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Exaltation

Das Substantiv Exaltation bedeutet „übertriebene, hysterische Aufregung oder Erregung“. Der Begriff wird vor allem in der Psychologie genutzt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Exaltation selten gebraucht.

Das dazugehörige Verb lautet exaltieren, das Adjektiv exaltiert.

Das französische exaltation bedeutet „Erregung“ bzw. „Erhebung“ im übertragenen Sinne. Vgl. auch das lateinischen exaltatio (Erhöhung).

Die Stimmung auf der Demonstration schaukelte sich immer weiter hoch, bis es soweit schien, als würde sich die kollektive Exaltation schon bald Bahn brechen.

Höchste Bühnenbetriebsamkeit, Exaltation, Chaos – und dann Generalpause. Nur noch Husten, Räuspern, Rascheln im Zuschauerraum.
Die Zeit

Puritaner

Ein Puritaner ist heute im Allgemeinen ein besonders sittentreuer Mensch. Die Bezeichnung ist oft abwertend behaftet und soll dann ausdrücken, dass die Ansichten, Sitten und Überzeugungen nicht mehr zeitgemäß, kleingeistig oder überzogen sind.

Im engeren Sinne ist ein Puritaner ein Anhänger des Puritanismus. Der Puritanismus war eine christliche Bewegung im 16. bis 18. Jahrhundert, zunächst in England und Schottland, später auch in den englischen Siedlungsgebieten in Nordamerika. Puritaner setzten sich für eine strikte christliche Lehre im Sinne des Calvinismus ein. Sie stellten die heilige Schrift in ihrem Wortlaut über sich wandelnde christliche Traditionen, speziell die der katholischen Kirche (Ablasshandel, Reliquien…).

Die Herkunft des Wortes liegt im lateinischen purus (rein, sauber, unbefleckt).

Beispiele:

[…] Alkoholverbote werden immer nur von gottgefälligen Puritanern ausgesprochen, und erst die Prohibition ließ die Mafia Weltmacht werden.
– Manfred Klimek (2013), Der Wein der Weisen, Brand Eins

In England wurde Weihnachten von 1644 bis 1660 abgeschafft, weil die Puritaner das Fest als heidnisch ansahen.
Neon

Tristesse

Das Wort Tristesse bedeutet „Trostlosigkeit“, „Traurigkeit“ oder auch „Langeweile“. Es wird verwendet um Emotionen, Orte und Gegenstände zu beschreiben. Weitere Synonyme für Tristesse sind zum Beispiel Schwermut, Einförmigkeit, Melancholie und Trübsinn.

Das Wort Tristesse stammt aus dem Französischen und bedeutet „Trauer“ und „Traurigkeit“. Bei der Übernahme des Wortes in die deutsche Sprache hat der Begriff Tristesse damit eine breitere Bedeutung erhalten. Ebenfalls verbreitet hat sich im deutschen Sprachraum das dazugehörige Adjektiv trist, welches auf das französische triste zurückgeht.

Die Stadt bot sich ihm in diesem Winterwetter in ihrer ganzen Tristesse dar.

Das schlechte Spiel auf dem Rasen passte gut zu der Tristesse auf den Rängen.

Die Gärtner sind eifrig am Werkeln, um die Tristesse des Winters durch ein „farbenfrohes Empfangskomitee“ auszutauschen.
Eier werden zu Kunstwerken, morgenweb.de, 21.02.2018

Inkarnation

Das Substantiv Inkarnation bedeutet allgemein „Verkörperung“ oder „Gestaltwerdung“. Von einer Inkarnation spricht man zum Beispiel dann, wenn eine bestimmte Person aufgrund ihrer Eigenschaften beispielhaft für eine größere Gruppe an Menschen, für eine Idee oder Weltanschauung steht. Dabei muss sich eine Inkarnation aber nicht auf eine Person beziehen, sondern kann auch für andere Vergleiche genutzt werden.

Im religiösen Zusammenhang wird der Begriff Inkarnation verwendet, um die Verkörperung göttlicher Wesen in einer weltlichen Gestalt zu beschreiben. Im Christentum wird mit Inkarnation die Menschwerdung Gottes in der Gestalt Jesus Christus beschrieben. Auch im Buddhismus und Hinduismus spielt Inkarnation eine Rolle.

Das deutsche Wort Inkarnation geht auf das lateinische Wort incarnatio zurück, welches über die gleiche Bedeutung verfügt. In incarnatio steckt das Wort caro, was Fleisch bedeutet.

Adolf Hitler wird oft als die Inkarnation des Bösen beschrieben.

Seine Bilder sind die Inkarnation aller Elemente, die in dieser Kunstepoche eine Rolle gespielt haben.

Er sieht aus wie die Inkarnation des jungen Joe Cocker, wenn er in Boots, hochgekrempelter Jeans und Wollmütze auf die Bühne kommt und seine mächtige Stimme erhebt.

Mit Vollbart und Mütze – Sänger Tom Walker rockt das NDR 2 Soundcheck Festival, goettinger-tageblatt.de, 01.10.2018

eminent

Das Adjektiv eminent bedeutet „hervorragend“. Als eminent werden Dinge bezeichnet, die besonders herausragend, hervorragend oder außerordentlich sind.

Weiter Synonyme können auch auffallend, unbeschreiblich, erstaunlich und bemerkenswert sein.

Das Wort kann nur zum Hervorheben der Bedeutung von Substantiven und Adjektiven verwendet werden. Eine besonders geläufige Formulierung ist „eminent wichtig“.

Herkunft des Begriffs ist das gleichbedeutende lateinische eminens.

Für die Professorin ist das Thema „Zeitmanagement“ von eminenter Bedeutung.

Der Konzern will die Verluste im eminent wichtigen Geschäft mit Nahrungsmitteln regionaler Herkunft durch eine Marketingkampagne wieder wettmachen.

In ganz eminentem Sinne ist diese Maxime für die Goethesche Seinsbetrachtung charakteristisch: denn keine andere bindet Formung, Ordnung, Gesetz so unbedingt an die Erscheinung der Dinge, an die morphologische Wirklichkeit.
– Georg Simmel (1913), Goethe.

fundamentalistisch

Das Adjektiv fundamentalistisch beschreibt Personen oder Gruppen, die unnachgiebig an ihren ideologischen oder religiösen Grundsätzen festhalten. Auf diesen Grundsätzen basiert ihr Handeln, auch im politischen Sinne, und nur danach wird es ausgerichtet.

Im weiteren Sinne fordern fundamentalistische Gruppierungen ein Wiederaufgreifen der Wurzeln von bestimmten Ideologien oder Religionen und stellen sich damit gegen die vorherrschende Lebensweise der Moderne.

Der Ursprung des Begriffs liegt im englischen fundamentalism (Fundamentalismus), abgeleitet von fundamental (grundlegend, wesentlich).

Fundamentalistisch ist dabei nicht zu verwechseln mit dem Adjektiv fundamental.

Gruppen fundamentalistischer Christen könnte man vereinfacht auch als bibeltreu bezeichnen, da sie der Bibel absolute Irrtumslosigkeit attestieren.

In der Zeit der Globalisierung führen fundamentalistische Sichtweisen notgedrungen zu Konflikten, da sie Toleranz und interkulturellem Austausch keinen Platz lassn.

Woher kommen dann solche Ängste? „Vor dem Fremden, das man nicht kennt, hat man eben Angst“, sagte der Grünen-Politiker. „Und leider haben es fundamentalistische Strömungen geschafft, dass öffentliche Bild des Islams zu dominieren und zu verzerren.“ – Kretschmann: Angst vor Islamisierung Deutschlands unbegründet, Zeit Online, 1. Januar 2016

Kakophonie

Eine Kakophonie (die) ist eine eine schlecht klingende Folge von Lauten, also ein Missklang.

Das Substantiv wird in der Sprachwissenschaft und in der Musik gebraucht. Antonym des Substantivs ist die Eufonie: der „Wohlklang“.

Der Ausdruck findet seinen Ursprung im griechischen kakophonia, bestehend aus dem Präfix kakós (Miss-) und phōnḗ (Klang, Ton).

Als ich nach einer Jugend auf dem Land zum Studieren in die Stadt zog, nahm ich das Grundrauschen der belebten Straßen als mir ständig präsente Kakophonie wahr.

Die Kakophonie des Musikstücks hielt sie nicht davon ab, es rauf und runter auf dem Klavier zu spielen und alle anderen damit zu nerven.

Moderne Popmusik ist die reinste Kakophonie, wenn du mich fragst.

Sie tat sich schwer, die fremde Sprache zu lernen. Alles klang so schrecklich kakophon.

Ein Zweipersonenorchester mit ausreichend Empathie fürs gefühlige Genre, dessen Folkpop sich angenehm durch die Kakophonie des Alltags schlängelt.
Jan Freitag, Zwei mit einer Stimme, Die Zeit, 03.09.2013.

 

olfaktorisch

Das Adjektiv olfaktorisch bedeutet „den Geruchssinn/Riechnerv betreffend“.

Olfaktorisch beziehungsweise ein olfaktorischer Reiz ist somit alles, was riechbar ist. Man spricht dann auch von olfaktorischer Wahrnehmung.

Der Begriff hat seinen Ursprung im lateinischen olfacere (riechen).

Das Leben auf dem Land ist geruhsam und gemeinhin angenehm. Jedoch steigt, wenn es für die Landwirte an der Zeit ist, ihre Felder zu düngen, die olfaktorische Belastung für die Umgebung stark an.

Diesen Duft zu erschnuppern kommt einem olfaktorischen Orgasmus gleich.

Fernsehen ist derzeit – zum Glück – noch kein olfaktorisches Erlebnis.

Onomatopoesie

Onomatopoesie (die) bezeichnet die Wortbildung durch sprachliche Nachahmung von Geräuschen und Lauten.

Eines der bekanntesten Beispiele dieser Lautmalerei ist „Kuckuck“ – der Ausruf wird direkt mit dem gleichnamigen Vogel verbunden.

Aus dem Altgriechischen stammend ist das Substantiv aus onoma („Name“) und poiēsis („das Machen“) zusammengesetzt und bedeutet daher „das Namengeben“ oder „das Wortbilden“.

„Summende Bienen“ und „zirpende Grillen“ sind typische Beispiele der Onomatopoesie.

Ein Buch, das mehr literarischen als journalistischen Ehrgeiz hat, ein Buch als Versuch, Dennis sprachlich noch zu überhoppern, ein Buch, in dem Polizisten natürlich „Bullen“ und verblödete Filmproduzenten „Schlipsträger“ sind, in dem fett gedruckte Onomatopoesie – Zack! Bing! snifffffffffFFFFFFFF – die Textbausteine trennt, […] so ein Buch ist zu was verurteilt? Genau, zum Scheitern.
Georg Seeßlen, Biografie: Total vermasselt, Die Zeit, 11.07.2013.

Pathos

Pathos (das) ist im Allgemeinen ein leidenschaftliches Gefühl der Feierlichkeit oder des Ergriffenseins. Speziell in der Rhetorik beschreibt Pathos einen emotionalen, meist wortgewaltigen Redestil.

Der Begriff wird oft abwertend gebraucht, um auf die übersteigerte Rührseligkeit oder Schmalzigkeit etwa einer Feier, einer Rede oder eines Films hinzuweisen.

Der Ursprung des Wortes findet sich im griechischen páthos (Leid, Leidenschaft).

Nicht selten werden Verfilmungen geschichtlicher Ereignisse mit einer gehörigen Portion Pathos ausgestattet.

Das übersteigerte Pathos in seiner Amtsantrittsrede ließ einen Teil des Publikums in frenetischen Beifall ausbrechen, während der Rest von Fremdscham erfüllt zu Boden blickte.

Der gesamte Saal war vom Pathos ergriffen. Einige Anwesende brachen sogar in Tränen des Glücks aus, in diesem – so schien es ihnen – großartigen Land wohnen zu dürfen.