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kompatibel

Das Adjektiv kompatibel hat seinen Ursprung im lateinischen Wort compati (mitfühlen). Im Deutschen wird es heute als ein Adjektiv für etwas verwendet, womit ausgedrückt werden soll, dass etwas in bestimmten Eigenschaften übereinstimmt. Weitere Synonyme sind „vereinbar“ oder „verträglich“.

Eine beispielhafte Verwendung findet sich in der Medizin; wenn Blutgruppen kompatibel sind, eignen Sie sich für eine Transfusion. Wenn die Schnittstellen von technischen Geräten kompatibel sind, so können diese vernetzt werden bzw. miteinander arbeiten.

Da gibt es noch viele, die jetzt erst anfangen, ihre PS auf die Straße zu bringen. Manche wissen noch nicht recht, wie es geht. Sie brauchen Hilfe, und sie brauchen natürlich auch Lösungen und Partner, die mit ihrem System kompatibel sind.
– Gabriele Fischer, Christiane Sommer, Eine kleine Elite bestimmt das Ding, brand eins 06/2000

Oft sind die Daten von Mac OS und Windows nicht miteinander kompatibel und von einem System ins andere überführbar.

Modulare technische Systeme müssen untereinander kompatibel sein und über standardisierte Schnittstellen verfügen, damit keine Monopole entstehen und auch dritte Firmen einen Chance haben, ihre Produkte am Markt zu platzieren.

Konnotation

Der Begriff Konnotation entstammt den lateinischen Wörtern con (mit) und notatio (Aufzeichnung) beziehungsweise connatio (mit Beschreibung). Im deutschen Sprachgebrauch ist dieses Wort im Kontext der Linguistik anzutreffen und bezeichnet hier die Nebenbedeutung eines Wortes. Synonyme für Konnotation sind demnach „Nebenbedeutung“ oder „Nebensinn“.

Das Wort beschreibt negative wie auch positive Assoziationen zu Dingen oder Sachverhalten. Somit kann jeder eine ganz unterschiedliche Konnotation zu etwas haben.

Mit dem Wort „Arbeit“ verbinden viele Menschen eine negative Konnotation.

Der Winter kann situationsabhängig ganz unterschiedliche Konnotationen haben.

Deshalb ruft ein Markenlogo nicht überall die gleichen Konnotationen hervor. Eine Ratte wäre in Deutschland nicht unbedingt verkaufsfördernd, vielleicht bei einem Kammerjäger. In China dagegen stellt sie ein angesehenes Tierzeichen dar.
– Karin Finkenzeller (2010), Schuss ins Gehirn, brand eins 08/2010.

kompensieren

Das Verb kompensieren stammt vom lateinischen compensare ab, was soviel bedeutet wie „gegeneinander abwägen“ oder „ausgleichen“. Im deutschen Sprachgebrauch steht das Wort ebenfalls für die Synonyme „ausgleichen“ und „aufheben“, im übertragenen Sinne ist es aber auch als „vergüten“ oder „verrechnen“ verwendbar.

Kompensieren verwendet man beispielsweise, wenn es um finanzielle Prozesse geht in denen etwas ausgeglichen oder durch eine Gegenwirkung aufgehoben wird. Bildungssprachlich kann der Begriff aber auch verwendet werden, um einen Ausgleichsprozess jeglicher Art zu beschreiben beziehungsweise als Synonym für  „aufwiegen“, „ausbalancieren“, „wettmachen“, „entschädigen“, oder „wiedergutmachen“.

Soziale Vernachlässigungen lassen sich nicht einfach durch Geschenke kompensieren. So kann der Leistungsdruck seitens des Jobs einen sehr viel mehr Kosten als „nur“ viel Zeit.

Geringe Kapitalausstattung und Qualifikation ließen sich kompensieren: durch kompromisslosen Einsatz und familiäre Unterstützung.
Harald Willenbrock (2011), Wo kommen all die türkischen Gemüsehändler her?, brand eins 05/2011.

Sie ist ergebnisorientiert und bereit, ihre Entscheidungen auch gegen Widerstand und Kritik durchzusetzen. Ihre mangelnde Erfahrung im Einkauf kann sie durch ihre Professionalität und gute Vorbereitung kompensieren.
Philipp-André Plogmann, Wer ist der beste Bewerber? – Was Experten raten, Harvard Business Manager 09/2011.

Prokrastination

Die Prokrastination stammt vom lateinischen procrastinatio (Vertagung) ab und hat im Deutschen die gleiche Bedeutung.

Von Prokrastination im soziologischen Sinne spricht man dann, wenn eine anstehende Tätigkeit – meist eine unangenehme aber notwendige Aufgabe – auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird. In Abgrenzung zum legitimen und sinnvollen Vertagen meint Prokrastination im Speziellen ein kontraproduktives und unnötiges Aufschieben, es entstehen also durch das Prokrastinieren Nachteile.

Ein beinahe schon typisches Studentenproblem ist die Prokrastination. Hausarbeiten werden regelmäßig in den letzten zwei Tagen geschrieben und kurz vor der Klausur wird der Stoff noch schnell bis zum Umfallen gepaukt, nur um danach gleich wieder vergessen zu werden.

Es gibt im wesentlichen zwei Grundmuster der Prokrastination. Die einen prokrastinieren, weil ihnen der Druck der letzten Minuten und das Gefühl, es doch noch geschafft zu haben, zusätzliche Befriedigung verschaffen. Die anderen prokrastinieren, weil sie unangenehmen Aufgaben auszuweichen versuchen oder Angst haben, zu versagen.

Metier

Der Begriff Metier stammt vom französischen Wort métier ab, was für ein Geschäft oder Handwerk steht, welches jemand beherrscht oder betreibt. Im Deutschen bedeutet er schließlich „Beruf“, „Handwerk“ oder „Gewerbe“.

Das Metier einer Person ist somit ihr Tätigkeiten- oder Berufsfeld, für das sie die nötigen Voraussetzungen erfüllt, in dem sie also „zu Hause“ ist. Eine formale Ausbildung ist dafür nicht unbedingt nötig. Auch Politiker beherrschen gegebenenfalls ihr Metier, wobei sie hierfür vielleicht keine zielgerichtete Ausbildung genossen haben. Der Begriff wird oft für die Beschreibung von Tätigkeitsfeldern im künstlerischen und akademischen Bereich verwendet.

Man sieht, dass er in der Malerei sein Metier gefunden hat. Niemals zuvor ist er so kreativ gewesen.

Der neue Stil der Broschüre ist außergewöhnlich, jedoch ist das hier auch ein ganz anderes Metier als das der üblichen Ausgaben.

Wenn man nun auch dem jungen Menschen an der lustigen und frohen Unterhaltung und an den üblichen Vergnügungen, solange sie in den Schranken des Anstand es bleiben, teilzunehmen erlaubt, so wird er doch von seinen ernsthaften Hauptgeschäften noch immer Zeit genug übrig behalten, irgendein Metier zu lernen.
– John Locke (1920), Gedanken über Erziehung.

redundant

Der Begriff redundant hat seine Herkunft im lateinischen Wort redundare (re = zurück und unda = Welle) und bedeutet soviel wie „mehrfach vorhanden, überreichlich, wiederholt oder überzählig“. Sachverhalte oder Abläufe können redundant sein wenn diese mehrfach ausgeführt worden sind. Auch Produkte oder Daten können redundant sein wenn diese wenigstens doppelt vorhanden sind.

Wenn Datensätze mehrfach an verschiedenen Orten vorhanden sind spricht man auch von redundanter Datenspeicherung. Prozesse sind oft nicht effizient, wenn Arbeiten doppelt ausgeführt werden. Auch hier spricht man von redundanten Prozessen.

Auch die redundanten Sicherheitssysteme konnten den schweren Unfall in der Brennkammer nicht verhindern.

Wenn in der sprachlichen Kommunikation redundante Informationen übertragen werden, so ist dies bei weitem nicht überflüssig, sondern sichert das korrekte Verständnis der Information.

Eine redundante Ausführung von Sensoren und Bordcomputern ist im Flugzeugbau längst ein Standard, hierbei kann der Ausfall von einzelnen Komponenten durch parallel arbeitende Systeme kompensiert werden.

progressiv

Das Adjektiv progressiv hat seine Herkunft im Lateinischen, wo progressus „Fortgang, Fortschreiten“ bedeutet. In der deutschen Sprache kann progressiv sowohl „fortschrittlich“ (im Sinne von modern) als auch „fortschreitend, sich steigernd“ meinen.

In der ersten Wortbedeutung kann man somit Dinge und Sachverhalte beschreiben, die dem aktuellsten Stand der Dinge entsprechen, neue Ideen präsentieren, besonders modern sind, eventuell sogar mit Altem brechen, insbesondere auch im politischen oder künstlerischen Sinne.

In der zweiten Wortbedeutung können Vorgänge als progressiv bezeichnet werden, die sich kontinuierlich und ohne nennenswerte Abweichungen in eine bestimmte Richtung entwickeln. Insbesondere im medizinischen Kontext werden so sich verschlimmernde Krankheitsverläufe charakterisiert.

Der progressive Stil des Ensembles war nicht jedermanns Sache, brach er doch mit vielen altbewährten Elementen der Popmusik.

Sie berief sich einerseits auf Traditionen, andererseits fanden besonders ihre progressiven Ansätze große Beachtung.

Auch im Falle von Alzheimer kommt es meist zu einem progressiven Krankheitsverlauf, der sich mit therapeutischen Maßnahmen bestenfalls verzögern lässt.

manifestieren

Der Begriff manifestieren leitet sich von dem lateinischen Verb manifestare ab, was wörtlich übersetzt soviel bedeutet wie „zeigen“ oder „deutlich machen“. Im heutigen Sprachgebrauch hat manifestieren die Bedeutung „sich oder etwas zu offenbaren“ oder „sich zu erkennen geben“ beziehungsweise „sichtbar werden“. Analog zur ursprünglichen Bedeutung kann es auch als Synonym für „deutlich machen“ oder „etwas zum Ausdruck bringen“ gebraucht werden.

Das Wort wird im Sprachgebrauch meist angewandt wenn eine Steigerungsform der oben genannten Synonyme passend ist.

Mit dem unvergleichbar hohen Eintrittspreis sollte die Exklusivität der Veranstaltung  manifestiert werden.

Mit kleinen Aufklebern in Form eines Vereinslogos auf der Heckseite ihres Fahrzeuges manifestieren viele Fussballfans die Liebe zu ihrem Verein.

Vielleicht wäre mehr Gerechtigkeit, mehr Wahrheit möglich, wo weniger Zwang zur Transparenz herrschte. Eine kommunikative Gesellschaft, die sich selbst transparent ist, ist ein Ideal der Aufklärung. Sie manifestiert sich aber heute als eine Gesellschaft totaler Kontrolle, des Verdächtigens, des Misstrauens und der Entblößung
Oliver Link, Nur eine Maschine ist transparent, brand eins 07/2011

philanthropisch

Das Adjektiv philanthropisch entstammt dem griechischen philánthrōpos und beschreibt die Menschenfreundlichkeit. Somit kann damit zum Ausdruck gebracht werden, dass jemand besonders menschenfreundlich handelt oder denkt. Die ursprüngliche Bedeutung erweiternd, werden heutzutage auch wohltätige und gemeinnützige Denkweisen und Sachverhalte als philanthropisch bezeichnet.

Wenn also eine Denkweise oder eine Handlung als wohltätig oder als Projekt für die Menschen gesehen wird, so kann philanthropisch als Kompliment für die Verantwortlichen verwendet werden.

Auch Facebook lerne dazu. Am bemerkenswertesten aber habe sich, so Eck, Microsoft gemacht – und das nicht nur, weil Bill Gates und seine Frau Melinda sich mit ihrer philanthropischen Stiftung einen guten Ruf erarbeitet hätten.
Ulf J. Froitzheim (2011), Dallas Digital, brand eins 09/2011

Auch der hohe Erlös der Spenden für die Kinderhilfsprojekte war ein weiteres Indiz für den rein philanthropischen Charakter der Spendengala.

Ohne nicht auch mal die eigenen Maximen und philanthropischen Denkweisen zu ignorieren, würde es uns vielleicht schwerer fallen, Missstände in der Gesellschaft zu verstehen.

monetär

Das Adjektiv monetär findet seine etymologische Herkunft in dem lateinischen Wort für Münze (moneta) und bedeutet „finanziell, das Geld betreffend“. Es bezeichnet somit im Allgemeinen geldliche und finanzielle Werte.

Das Wort ist im alltäglichen Sprachgebrauch sinngemäß anwendbar. Man verwendet es üblicherweise, wenn besonders in den Vordergrund gestellt werden soll, dass es sich ausschließlich um geldliche und nicht um vergleichbare Werte handelt.

Monetäre Anreize können einen Ansporn zu mehr Leistung im beruflichen Alltag darstellen.

Zur Stabilisierung der Region wurden fiskalische und monetäre Mittel eingesetzt.

Monetär sind wir derzeit gut aufgestellt.

Inzwischen ist eine neue Elite entstanden, die sich über viele Länder verteilt und auf kultureller Ebene austauscht. Für diese Menschen hat Luxus nichts mehr mit monetären und materiellen Werten zu tun – ihnen geht es um kulturelle Relevanz.
–  Gabriele Fischer, Wolf Lotte (2006), Ehrlichkeit ist auch eine Strategie, brand eins 04/2006