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manifestieren

Der Begriff manifestieren leitet sich von dem lateinischen Verb manifestare ab, was wörtlich übersetzt soviel bedeutet wie „zeigen“ oder „deutlich machen“. Im heutigen Sprachgebrauch hat manifestieren die Bedeutung „sich oder etwas zu offenbaren“ oder „sich zu erkennen geben“ beziehungsweise „sichtbar werden“. Analog zur ursprünglichen Bedeutung kann es auch als Synonym für „deutlich machen“ oder „etwas zum Ausdruck bringen“ gebraucht werden.

Das Wort wird im Sprachgebrauch meist angewandt wenn eine Steigerungsform der oben genannten Synonyme passend ist.

Mit dem unvergleichbar hohen Eintrittspreis sollte die Exklusivität der Veranstaltung  manifestiert werden.

Mit kleinen Aufklebern in Form eines Vereinslogos auf der Heckseite ihres Fahrzeuges manifestieren viele Fussballfans die Liebe zu ihrem Verein.

Vielleicht wäre mehr Gerechtigkeit, mehr Wahrheit möglich, wo weniger Zwang zur Transparenz herrschte. Eine kommunikative Gesellschaft, die sich selbst transparent ist, ist ein Ideal der Aufklärung. Sie manifestiert sich aber heute als eine Gesellschaft totaler Kontrolle, des Verdächtigens, des Misstrauens und der Entblößung
Oliver Link, Nur eine Maschine ist transparent, brand eins 07/2011

philanthropisch

Das Adjektiv philanthropisch entstammt dem griechischen philánthrōpos und beschreibt die Menschenfreundlichkeit. Somit kann damit zum Ausdruck gebracht werden, dass jemand besonders menschenfreundlich handelt oder denkt. Die ursprüngliche Bedeutung erweiternd, werden heutzutage auch wohltätige und gemeinnützige Denkweisen und Sachverhalte als philanthropisch bezeichnet.

Wenn also eine Denkweise oder eine Handlung als wohltätig oder als Projekt für die Menschen gesehen wird, so kann philanthropisch als Kompliment für die Verantwortlichen verwendet werden.

Auch Facebook lerne dazu. Am bemerkenswertesten aber habe sich, so Eck, Microsoft gemacht – und das nicht nur, weil Bill Gates und seine Frau Melinda sich mit ihrer philanthropischen Stiftung einen guten Ruf erarbeitet hätten.
Ulf J. Froitzheim (2011), Dallas Digital, brand eins 09/2011

Auch der hohe Erlös der Spenden für die Kinderhilfsprojekte war ein weiteres Indiz für den rein philanthropischen Charakter der Spendengala.

Ohne nicht auch mal die eigenen Maximen und philanthropischen Denkweisen zu ignorieren, würde es uns vielleicht schwerer fallen, Missstände in der Gesellschaft zu verstehen.

lakonisch

Das Adjektiv lakonisch entstammt dem griechischien lakōnikós (kurz und treffend, wortkarg) und hat im Deutschen heute noch die gleiche Bedeutung. Es bezog sich ursprünglich auf die knappe Ausdrucksweise der Spartaner, die man derzeit auch Lakedaimonier nannte.

Das Wort lässt sich immer dann verwenden, wenn man darauf hinweisen möchte, dass etwas kurz und treffend ausgedrückt wurde. Oft, aber nicht immer, schließt das auch eine nüchterne und präzise Ausdrucksweise ein.

 Lakonisch, ohne auch nur die Stimme zu erheben, beschrieb sie den Tathergang.

Auf die sehr offen gestellte Frage antwortete er überraschend lakonisch.

Der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Henry Tesch, wiederum brachte es auf die lakonische Formel „der Weg ist das Ziel“.
Katharina Schuler (2009), Islamkonferenz übt sich in Bescheidenheit, Zeit Online 25.6.2009.

Häufig spricht man von „lakonischer Kürze“, was jedoch ein Paradebeispiel für einen Pleonasmus ist.

monetär

Das Adjektiv monetär findet seine etymologische Herkunft in dem lateinischen Wort für Münze (moneta) und bedeutet „finanziell, das Geld betreffend“. Es bezeichnet somit im Allgemeinen geldliche und finanzielle Werte.

Das Wort ist im alltäglichen Sprachgebrauch sinngemäß anwendbar. Man verwendet es üblicherweise, wenn besonders in den Vordergrund gestellt werden soll, dass es sich ausschließlich um geldliche und nicht um vergleichbare Werte handelt.

Monetäre Anreize können einen Ansporn zu mehr Leistung im beruflichen Alltag darstellen.

Zur Stabilisierung der Region wurden fiskalische und monetäre Mittel eingesetzt.

Monetär sind wir derzeit gut aufgestellt.

Inzwischen ist eine neue Elite entstanden, die sich über viele Länder verteilt und auf kultureller Ebene austauscht. Für diese Menschen hat Luxus nichts mehr mit monetären und materiellen Werten zu tun – ihnen geht es um kulturelle Relevanz.
–  Gabriele Fischer, Wolf Lotte (2006), Ehrlichkeit ist auch eine Strategie, brand eins 04/2006

evident

Das Adjektiv evident leitet sich von dem lateinischen Adjektiv evidens ab und bedeutet soviel wie augenscheinlich. Es beschreibt etwas, das klar auf der Hand liegt.

Ein evidenter Sachverhalt ist unmittelbar und ohne Schwierigkeit erkennbar. Das Wort lässt sich somit alltäglich für die Betonung der Offensichtlichkeit eines Sachverhalts oder eines Zustandes verwenden, insbesondere auch um deutlich zu machen, dass man weitere Diskussion für überflüssig hält.

Dein Engagement in dem neuen Projekt ist aufgrund deines Nichterscheinens bei der Arbeit evident unzureichend.

Irgendwann werde etwas so evident, dass sich daraus ein neuer Trend ableiten ließe.
Schönherr K. (2011), Vorraussagen was angesagt ist, Zeit-Online 23.12.2011

Mit dieser Geistesverfassung von froher, überschäumender Kraft ging man an die Lösung der letzten Aufgabe, die Ideen von Gott, Freiheit und Unsterblichkeit so evident zu machen, wie es ein mathematischer Lehrsatz war, denn alles war ja mathematisch erkennbar.
– Paul Ernst (1935), Ein Credo.

polemisch

Wenn eine Argumentation polemisch ist, dann ist sie unsachlich, aggressiv und überspitzt. Das Wort stammt von dem gleichbedeutende Adjektiv polémique aus dem Französischen ab, welches wiederum auf polemikós (kriegerisch) aus dem Griechischen zurückzuführen ist.

Man sagt, Auseinandersetzungen und Diskussionen mit politischem, literarischem oder wissenschaftlichem Hintergrund gleiten ins Polemische ab, wenn eine persönliche und unsachliche Ebene erreicht wird. Somit lässt sich das Wort verwenden, um jemanden auf diesen Missstand seiner Argumentation aufmerksam zu machen.

Ihre Ausführungen für die Durchsetzung ihrer Ziele der Autofreien Zone haben das Kernthema gänzlich verlassen. Ihre polemische Argumentation bringt uns nicht weiter.

Dühring hat Helmholtz geradezu besudelt; und es braucht wohl kaum gesagt zu werden, daß Einstein diese Art einer polemischen Beweisführung verabscheut;
– Alexander Moszkowski (1922), Einstein – Einblicke in seine Gedankenwelt.

Nun, das liegt nicht in meiner Absicht. Der Anschein entstand wahrscheinlich daraus, daß ich in meiner polemisch angelegten Darstellung die unausgebildeten ärztlichen Analytiker für noch gefährlicher erklären mußte als die Laien.
– Sigmund Freud (1926), Die Frage der Laienanalyse.