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  • kollaborieren

    Das Verb¬†kollaborieren¬†bedeutet „mit dem Feind zusammenarbeiten“. Es entstammt dem lateinischen¬†collaborare, zusammengesetzt aus der Vorsilbe co (zusammen) und laborare¬†(arbeiten). Passenderweise bedeutet das ¬†lateinische laborare¬†unter anderem auch „in Gefahr sein“ – ein Zustand, der dem Kollaborateur¬†im Regelfall bekannt ist.

    Das Wort¬†wird im Deutschen – anders als das englische collaborate¬†–¬†vorrangig in dieser spezifischen Bedeutung verwendet werden, also um zu beschreiben, dass jemand gegen die Interessen seines Heimatlandes, Arbeitgebers etc. mit gegnerischen M√§chten, etwa Kriegsgegnern, Terroristen, Besatzern oder anderen Unternehmen, zusammenarbeitet.

    Weiterhin kann kollaborieren auch einfach „zusammenarbeiten“ bedeuten – zumindest laut Duden. Dieser Gebrauch ist aber eher un√ľblich und sollte vermieden werden, um Missverst√§ndnissen¬†vorzubeugen. Ein passendes, gebr√§uchlicheres Synonym ist kooperieren.

    Er er√∂ffnete ihr eine neue Sicht auf die Welt, so dass alles pl√∂tzlich einen neuen Sinn ergab. Sp√§ter kollaborierte sie dann mit einer Terrorzelle unter seiner F√ľhrung und versorgte diese mit entscheidenden Informationen f√ľr die Planung mehrerer Anschl√§ge.

    Er entsprach ganz dem Typus des skrupellosen Kriegsherrn, der √ľber Leichen geht. Graziani lie√ü als Erstes die Halbnomaden entwaffnen und all jene von ihnen hinrichten, die im blo√üen Verdacht standen, mit den Aufst√§ndischen kollaboriert zu haben.
    РAram Mattioli (2003), Libyen, verheißenes Land, Die Zeit 15.05.2003.

  • intrikat

    Das Adjektiv intrikat bedeutet „verworren“ respektive „verwickelt“. Es dient zur Beschreibung besonders komplexer und detailreicher Sachverhalte, deren geistige Erfassung eine erhebliche kognitive Leistung darstellt. Leider wird dieses sch√∂ne Wort heute nur noch selten gebraucht und gilt somit als veraltet.

    Seinen Ursprung hat der Begriff im lateinischen intricare (verwirren, in Verlegenheit bringen). Vgl. auch tricare (Schwierigkeiten machen).

    Ein Hochschulstudium ist in der Regel ein recht intrikates Unterfangen.

    Die intrikaten rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse in China machen westlichen Unternehmen den Markteintritt schwer.

  • Imponderabilien

    Eine Imponderabilie ist eine „Unw√§gbarkeit“, d.h. ein bei einer Entscheidung nicht vorhersehbares, zu einem sp√§teren Zeitpunkt eintreffendes Ereignis. Der Begriff wird nahezu ausschlie√ülich im Plural gebraucht.

    Imponderabilien spielen etwa in betriebswirtschaftlichen Zusammenh√§ngen, vorrangig bei Investitionsentscheidungen, eine wichtige Rolle. Anders als bekannte und kalkulierbare Risiken k√∂nnen sie zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht ber√ľcksichtigt und somit nicht quantifiziert werden. Ebenso wenig kann ¬†eine Strategie f√ľr den Fall ihres Eintretens zurechtgelegt werden, eine Reaktion ist also nur im Nachhinein m√∂glich und oft mit gro√üen Kosten verbunden.

    Auch in der Rechtssprache existiert der Begriff der Imponderabilien und beschreibt dort Stoffe, die unbeherrschbar und unwägbar sind, d.h. sich nicht wiegen lassen. An ihnen kann kein rechtliches Eigentum bestehen. Hierzu zählen etwa Geräusche und Strahlungen oder auch freie Gase und Dämpfe.

    Wie genau der Begriff den Weg ins Deutsche gefunden hat ist ungewiss, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass der Ursprung im lateinischen poderabilis (wägbar) liegt.

    Vieles lässt sich planen, Imponderabilien können aber nie ganz ausgeschlossen werden.

    Auch rechnet jedermann damit, da√ü es diesmal schnell gehen wird. Das Parlament will sich noch vor Weihnachten konstituieren, in Berlin. Und wenn nicht die ber√ľhmten Imponderabilien dazwischenkommen, soll auch gleich die Kanzlerwahl √ľber die B√ľhne gehen ‚Äď was voraussetzt, da√ü die k√ľnftige Ministermannschaft jedenfalls in ihren Umrissen bekannt ist.
    Carl-Christian Kaiser (1990), Lauter blaue Wunder, DIE ZEIT, 30.11.1990 Nr. 49.

  • salvatorisch

    Das Adjektiv salvatorisch bedeutet „nur erg√§nzend geltend“. Es beschreibt einen Zusatz (zu etwas Gesagtem, zu einem Vertrag etc.), der in aller Regel nur dann gilt, wenn anderes keine Anwendung findet. Entsprechend kennt die juristische Fachsprache die salvatorische Klausel eines Vertrags, die in Kraft tritt, sobald einzelne Teile des Vertrags unwirksam werden.

    Ursprung des Wortes ist vermutlich das lateinische salvare ((er)retten, erlösen).

    Am Ende der Einladung fand sich als salvatorischer Zusatz, dass die Feier bei ung√ľnstigen Wetterverh√§ltnissen mit leichten Programm√§nderungen im Clubhaus stattfinden w√ľrde.

    Salvatorisch f√ľgte er hinzu, dass die Expansionspl√§ne nach Japan und Korea auch dann nicht verworfen w√ľrden, sollten die Verhandlungen mit den chinesischen Partnern unerwartet platzen.

  • Kabale

    Eine Kabale ist eine Intrige beziehungsweise ein Ränkespiel, meint also (im Verborgenen betriebene) Machenschaften zur Erreichung niederträchtiger Ziele. Der Duden beschreibt den Gebrauch des Begriffs als veraltet, jedoch findet man ihn in den Printmedien auch heute noch gelegentlich.

    Seinen Weg ins Deutsche fand das Wort √ľber das franz√∂sische cabale, welches auf das hebr√§ische Šł≥abńĀlńĀ (eine mystische Geheimlehre des Judentums, siehe Kabbala) zur√ľckgeht.

    Die innerparteiliche Kabale ließ die Wähler an der Stabilität der Partei zweifeln und verhinderte schließlich den Wahlerfolg.

    Er ist in seinen √Ąmtern sicher nicht √§rmer geworden, aber bereichert an Springer haben sich viele ‚Äď vor allem Deutschlands teuerste Anw√§lte, denen die Kabalen in und um den Verlag jahrzehntelang √ľppige Einkommen bescherten.
    Ernst Elitz (2005), Die Märchenprinzessin, DIE ZEIT 17.02.2005 Nr.8.

  • konsterniert

    Das Adjektiv (oder auch Adverb) konsterniert¬†bedeutet „fassungslos“, „verbl√ľfft“ oder „best√ľrzt“.

    Ist eine Person konsterniert, so ist sie in einer unerwarteten Situation derart aus der Fassung gebracht, dass ihr zunächst die Worte fehlen, es ihr also buchstäblich die Sprache verschlagen hat.

    Der Begriff stammt vom lateinischen Verb consternare (aus der Fassung bringen) ab.

    Sonst sehr schlagfertig, starrte er nun nur konsterniert zu Boden.

    Sie war von der Werbung im neueswort-Newsletter aufs Höchste konsterniert.

    Nach einem Zuordnungsdurcheinander in der M√ľnchner Abwehr fand ein zauberhaftes Zuspiel von Mesut √Ėzil den freistehenden Ronaldo, diesmal w√§hlte er die linke Ecke. Dass er dabei ein paar Zentimeter im Abseits stand, merkten die konsternierten M√ľnchner gar nicht und verzichteten auf jeden Protest.
    Sven Goldmann (2012), Fußball voller Wucht, Zeit Online, 26.04.2012 Р08:45 Uhr.

  • Fluktuation

    Fluktuationen (die) sind Schwankungen von Größen, etwa der Arbeitslosenzahl, der Preise, der Zahl der Beschäftigten in einem Unternehmen etc. Das zugehörige Verb ist fluktuieren.

    Die Herkunft des Begriffs liegt im lateinischen fluctuatio (unruhige Bewegung). Vgl. auch lat. fluctuare (in der See treiben, Wellen schlagen).

    Das Betriebsklima in ihrer Abteilung ist außergewöhnlich gut. Das schlägt sich auch in einer geringen Fluktuation nieder: Wer einmal hier arbeitet, der will so schnell nicht wieder weg.

    Ein Problem erneuerbarer Energien ist die unvermeidbare Fluktuation von Energiequellen wie Wind und Sonne. Um eine l√ľckenlose Stromversorgung zu gew√§hrleisten, ist ein Fluktuationsausgleich durch herk√∂mmliche Energietr√§ger n√∂tig.

  • gustatorisch

    Das Adjektiv gustatorisch bedeutet ‚Äěden Geschmackssinn betreffend‚Äú bzw. ‚Äědas Schmecken betreffend‚Äú.

    Die Sinneszellen in Nase und Mund, allen voran auf der Zunge, sind f√ľr die Wahrnehmung der gustatorischen Reize wie s√ľ√ü, sauer, salzig und bitter verantwortlich.

    Grundsätzlich kommt der Begriff nur in Bereichen der Medizin oder der Psychologie vor, in denen auch die anderen Sinne beleuchtet werden, die olfaktorische, akustische, visuelle und haptische Reize wahrnehmen.

    Gustatorisch leitet sich vom lateinischen Verb gustare (schmecken, probieren, genießen) ab.

    Das Mahl sieht aus wie zusammengew√ľrfelt, aber gustatorisch sagt es mir dennoch zu.

    Die gustatorischen Nervenzellen des Patienten leiden unter einer Fehlfunktion, so dass es ihm nicht möglich ist, alle Geschmacksrichtungen zu unterscheiden.

    Neben den klassischen gustatorischen und olfaktorischen sind vor allem mechano- , thermo- und nociceptive Empfindungen beteiligt. РHatt, Hanns, Chemosensibilität, Geruch und Geschmack, in: Josef Dudel / Randolf Menzel / Robert F. Schmidt (Hg.), Neurowissenschaft, Berlin: Springer 1996, S. 297-316, S. 308

  • verifizieren

    Das schwache Verb¬†verifizieren bedeutet „die Wahrheit oder Richtigkeit von etwas pr√ľfen und best√§tigen“.

    Es hat seinen Ursprung in den lateinischen Begriffen verus (wahr, vlg. veritas = Wahrheit) und facere (herstellen).

    Diesmal nahm er sich fest vor, ihre Aussagen erst zu verifizieren, statt wie beim letzten Mal √ľberst√ľrzt zu handeln.

    Die Anekdote scheint mir von dieser dubiosen Vereinigung kolportiert zu sein. Lässt sie sich irgendwie verifizieren?

    Die Empirie ist ein Weg, theoretische Aussagen zu verifizieren.

    Die kontroverse Debatte¬†um diesen Hasardeur k√∂nnte sofort ad acta gelegt werden, wenn der Wahrheitsgehalt des profanen Videos endlich verifiziert werden w√ľrde. Der Status quo konterkariert¬†schlie√ülich latent die Arbeit der Kanonisationskongregation, wodurch es jederzeit zum Debakel kommen kann.

  • fulminant

    Das Adjektiv fulminant¬†bedeutet „gro√üartig“, „imposant“ oder „√ľberw√§ltigend“.

    Als fulminant bezeichnet man heute besonders eindrucksvolle Dinge und Ereignisse, insbesondere dann, wenn sie durch eine beachtliche und außergewöhnliche Leistung einer oder mehrerer Personen ermöglicht wurden. Tätigkeiten können ebenfalls als fulminant beschrieben werden, jedoch ist der Gebrauch in Bezug auf Substantive und substantivierte Verben weit häufiger.

    Ursprung des Begriffs ist das lateinische fulmen (Blitz).

    Nach dem fulminanten und viel beachteten Auftakt ließen sie nicht etwa nach, vielmehr schwangen sie sich zu bisher ungeahnten Höhen ihrer Kunst auf.

    Viel Lob bekam sie auch f√ľr den fulminanten Galaabend anl√§sslich des hundertsten Jahrestags des Vereins.

    Das Semester begann schwach, endete aber daf√ľr um so fulminanter.

    Ist man Journalist und nimmt an einem JOURNALISTEN- ODER SCHRIFTSTELLERTAG teil, so donnere man eine fulminante Rede gegen den Nachdruck, den man als frechen Stra√üenraub bezeichnet, durch den der arme Kollege das geistige Eigentum einb√ľ√üt. Namentlich thue man dies, wenn man selbst das Verbrechen des Nachdrucks ver√ľbt. (sic)
    – Julius Stettenheim (1905), Der Moderne Knigge.