• authentisch

    Das Adjektiv authentisch bedeutet „echt” oder auch „glaubhaft”. Es wird häufig verwendet, um etwas zu beschreiben, was hinsichtlich der Echtheit gesichert und daher zuverlässig ist. Authentisch können sowohl Gegenstände als auch Menschen sein.

    Der Begriff ist das Adjektiv zu Authentizität und entstammt dem spätlateinischen authenticus „verbürgt”, „zuverlässig” oder dem griechischen authentikós „echt”.

    Wertvolle und wichtige Dokumente und Kunstgegenstände werden häufig überprüft, ob sie authentisch sind.

    Ich bin ein Fan dieses Musikers, weil er in seinen Interviews immer authentisch wirkt.

    Dieser historische Film ist authentisch, er gibt die damaligen Ereignisse sehr gut wieder.

  • bigott

    Das Adjektiv bigott bedeutet ursprünglich „scheinheilig“ bzw. „übertrieben und heuchlerisch glaubenseifrig“, „frömmelnd“. Es beschreibt Personen (und deren Verhalten), die sich in besonderem Maße bemühen, ihre religiöse Regeltreue und Gottesfurcht zu präsentieren. Dabei geht es mehr um das ängstliche, korrekte Verfolgen eines Ideals (etwa „der perfekte Christ“…) und den Eindruck nach außen, als um das Streben nach tatsächlicher Erfüllung im Glauben.

    Inzwischen kann der Begriff auch für heuchlerisches Verhalten in anderem Kontext verwendet werden.

    Das Wort wurde aus dem gleichbedeutenden französischen bigot entlehnt.

    Mit ihrem bigotten Getue geht sie sogar dem Pastor auf die Nerven.

    Jahrelang hielt er seine sexuelle Orientierung geheim, führte sogar eine nach außen hin harmonische Ehe. Nach der dramatischen Scheidung und seinem öffentlichen Bekenntnis reagierten die Fans überraschend verständnisvoll auf seinen bigotten Lebenswandel.

  • Outplacement

    Das Substantiv Outplacement (das) bedeutet „Außenvermittlung“.

    Outplacement-Berater begleiten entlassene Arbeitnehmer(innen) während des Trennungsprozesses vom Unternehmen und auf dem Weg in eine neue Tätigkeit. Das Outplacement wird grundsätzlich von einem externen Beratungsunternehmen übernommen.

    Der Begriff wurde direkt aus dem Englischen übernommen.

    Nach dem Rausschmiss war ich richtig sauer auf die Firma. Aber wenigstens haben sie meine Outplacement-Beraterin bezahlt, ist ja wohl das mindeste!

    Neben diversen Coaching-Angeboten zählen auch das Entwerfen der Bewerbungsstrategie sowie der Bewerbungsunterlagen, die Stellensuche und zu guter Letzt auch die Unterstützung beim neuen Arbeitsvertrag zum Outplacement dazu.
    Was ist Outplacement Beratung?, Outplaced.de

    Je früher Outplacement zum Einsatz kommt, desto eher lässt sich eine Arbeitslosigkeit für den einzelnen verhindern.
    Sabine Hockling, Wie Sie sich fair von Mitarbeitern trennen, Zeit Online, 08.07.2011

  • Askese

    Askese (die) ist eine streng enthaltsame Lebensweise, bei der – ursprünglich meist mit religiösem Hintergrund – auf weltliche Genüsse und die Erfüllung von weltlichen Wünschen und Begehren verzichtet wird.

    Formen der Askese sind etwa der Verzicht auf persönlichen Besitz, Verzicht auf Annehmlichkeiten wie ein weiches Bett oder eine Heizung, weitestgehender Verzicht auf Nahrungsmittel etc. Über die Kontrolle des tatsächlichen Verhaltens hinaus soll im Idealfall auch die Kontrolle über die eigenen Gedanken und Begierden erlangt werden.

    Der Begriff entstammt dem griechischen asketes (der trainierende Athlet).

    Während ich es am Wochenende krachen lasse, mit Freunden ausgehe, das Leben genieße und gerne mal ein Bier zu viel trinke, übe ich mich unterhalb der Woche in Askese. Trinke morgens einen schwarzen Kaffee und nehme ansonsten über den Tag verteilt nur Rohkost und Wasser zu mir.

    Seinem Körper sieht man das harte Training und die langjährige Askese an.

  • engagiert

    Das Adjektiv engagiert bedeutet „sich stark für etwas oder jemanden einsetzend“ oder „großes Interesse an etwas habend“. Synonyme zu engagiert wären beispielsweise „eifrig“, „fleißig“ oder „emsig“, aber auch „tätig“.

    Im täglichen Sprachgebrauch wird der Begriff ebenfalls verwendet, um über ein Anstellungsverhältnis aufzuklären: „Sie sind engagiert!“, „Ich bin bei der Deutschen Bahn engagiert.“

    Die Herkunft des Begriffs liegt im französischen Verb engager (in Gage nehmen, anstellen, verpflichten) begründet.

    Unser neuer Mitarbeiter macht bis jetzt einen guten Eindruck. Er ist sehr engagiert.

    Die Mannschaft von Trainer Pal Dardai kam beim engagierten, aber spielerisch limitierten FC Augsburg nur zu einem torlosen Remis.
    Hertha enttäuscht bei Nullnummer in Augsburg, 18.11.2016, Zeit Online

     

  • Eskapismus

    Das Substantiv Eskapismus bezeichnet die „Realitätsflucht in eine Scheinwelt oder -wirklichkeit“, sowie allgemeiner die „Sucht nach Vergnügen und Zerstreuung“.

    In den letzten Jahren hat der Begriff vor allem im medienwissenschaftlichen und medienpsychologischen Kontext an Bedeutung gewonnen.

    Die Herkunft des Wortes liegt in der englischen Entsprechung escapism, die wiederum dem lateinischen Verb excapere (entkommen) entstammt.

    Der Politiker kritisierte den zunehmenden Hang der Jugend zum Eskapismus. Ein großer Teil des Lebens junger Menschen spiele sich in Online-Spielen, dem Internet und Fernsehserien ab.

    Eskapismus war gestern, heute holt uns die Realität auch im Superhelden-Kino ein: Iron Man macht ein Sabbatical und Batman hat eine unipolare Störung.
    – Christina Rietz (2013), Held, gönn dir mal ’ne Pause. Zeit Online.

  • apo­dik­tisch

    Das Adjektiv apodiktisch hat zwei Bedeutungen.

    Bildungssprachlich bedeutete es (eher abwertend) „keinen Widerspruch zulassend“ und beschreibt die Art, in der etwas vorgetragen wird.

    In der Philosophie beschreibt es Aussagen oder Argumente als „unwiderlegbar“ oder „unumstößlich“.

    Die Herkunft des Begriffs liegt im spätlateinischen apodicticus und geht zurück auf das gleichbedeutende griechische apodeiktikos.

    Mit apodiktischem Nachdruck warnte er vor der Einführung der gemeinsamen europäischen Währung.

    Wir schaffen das schon, erklärte sie apodiktisch.

    Eine apodiktische Aussage ist zwingend wahr und kann nicht falsifiziert werden. Ihre Richtigkeit ist evident und unumstößlich.

    Aber so allgemein hat selbst Hume den Empirismus nicht gemacht, um auch die Mathematik darin einzuschließen. Er hielt ihre Sätze für analytisch, und, wenn das seine Richtigkeit hätte, würden sie in der Tat auch apodiktisch sein, gleichwohl aber daraus kein Schluß auf ein Vermögen der Vernunft, auch in der Philosophie apodiktische Urteile, nämlich solche, die synthetisch wären, (wie der Satz der Kausalität,) zu fällen, gezogen werden können.
    – Immanuel Kant (1788), Kritik der praktischen Vernunft.

  • minutiös

    Das Adjektiv minutiös bedeutet „peinlich genau“ oder „kleinlich“. Eine alternative (weniger gebräuchliche) Schreibweise ist minuziös.

    Der Begriff geht auf das lateinische Wort „minutia“ (Minute) zurück.

    Das minutiöse Aufteilen der Rechnungen am Ende eines Rendezvous kann die Stimmung trüben und die Beziehung belasten.

    Dank ihrer minutiösen Planung war die Eröffnungsfeier ein voller Erfolg.

    Forscht man bei Pimco nach, wie es den Mitarbeitern im Alltag unter Zeitdruck und vielfältigen Einflüssen gelingt, das Wesentliche nicht dem unvermittelt Auftretenden unterzuordnen, stößt man bei allen Beteiligten immer wieder auf einen Begriff: Disziplin. Die Tage sind bei vielen Pimco-Führungskräften minutiös durchgetaktet.
    Patricia Döhle (2012), Die Matrix, brand eins 03/2012. 

  • nuanciert

    Das Adjektiv nuanciert bedeutet „bis ins Äußerste differenziert„, „subtil“ beziehungsweise „pointiert„. Es dient damit der Beschreibung von Formen der (in erster Linie sprachlichen) Kommunikation, etwa Reden, Argumenten, Vorwürfen etc.

    Weiterhin kann das Vorgehen bei der Ausführung von Tätigkeiten und die (bspw. farbliche) Gestaltung oder Beschaffenheit von Gegenständen als nuanciert bezeichnet werden.

    Ursprung des Begriffs ist das gleichbedeutende französische nuancé.

    Sie trug ihre Argumente sehr nuanciert vor.

    Er wurde sehr für seine nuancierte Darstellung des zentralen Antagonisten gelobt.

    Und das mit Grund, denn dieses wunderbar leichthändig getuschte Blatt in seinen nuancierten Brauntönen und lichten Partien führt vor, wie experimentierfreudig der Künstler schon um 1790 – der Zeit der Veduten und idealen Landschaften – war.
    Annette Lettau (2011),Deutsche Romantik in Paris, DIE ZEIT, 31.3.2011 Nr. 14.

  • dechiffrieren

    Das Verb dechiffrieren bedeutet „entschlüsseln“. Es bezieht sich ursprünglich auf das Übertragen einer verschlüsselten (auch: chiffrierten) Botschaft in Klarschrift .

    Im übertragenen Sinne meint dechiffrieren auch das Entschlüsseln komplexer, schwierig zu durchschauender Sachverhalte und das Übersetzen selbiger in klare, einfach zu verstehende Worte.

    Ursprung des Begriffs ist das gleichbedeutende französische déchiffrer.

    Seine Aufgabe während des Krieges war in erster Linie, abgefangene Botschaften des Feindes zu dechiffrieren.

    Es gelang ihnen erst in der zweiten Halbzeit allmählich, die Angriffsmuster des Titelverteidigers zu dechiffrieren und entsprechend souverän zu reagieren.

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