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  • Plafond

    Das Substantiv¬†Plafond¬†(der) hat im deutschen Sprachgebrauch zwei unterschiedliche Bedeutungen. In der ersten Bedeutungsform wird damit eine Zimmerdecke bezeichnet. Diese Bezeichnung ist vor allem in √Ėsterreich verbreitet.

    Weiterhin wird im wirtschaftlichen Kontext das Wort Plafond genutzt, um die obere Grenze von Krediten oder anderen Beträgen zu bezeichnen.

    Plafond leitet sich dabei vom französischen plafond ab, was ebenfalls Decke bedeutet.

    Der Plafond zeigte ein großes Deckengemälde.

    Durch die gute wirtschaftliche Entwicklung musste der Kredit nicht bis zum Plafond genutzt werden.

  • Apotheose

    Der Begriff Apotheose bezeichnet urspr√ľnglich die „Verg√∂ttlichung eines Menschen“. Ein Mensch wird also in einen g√∂ttlichen Rang gehoben oder als Gott angesehen. Mittlerweile sind aber auch „√úberh√∂hung“ oder „Verherrlichung“ Synonyme von Apotheose.

    Die Apotheose spielte in der Antike eine gro√üe Rolle. So wurden bedeutende Pers√∂nlichkeiten noch zu Lebzeiten in den Stand von G√∂ttern erhoben. Ein Beispiel f√ľr eine solche Person ist Julius Caesar als r√∂mischer Herrscher. Nach seinem gewaltsamen Tod wurde der Name Caesar Teil des Titels des jeweiligen Herrschers im r√∂mischen Reich. Die Begriffe Kaiser und Zar leiten sich ebenfalls von Caesar ab. Die Apotheose des Julius Caesar wird in diesen Bezeichnungen deutlich.

    Der Begriff Apotheose geht auf das lateinische Wort¬†apoteosis¬†zur√ľck, was ebenfalls Verg√∂ttlichung bedeutet.

    Viele Pers√∂nlichkeiten der Geschichte wurden per Apotheose jeder Kritik entr√ľckt.

  • transkribieren

    Das Verb transkribieren bedeutet „umschreiben“ bzw. „√ľbertragen“. Gemeint ist meist das √úbertragen von Worten in ein anderes Schriftsystem mit dem Ziel, den Klang der Ausgangssprache weitestgehend beizubehalten. Besonders h√§ufig wird diese Technik verwendet, um Namen von Personen oder Orten in andere Sprachen zu √ľbertragen.

    Weiterhin kann das √úbertragen von Worten in eine phonetische Lautschrift, das Umschreiben eines Musikst√ľcks f√ľr ein anderes Instrument oder das Niederschreiben gesprochener Sprache (etwa eines Interviews) gemeint sein.

    Seinen Ursprung findet der Begriff im gleichbedeutenden lateinischen transcribere, welches sich aus der Vorsilbe trans– (√ľber, hinaus) und dem Verb scribere (schreiben).

    Um chinesische Namen in lateinische Schrift zu transkribieren, wird meist die Lautschrift Pinyin verwendet. Dar√ľberhinaus geben sich viele Chinesen allerdings auch einen selbstgew√§hlten – und mitunter am√ľsanten – englischen Namen.

    Alfred Kantorowicz, vor seiner Emigration in die USA (als eine Art Nachfolger Tucholskys) Paris-Korrespondent der Vossischen Zeitung, durfte in einem luftleeren Abhörraum des New Yorker Senders CBS täglich 10 Stunden die Hetztiraden jener Nazigrößen abhören (und transkribieren), vor denen er mit knapper Not sein Leben gerettet hatte.
    Fritz J. Raddatz (2007), Mein Versagen als B√ľrger der DDR, DIE ZEIT Nr.34 vom 16.08.2007, S.13.

  • prospektiv

    Das bildungssprachliche Adjektiv prospektiv bedeutet¬†„auf die Zukunft gerichtet“, „die Weiterentwicklung betreffend“ oder „zu erwarten“.

    H√§ufig wird das Adjektiv im Zusammenhang mit medizinischen oder psychologischen Studien verwendet. Ziel prospektiver Studien ist die √úberpr√ľfung von Behandlungsmethoden und deren Wirksamkeit mittels festgelegter Hypothesen und fixem Zeitraum.

    Synonyme zu prospektiv sind ‚Äěweitsichtig‚Äú oder ‚Äěvorausschauend‚Äú.
    Das Gegenwort zu prospektiv ist „retrospektiv“ (zur√ľckschauend, r√ľckblickend).

    Das Adjektiv ist auf das sp√§tlateinische prospectivus (zur Aussicht geh√∂rend) zur√ľckzuf√ľhren.

    Um vor allem prospektive Arbeitgeber zu beeindrucken, legt er viel Wert auf eine repräsentative und gut gepflegte Homepage.

    Womöglich auftretende Komplikationen können prospektiv verhindert werden, indem Risikomanagementpläne aufgestellt und befolgt werden.

    Um diesen Einwand zu entkräften, ist eine sogenannte prospektive Studie nötig. Man beobachtet, ob sich die Hirnstruktur von Nicht-Meditierern durch Meditation verändert. Auch das hat Lazar getan. Nach acht Wochen eines achtsamkeitsorientierten Stressreduktionsprogramms wies sie eine messbare Zunahme in der Dichte der grauen Substanz nach, und zwar in Regionen, die mit Meditation im Einklang stehen: Aufmerksamkeit, Introspektion, Selbstwahrnehmung.
    Sat Bir Singh, Eine Sache der Disziplin, Brandeins 04/2014

  • konstitutiv

    Das Adjektiv konstitutiv bedeutet „grundlegend“, „tragend“ und beschreibt ein Merkmal, eine Bedingung oder eine Eigenschaft, die f√ľr den Erfolg, die Gesamterscheinung oder die Definition einer Sache oder einer Person ma√ügeblich ist, also nicht weggelassen werden kann.

    Der Begriff hat seinen Ursprung im lateinischen constituere (feststellen, beschließen).

    Die pers√∂nliche Ansprache des Publikums ist konstitutiver Bestandteil seiner B√ľhnenshow.

    Konstitutiv waren in dieser Phase vor allem der Weitblick und der Entscheidungswillen des neu gewählten Präsidenten.

    Die eigene Sprache ist zweifellos konstitutives Element jeder lokalen Kultur.

  • Tableau

    Das Substantiv Tableau bezeichnet zum einen ein im Theater oder Film eindrucksvoll gruppiertes Bild auf der B√ľhne respektive der Leinwand.

    Im Kunstbereich ist Tableau andererseits die veraltete Bezeichnung eines Gem√§ldes, w√§hrend es in der Literaturwissenschaft eine lang ausgef√ľhrte, personenreiche Schilderung darstellt.

    Zuletzt kann ein Tableau aber auch, vor allem im österreichischen Raum, eine Schautafel, Tabelle, Rangliste oder auch ein Mieterverzeichnis im Flur eines Mietshauses sein.

    Der Begriff stammt aus dem Französischen und ist von table (Tisch, Tafel, Brett), beziehungsweise dem lateinischen tabula (Tafel) abgeleitet.

    Bei der Betrachtung des Tableaus, dem Aush√§ngeschild des Museums, kommt es immer wieder zu kontroversen Diskussionen √ľber die Intention des K√ľnstlers.

    Das Klingeltableau des Hochhauses umfasst mehr als 160 Namensschilder, was vor allem den Pizzalieferanten immer wieder vor eine große Herausforderung stellt.

    Was w√§ren Olympische Spiele ohne den Medaillenspiegel? F√ľr die einen das Wichtigste √ľberhaupt, weil sie sich in dem Tableau der Medaillen so sch√∂n spiegeln k√∂nnen. F√ľr die anderen stumpfer Nationalismus.
    Christian Spiller, Olympia-Splitter VII: Bayern besser als der Rest der Welt, Zeit Online, 15.02.2014

  • fingieren

    Das Verb fingieren bedeutet „vort√§uschen“, „f√§lschen“, „vorspiegeln“. Insbesondere spricht man von fingieren, wenn mit der T√§uschung ein √ľbergeordnetes Ziel erreicht werden soll.

    Beispiele:

    • Beweise fingieren, um die Verurteilung eines Angeklagten zu erreichen.
    • Den eigenen Tod fingieren, um Geldschulden zu entgehen.
    • Untersuchungsergebnisse fingieren, um die Zulassung eines Arzneimittels zu erreichen.

    Der Begriff leitet sich von dem lateinischen Wort fingere ab, welches soviel wie sich vorstellen, erdichten, formen oder bilden bedeutet. Es wurde urspr√ľnglich f√ľr das Formen von Lehm oder Ton verwendet.

    Der Anwalt fingierte ein Fallbeispiel in der Verhandlung, welches ihm die Glaubw√ľrdigkeit der Geschworenen erbrachte.

    Wer ernsthaft krank wird, bekommt von seiner Versicherung einen Brief, dass die Behandlungskosten leider nicht √ľbernommen werden k√∂nnen, dazu fingieren Gutachter medizinische Begr√ľndungen.
    – Markus Grill, Meine Meinung: Krankes System, NEON.de, 09/2007

  • Subsidiarit√§tsprinzip

    Das Subsidiaritätsprinzip als grundlegender Bestandteil vieler moderner Gesellschaftsordnungen sieht vor, dass Aufgaben und Problemstellungen stets von der kleinsten möglichen Einheit bewältigt werden. Übergeordnete Instanzen greifen nur dann subsidiär ein, wenn es unbedingt erforderlich ist.

    Konkret bedeutet dies, dass die Sicherung der eigenen Existenz und die Ausgestaltung des eigenen Lebens in erster Linie in der Hand des einzelnen B√ľrgers liegt. So soll eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung und die freie Entfaltung des Individuums erm√∂glicht werden.

    Ursprung des Begriffs der Subsidiarit√§t ist das lateinische subsidium (Beistand, St√ľtze).

    Eigentlich spricht nichts dagegen, so viele politische Entscheidungen wie m√∂glich so nahe wie m√∂glich an die B√ľrger heranzur√ľcken, im Gegenteil, dieses Prinzip der Subsidiarit√§t ist im deutschen Verfassungsrecht leitendes Prinzip der Demokratie.
    Jochen Bittner u.a. (2012), Am prächtigsten allein, DIE ZEIT, 22.11.2012 Nr. 48.

  • Laissez faire

    Laissez faire bedeutet sinngem√§√ü √ľbersetzt „machen lassen“ oder „laufen lassen“, womit eine Haltung der Nichteinmischung mit dem Vertrauen darauf gemeint ist, dass sich die Dinge wohl am Besten von selbst regeln. Damit kann etwa das Verhalten des Staates in Bezug auf die Wirtschaft oder der Erziehungsstil von Eltern beschrieben werden.

    Die Aussprache folgt dem Franz√∂sischen, ist nicht „eingedeutscht“ und w√ľrde, direkt in die deutsche Aussprache √ľbertragen, etwa [l√§ssee f√§hr] geschrieben. Die Betonung liegt auf der letzten Silbe.

    Der Begriff wurde im 18. Jahrhundert vom französischen Politiker René Louis d’Argenson und dem Wirtschaftswissenschaftler Vincent de Gournay geprägt.

    Ihr Laissez-fair-Unterricht funktioniert nicht immer. Oft st√∂ren doch einzelne Sch√ľler die Konzentration der ganzen Klasse. Ein Problem, das sich leider nicht von selbst regelt.

    Laissez fair ist in dieser Konstellation voraussichtlich keine dauerhafte Lösung.

  • Dispensierung

    Das Substantiv Dispensierung bedeutet „jemanden von einer bestimmten Aufgabe entbinden“. Synonyme sind etwa „Entbindung“ oder „Freistellung“. Das passende Verb dazu lautet¬†dispensieren.

    In der Pharmazie wird unter Dispensierung auch die Zubereitung oder die Ausgabe von Arzneimitteln verstanden.

    Das Wort Dispensierung stammt dabei vom lateinischen¬†dispensatio ab. Dieser Begriff kann unterschiedlich √ľbersetzt werden, unter anderem als Befreiung oder Erlaubnis.

    Die¬†Dispensierung¬†von ihren Amtspflichten entpuppte sich als Gl√ľck im Ungl√ľck. Endlich hatte sie mehr Zeit f√ľr sich und ihre Familie.

    Sein Verhalten zog eine Dispensierung vom Unterricht nach sich.

    Die direkte¬†Dispensierung von Medikamenten durch √Ąrzte ist in Deutschland generell nicht vorgesehen.