilienz geht auf das lateinische Verb resilire zur√ľck, was „zur√ľckspringen“ oder „abprallen“ bedeutet.

    Das √Ėkosystem rund um den Fluss zeigte dabei ein erstaunliches Ausma√ü an¬†Resilienz¬†gegen√ľber den ge√§nderten Wetterbedingungen.

    Die Gesellschaft wies in dieser Hinsicht ein hohes Maß an Resilienz auf.

    Die Resilienz der benachteiligten Sch√ľler h√§ngt damit zusammen, ob der Schulleiter die Kollegen motiviert und die Lehrer die M√∂glichkeit haben, das Schulkonzept mitzugestalten.

    Das soziale System Schule funktioniert, Parvin Sadigh Рzeit.de, 12.02.2018

  • Konklave

    Das Konklave ist seit dem 11. Jahrhundert in der r√∂misch-katholischen Kirche die geschlossene Versammlung der Kardin√§le zur Wahl eines neuen Papstes, die immer dann durchgef√ľhrt wird, wenn der heilige Stuhl unbesetzt ist. Sie findet stets in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan statt und ist von unbestimmter Dauer.¬†W√§hrend die letzten Konklaven innerhalb weniger Tage zu einem Wahlergebnis kamen, dauerte im 11. Jahrhundert die Wahl Teobaldo Viscontis (Gregor X.) zum Papst fast drei Jahre.

    Prinzipiell kann jeder Katholik, sofern er zum einen getauft und zum anderen männlich ist, zum Papst gewählt werden. Seit dem 12. Jahrhundert ist es jedoch nicht mehr vorgekommen, dass eine Person außerhalb des Konklaves ernannt wurde.

    Ursprung des Begriffs ist das lateinische conclave (geschlossenes Gemach, Zimmer).

    Geredet wurde genug, jetzt wird gew√§hlt: 115 Kardin√§le bestimmen ab diesem Dienstag im Konklave den Nachfolger von Papst Benedikt XVI. Die Versammlung der W√ľrdentr√§ger folgt einem genauen Zeitplan.
    Der Zeitplan f√ľr die Papstwahl, Spiegel Online 2012.

  • megaloman

    Das Adjektiv megaloman (oder auch megalomanisch, beide Formen sind korrekt) bedeutet „gr√∂√üenwahnsinnig“. Es dient zum Beschreiben von Personen, die ein wahnhaft √ľbersteigertes Selbstbild haben, sich also etwa f√§lschlicherweise f√ľr weltgeschichtlich besonders bedeutend halten. Auch Taten und √ľberdimensionierte Projekte lassen sich als megaloman bezeichnen, womit den Initiatoren wahnhaftes Verhalten unterstellt wird.

    Ursprung des Begriffs ist das gleichbedeutende griechische megalomanŠłós.

    Megalomane Bauvorhaben wie die Hamburger Elbphilharmonie k√∂nnen ein positives Signal f√ľr Investoren und Wirtschaft sein, je nach Sichtweise aber auch negativ interpretiert werden.

    Er war ebenso megaloman wie tatendurstig, eine gefährliche Mischung.