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Exploration

Das Substantiv Exploration bedeutet „Erforschung“, „Erkundung“ oder „Prüfung“. Es beschreibt also Vorgänge, deren Ziel der Erkenntnisgewinn ist.

So ist etwa eine chirurgische Exploration in der Medizin das Öffnen des Gewebes auf der Suche nach Ursachen für Krankheitssymptome.

Auch in der Geologie ist der Ausdruck sehr gebräuchlich und meint hier das genaue Untersuchen der Erdkruste, um Lagerstätten und Rohstoffvorkommen zu entdecken und zu erschließen.

Der Begriff entstammt dem lateinischen  exploratio (Untersuchung Erforschung).

Folgt man den aktuellen Trend-Explorationen, so scheint es zeitnah Wirklichkeit zu werden, dass Gegenstände mit einander kommunizieren werden, um unser Leben noch komfortabler und effizienter zu gestalten.

Im Rahmen der zweiwöchigen Exploration wurden reichhaltige Erdölvorkommen entdeckt.

Dann folgen die „Prozessschritte zwei und drei: Exploration und Gespräch“. Ein Service-Agent nimmt sich einen Kunden konkret vor -eine ganze Geschichte wird dabei aufgerollt. Van Treeck: „Da gehen wir teilweise zurück bis in die Sechziger-, Siebzigerjahre – wollen wissen, wann hat der Kunde sein erstes Auto gekauft, wie ist das mit uns dann weitergegangen, welche Probleme gab es, welche guten Feedbacks?
– Wolf Lotter, Beziehung für Anfänger, brand eins 05/2012. 

Resümee

Ein Resümee ist eine kurze Zusammenfassung des Vorangegangenen, also beispielsweise einer Rede, eines Textes, einer Diskussion oder einer Legislaturperiode. Dabei beschränkt sich das Resümee auf das Wesentliche, die Kerngedanken oder Kernpunkte.

Der Begriff wurde im 15. Jahrhundert aus dem gleichbedeutenden französischen résumer entlehnt. Der Ursprung liegt wohl im lateinischen resumere (wieder vornehmen, wiederholen).

Er zog ein Resümee seiner Zeit als Präsident.

Abschließend stellte sie in einem eleganten Resümee noch einmal die inhaltlich wichtigsten Teile der Diskussion dar.

Pachlers Resümee aus der Gründungszeit: „Du darfst nicht glauben, dass du am Anfang mit einer tollen Idee Geld machst.“
– Fabian Burstein (2008), Versuch’s doch mit Bequemlichkeit!, brand eins 09/2008.

Exposé

Ein Exposé ist im allgemeinen Sinne ein Bericht oder eine erläuternde Darstellung. Gleichermaßen kann es aber auch ein Plan bzw. eine Zusammenstellung für ein Projekt in der Zukunft sein, zum Beispiel eine Inhaltsangabe eines literarischen Werkes, die im Vorwege niedergeschrieben wird. Der Begriff ist auch gängig für die Betitelung einer Handlungsskizze als Vorstufe eines Drehbuchs zu einem Film. Der Begriff entstammt dem gleichgeschriebenen französischen exposé, was als „Auseinanderlegung“ bzw. „Darlegung“ übersetzt werden kann. Zugrunde liegt diesem Wort das lateinische exponere (abhandeln, ausführen).

Wer sicherstellen will, dass Daten auf Yasni auch wirklich zu seiner Person gehören, kann kostenlos ein sogenanntes Exposé anlegen – also quasi selbst tun, was Rühl nicht darf: Informationen zu einem autorisierten Profil verdichten. Mit diesen verifizierten – im Fachdeutsch „sauberen“ – Datensätzen kann Yasni dann wiederum besser zielgerichtete Werbung verkaufen.
– Markus Albers (2011), Der Menschenfischer, brand eins 07/2011.

Um zu verifiziern, dass ihre Unternehmung aus Sicht der Interessengruppen in die richtige Richtung führte, schrieben sie ein kurzes stichaltiges Exposé nieder.

Affront

Ein Affront ist ein öffentlicher, beleidigender Angriff beziehungsweise eine Provokation. Der Begriff wurde im 17. Jhd. aus dem Französischen übernommen, wo affronter „die Stirn bieten, beschimpfen“ bedeutet.

Sein letzter Brief wurde als Affront gewertet.

Sie sah über seinen Affront hinweg und wünschte höflich ein angenehmes Wochenende.

Wütend über den Affront polterte er los.

Die Wohnung mit der Kuppel kennt man in Kreuzberg. Viele im Viertel haben sich schon mal gefragt, wer hier das Geld hat, um sich eine gläserne Krone aufs Dach zu setzen. Ein Affront für jeden Steinewerfer.
Annabel Wahba (2009), Kammerspiel, DIE ZEIT, 20.05.2009 Nr. 22.

frigide

Das Adjektiv frigide (von lat. frigidus = kalt, frostig) bedeutet gehoben „kühl, frostig“ oder im medizinischen Kontext „sexuell nicht erregbar, geschlechtlich gleichgültig“. Die zweite Bedeutung bezieht sich ausschließlich auf das weibliche Geschlecht und ist veraltet. Wird das Wort heute dementsprechend gebraucht, hat es oft einen abwertenden Beiklang.

Substantiviert spricht man von Frigidität.

War Ingeborg Bachmann frigide? War Kafka impotent? War Shakespeare andersrum? War Goethe schwul?
Sigrid Löffler (1997), War Goethe schwul?, DIE ZEIT 1997.

Jesus aber, „Gottes Klon“, ist ein verhunztes Kunstprodukt, ferngezeugt in einer frigiden Retorte namens „Jungfrau Maria“
Hanns-Hermann Kersten (1982), Kritik in Kürze, DIE ZEIT, 14.5.1982 Nr. 20.

Prämisse

Das Substantiv Prämisse entstammt dem lateinischen Wort praemissa, was wörtlich übersetzt „vorausgeschickter Satz“ bedeutet. Weitergehend kann es analog zur heutigen Bedeutung als „vorausgeschickt“ verstanden werden. Im Kontext der Philosophie ist die Prämisse nach heutigem Verständnis der erste Satz eines logischen Schlusses. Sie kann aber auch eine Voraussetzung beschreiben, die gedanklich oder plantechnisch einem bestimmten Vorhaben zugrunde liegt.

Für Verbesserungen braucht man oft neue Ideen und neue Ideen verlangen auch des öfteren, dass die üblichen Denkpfade verlassen werden müssen. Nicht allzu selten müssen hierbei bereits anerkannte und fundierte Prämissen überwunden werden.

Was aber ist Organisationsberatung? Sie könnte – zugegebenermaßen etwas akademisch – als ein professioneller, vertraglich beauftragter Dienstleistungs- und Transformationsprozess der intervenierenden Begleitung durch ein Beratungssystem bei der Analyse, Beschreibung und Lösung eines Problems des Klienten – im Sinne einer Arbeit an Entscheidungsprämissen mit dem Ziel der Transformation verstanden werden.
– Stephan A. Jansen, Merkwürdigkeiten aus den Manegen des Managements: Das Dilemma der Berater, brand eins 02/2012.

Portfolio

Das Substantiv Portfolio entstammt dem italienischen Wort Portafoglio was als „Brieftasche“ zu übersetzen ist. Hierzulande ist die genaue Bedeutung abhängig vom Kontext:

Im Verlagswesen ist ein Portfolio ein mit Fotografien ausgestatteter Bildband.

In der Kunstwissenschaft ist ein Portfolio ebenfalls eine Mappe mit Grafiken oder Fotografien.

Eine der italienischen Bedeutung sehr nahe kommende Übersetzung ist in der Wirtschaft gebräuchlich. Hier kann ein Portfolio einen Bestand an Wertpapieren einer Person oder eines Unternehmens darstellen.

Im wirtschaftlichen Kontext ist auch die Verwendung von Portfolio als Synonym für das gesamte Angebot eines Unternehmens oder für eine schematische Darstellung einer strategischen Unternehmensplanung gängig.

Das Portfolio großer Automobilkonzerne wird in Zukunft nicht nur die Herstellung von Fahrzeugen umfassen, sondern auch das Bereitstellen von Mobilitäts-Dienstleistungen. Ein gutes Beispiel ist „car2go“ von Daimler, welches sich in Hamburg und vielen weiteren Städen bereits erfolgreich etabliert hat.

Zurück in München wartete schon das Angebot von Süd Chemie. Für den Spezialchemie-Konzern suchte sie mit ihrem kleinen Team nach Start-ups, die ins Portfolio des Unternehmens passten. Von dort ging es weiter zur KPMG, wo sie nach einigen Jahren harter Arbeit – Laptop und Blackberry waren immer im Urlaubsgepäck – auf den sogenannten „Partner-Track“ gelangte: die Chance, Teilhaber der Firma zu werden. Da kündigte sie.
– Carolyn Braun, Die Freischreiberin, brand eins 01/2012.

Als Sicherheit für den kurzfristigen Kredit, im Rahmen der Neubeschaffung von Werkzeugen, konnte ohne Probleme das gesamte Portfolio an Anlagen und langfristigen Investments zugezogen werden.

kognitiv

Das Adjektiv kognitiv bedeutet „das Denken, Verstehen oder Wissen betreffend“. Der Ursprung liegt im lateinischen cognoscere (wissen, erkennen).

Kindern sollte die Möglichkeit gegeben werden, sowohl ihre sozialen als auch ihre kognitiven Fähigkeiten zu entwickeln.

Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zählen zum Beispiel die Aufmerksamkeit, die Erinnerung, das Lernen, die Kreativität, das Planen, die Orientierung, die Imagination, die Argumentation, dieIntrospektion, der Wille, das Glauben und einige mehr.
Wikipedia-Eintrag „Kognition“, abgerufen am 31.05.2012.

Kognitive Behinderungen werden oft vererbt, aber auch exogene Faktoren sind eine mögliche Ursache.

Die kognitive Leistungsfähigkeit eines Menschen hat naturgemäß auch ihre Grenzen.

Nostalgie

Das Substantiv Nostalgie entstammt dem neulateinischen nostalgia, was als Heimweh zu übersetzen ist. Im Griechischen bedeutet nóstos „die Rückkehr“ und álgos „der Schmerz“, was die heutige Bedeutung wohl geprägt hat: Im deutschen Sprachgebrauch meint Nostalgie ein von Unbehagen angesichts der Gegenwart ausgelöstes Stimmungsbild. Es kann auch ein von unbestimmter Sehnsucht erfüllter Moment sein, der von Rückbesinnung auf vergangene Zeiten oder der Vorstellung vergangener Momente geprägt ist. Die Nostalgie ensteht dann, wenn beispielsweise Kunst, Mode oder Musik vergangener Zeiten in diesen Momenten wieder auflebt. Ein weiteres Synonym für Nostalgie ist Wehmut.

Immer, wenn mein Großvater die alten Platten auflegte, schwelgte er unübersehbar in Nostalgie.

Heute ist alles anders – das hat auch Senior-Journalist Cortesi festgestellt. Dennoch flüchtet er sich in Nostalgie. Dies kann sich nur leisten, wer seine Pflicht im Journalismus bereits erfüllt hat.
Konrad Weber (2012), Bitte keine Nostalgie, zeit online 5/2012.

Innovation

Das Substantiv Innovation findet seinen Ursprung im spätlateinischen Wort innovatio (Erneuerung, Veränderung) bzw. im lateinischen novus (neu). Im heutigen Sprachgebrauch ist eine Innovation, im Kontext der Soziologie, eine geplante und kontrollierte Veränderung oder Neuerung, die sich durch neue Techniken und Ideen auszeichnet. Im Allgemeinen kann damit auch eine Reform gemeint sein, also die Einführung von etwas Neuem. Im wirtschaftlichen Kontext spricht man von Innovationen, wenn es sich um neue Produkte oder die Anwendung eines neuen Verfahrens handelt. Weitaus weniger bekannt ist die Bedeutung im Kontext der Botanik, hier bezeichnet man die jährliche Neuausprägung eines Sprosssystems als Innovation.

Das neu vorgestellte Fahrzeug diversifizierte sich vor allem durch auffallend viele Innovationen, die den Insassen noch mehr Fahrkomfort versprechen sollten.

Unabhängig von den aktuellen politischen Diskussionen in Deutschland, wird das Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ in der Schweiz schon länger als soziale Innovation diskutiert. In Deutschland hingegen hat dieses Thema eher den Charakter eines sozialpolitischen Reparaturwerkzeuges.

Nicht nur die wirtschaftliche Struktur, und damit vor allem das Verhältnis von Spitzentechnologien, höherwertigen und low-tech Branchen, einer Gesellschaft determiniert ihre Innovativität, sondern erst eine Kopplung von wirtschaftlicher Struktur und institutionellem Setting ermöglicht die Institutionalisierung bzw. Veralltäglichung von Innovationen und damit zugleich die Gewährleistung internationaler Wettbewerbsfähigkeit.
Birgit Blättel-Mink (2009), Innovationssysteme — Soziologische Anschlüsse, Springer 2009.