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akut

Das Adjektiv akut stammt von dem lateinischen Wort acutus ab, was soviel wie „scharf“ oder „spitz“ bedeutet.  Heute wird es im Deutschen für einen Zustand oder Sachverhalt verwendet, der im Augenblick herrschend ist bzw. der brennend, unmittelbar oder vordringlich vorliegt. Weitere mögliche Synonyme sind „aktuell“, „dringend“ oder „momentan“.

Im Kontext der Medizin wird als akut ein Krankheitszustand beschrieben, der unvermittelt auftritt und/oder schnell und heftig verläuft. Außerhalb der medizinischen Verwendung kann der Begriff auch im Bezug auf andere dringende oder andauernde Sachverhalte gebraucht werden.

Die damalige Frage der Giftmüllentsorgung ist auch heute noch akut.

Ein akutes Beispiel für das Problem der Jugendkriminalität sind die Überfälle in der jüngsten Vergangenheit durch Minderjährige.

Als 2007, vor Einführung von Chatter, durch das Versehen eines Salesforce.com-Mitarbeiters eine Kundenliste kopiert wurde, die Kontakt- und Fimennamen enthielt, Mailadressen und Telefonnummern, gab es danach zahlreiche Phishing-Angriffe auf Sales-force.com-Kunden. Die Frage bleibt akut: Vertraue ich der eigenen IT-Abteilung oder der eines anderen Unternehmens?
– Christoph Koch, Facebook fürs Büro, brand eins 03/2012.

schmähen

Der Begriff schmähen stammt aus dem Mittelhochdeutschen von dem Wort smæhen ab, ein verwandtes Wort ist ebenfalls die Schmach. Heute beschreibt es verächtliches Reden oder gar „beleidigen“, „beschimpfen“ bzw. „schlechtmachen“. Auch kann schmähen ein Synonym für „herabsetzen“, „lästern“ oder „durch den Schmutz ziehen“ sein.

Jemanden zu schmähen ist eine etwas objektivere und nettere Beschreibung eines der oben genannten Sachverhalte. In der Satire werden Menschen oft geschmäht, jedoch ohne  ihnen böswillig Schaden zufügen zu wollen.

Sie schmähten ihn aufgrund seiner auffallend geringen Körpermaße.

Prominente bieten mit ihrem gelegentlich auffälligen Verhalten nicht selten eine Angriffsfläche, so dass sie in den einschlägigen Fernsehshows gerne geschmäht werden.

Wir angeblich so fortschrittlichen Menschen teilen unser Leben mit, man muss das mal so deutlich sagen, einem Fossil aus der Kreidezeit der Informationstechnik. Man hört es ihm bloß nicht an, dass es kaum jünger ist als Lang-, Mittel- und Kurzwelle, die jeder von uns ohne Bedenken als vorsintflutlich schmähen würde.
– Ulf J. Froitzheim, Das Gute ist der Feind des Besseren, brand eins 12/2011.

kompatibel

Bedeutung

Das Adjektiv kompatibel hat seinen Ursprung im lateinischen Wort compati (mitfühlen). Im Deutschen wird es heute als ein Adjektiv für etwas verwendet, womit ausgedrückt werden soll, dass etwas in bestimmten Eigenschaften übereinstimmt. Weitere Synonyme sind „vereinbar“ oder „verträglich“.

Eine beispielhafte Verwendung findet sich in der Medizin; wenn Blutgruppen kompatibel sind, eignen Sie sich für eine Transfusion. Wenn die Schnittstellen von technischen Geräten kompatibel sind, so können diese vernetzt werden bzw. miteinander arbeiten.

Aussprache

Hörbeispiel: Aussprache anhören
Lautschrift (IPA): [kɔmpaˈtiːbl̩]

Verwendungsbeispiele

Da gibt es noch viele, die jetzt erst anfangen, ihre PS auf die Straße zu bringen. Manche wissen noch nicht recht, wie es geht. Sie brauchen Hilfe, und sie brauchen natürlich auch Lösungen und Partner, die mit ihrem System kompatibel sind.
– Gabriele Fischer, Christiane Sommer, Eine kleine Elite bestimmt das Ding, brand eins 06/2000

Oft sind die Daten von Mac OS und Windows nicht miteinander kompatibel und von einem System ins andere überführbar.

Modulare technische Systeme müssen untereinander kompatibel sein und über standardisierte Schnittstellen verfügen, damit keine Monopole entstehen und auch dritte Firmen einen Chance haben, ihre Produkte am Markt zu platzieren.

Grammatik und Flexion

Steigerung

Positiv Komparativ Superlativ
kompatibel kompatibeler am kompatibelsten

Starke Deklination

Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Maskulin kompatibeler kompatibelen kompatibelem kompatibelen
Femininum kompatibele kompatibeler kompatibeler kompatibele
Neutrum kompatibeles kompatibelen kompatibelem kompatibeles
Plural kompatibele kompatibeler kompatibelen kompatibele

Schwache Deklination

Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Maskulin der kompatibele des kompatibelen dem kompatibelen den kompatibelen
Femininum die kompatibele der kompatibelen der kompatibelen die kompatibele
Neutrum das kompatibele des kompatibelen dem kompatibelen das kompatibele
Plural die kompatibelen der kompatibelen den kompatibelen die kompatibelen

Gemischte Deklination

Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Maskulin kein kompatibeler keines kompatibelen keinem kompatibelen keinen kompatibelen
Femininum keine kompatibele keiner kompatibelen keiner kompatibelen keine kompatibele
Neutrum kein kompatibeles keines kompatibelen keinem kompatibelen kein kompatibeles
Plural keine kompatibelen keiner kompatibelen keinen kompatibelen keine kompatibelen

Konnotation

Der Begriff Konnotation entstammt den lateinischen Wörtern con (mit) und notatio (Aufzeichnung) beziehungsweise connatio (mit Beschreibung). Im deutschen Sprachgebrauch ist dieses Wort im Kontext der Linguistik anzutreffen und bezeichnet hier die Nebenbedeutung eines Wortes. Synonyme für Konnotation sind demnach „Nebenbedeutung“ oder „Nebensinn“.

Das Wort beschreibt negative wie auch positive Assoziationen zu Dingen oder Sachverhalten. Somit kann jeder eine ganz unterschiedliche Konnotation zu etwas haben.

Mit dem Wort „Arbeit“ verbinden viele Menschen eine negative Konnotation.

Der Winter kann situationsabhängig ganz unterschiedliche Konnotationen haben.

Deshalb ruft ein Markenlogo nicht überall die gleichen Konnotationen hervor. Eine Ratte wäre in Deutschland nicht unbedingt verkaufsfördernd, vielleicht bei einem Kammerjäger. In China dagegen stellt sie ein angesehenes Tierzeichen dar.
– Karin Finkenzeller (2010), Schuss ins Gehirn, brand eins 08/2010.

kompensieren

Das Verb kompensieren stammt vom lateinischen compensare ab, was soviel bedeutet wie „gegeneinander abwägen“ oder „ausgleichen“. Im deutschen Sprachgebrauch steht das Wort ebenfalls für die Synonyme „ausgleichen“ und „aufheben“, im übertragenen Sinne ist es aber auch als „vergüten“ oder „verrechnen“ verwendbar.

Kompensieren verwendet man beispielsweise, wenn es um finanzielle Prozesse geht in denen etwas ausgeglichen oder durch eine Gegenwirkung aufgehoben wird. Bildungssprachlich kann der Begriff aber auch verwendet werden, um einen Ausgleichsprozess jeglicher Art zu beschreiben beziehungsweise als Synonym für  „aufwiegen“, „ausbalancieren“, „wettmachen“, „entschädigen“, oder „wiedergutmachen“.

Soziale Vernachlässigungen lassen sich nicht einfach durch Geschenke kompensieren. So kann der Leistungsdruck seitens des Jobs einen sehr viel mehr Kosten als „nur“ viel Zeit.

Geringe Kapitalausstattung und Qualifikation ließen sich kompensieren: durch kompromisslosen Einsatz und familiäre Unterstützung.
– Harald Willenbrock (2011), Wo kommen all die türkischen Gemüsehändler her?, brand eins 05/2011.

Sie ist ergebnisorientiert und bereit, ihre Entscheidungen auch gegen Widerstand und Kritik durchzusetzen. Ihre mangelnde Erfahrung im Einkauf kann sie durch ihre Professionalität und gute Vorbereitung kompensieren.
Philipp-André Plogmann, Wer ist der beste Bewerber? – Was Experten raten, Harvard Business Manager 09/2011.

Prokrastination

Die Prokrastination stammt vom lateinischen procrastinatio (Vertagung) ab und hat im Deutschen die gleiche Bedeutung.

Von Prokrastination im soziologischen Sinne spricht man dann, wenn eine anstehende Tätigkeit – meist eine unangenehme aber notwendige Aufgabe – auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird. In Abgrenzung zum legitimen und sinnvollen Vertagen meint Prokrastination im Speziellen ein kontraproduktives und unnötiges Aufschieben, es entstehen also durch das Prokrastinieren Nachteile.

Ein beinahe schon typisches Studentenproblem ist die Prokrastination. Hausarbeiten werden regelmäßig in den letzten zwei Tagen geschrieben und kurz vor der Klausur wird der Stoff noch schnell bis zum Umfallen gepaukt, nur um danach gleich wieder vergessen zu werden.

Es gibt im wesentlichen zwei Grundmuster der Prokrastination. Die einen prokrastinieren, weil ihnen der Druck der letzten Minuten und das Gefühl, es doch noch geschafft zu haben, zusätzliche Befriedigung verschaffen. Die anderen prokrastinieren, weil sie unangenehmen Aufgaben auszuweichen versuchen oder Angst haben, zu versagen.

Metier

Der Begriff Metier stammt vom französischen Wort métier ab, was für ein Geschäft oder Handwerk steht, welches jemand beherrscht oder betreibt. Im Deutschen bedeutet er schließlich „Beruf“, „Handwerk“ oder „Gewerbe“.

Das Metier einer Person ist somit ihr Tätigkeiten- oder Berufsfeld, für das sie die nötigen Voraussetzungen erfüllt, in dem sie also „zu Hause“ ist. Eine formale Ausbildung ist dafür nicht unbedingt nötig. Auch Politiker beherrschen gegebenenfalls ihr Metier, wobei sie hierfür vielleicht keine zielgerichtete Ausbildung genossen haben. Der Begriff wird oft für die Beschreibung von Tätigkeitsfeldern im künstlerischen und akademischen Bereich verwendet.

Man sieht, dass er in der Malerei sein Metier gefunden hat. Niemals zuvor ist er so kreativ gewesen.

Der neue Stil der Broschüre ist außergewöhnlich, jedoch ist das hier auch ein ganz anderes Metier als das der üblichen Ausgaben.

Wenn man nun auch dem jungen Menschen an der lustigen und frohen Unterhaltung und an den üblichen Vergnügungen, solange sie in den Schranken des Anstand es bleiben, teilzunehmen erlaubt, so wird er doch von seinen ernsthaften Hauptgeschäften noch immer Zeit genug übrig behalten, irgendein Metier zu lernen.
– John Locke (1920), Gedanken über Erziehung.

redundant

Bedeutung

Der Begriff redundant hat seine Herkunft im lateinischen Wort redundare (re = zurück und unda = Welle) und bedeutet soviel wie „mehrfach vorhanden, überreichlich, wiederholt oder überzählig“. Sachverhalte oder Abläufe können redundant sein wenn diese mehrfach ausgeführt worden sind. Auch Produkte oder Daten können redundant sein wenn diese wenigstens doppelt vorhanden sind.

Wenn Datensätze mehrfach an verschiedenen Orten vorhanden sind spricht man auch von redundanter Datenspeicherung. Prozesse sind oft nicht effizient, wenn Arbeiten doppelt ausgeführt werden. Auch hier spricht man von redundanten Prozessen.

Aussprache

Hörbeispiel: Aussprache anhören
Lautschrift (IPA): [ʁedʊnˈdant]

Verwendungsbeispiele

Auch die redundanten Sicherheitssysteme konnten den schweren Unfall in der Brennkammer nicht verhindern.

Wenn in der sprachlichen Kommunikation redundante Informationen übertragen werden, so ist dies bei weitem nicht überflüssig, sondern sichert das korrekte Verständnis der Information.

Eine redundante Ausführung von Sensoren und Bordcomputern ist im Flugzeugbau längst ein Standard, hierbei kann der Ausfall von einzelnen Komponenten durch parallel arbeitende Systeme kompensiert werden.

Grammatik und Flexion

Steigerung

Positiv Komparativ Superlativ
redundant redundanter am redundantesten

Starke Deklination

Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Maskulin redundanter redundanten redundantem redundanten
Femininum redundante redundanter redundanter redundante
Neutrum redundantes redundanten redundantem redundantes
Plural redundante redundanter redundanten redundante

Schwache Deklination

Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Maskulin der redundante des redundanten dem redundanten den redundanten
Femininum die redundante der redundanten der redundanten die redundante
Neutrum das redundante des redundanten dem redundanten das redundante
Plural die redundanten der redundanten den redundanten die redundanten

Gemischte Deklination

Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Maskulin kein redundanter keines redundanten keinem redundanten keinen redundanten
Femininum keine redundante keiner redundanten keiner redundanten keine redundante
Neutrum kein redundantes keines redundanten keinem redundanten kein redundantes
Plural keine redundanten keiner redundanten keinen redundanten keine redundanten

progressiv

Bedeutung

Das Adjektiv progressiv hat seine Herkunft im Lateinischen, wo progressus „Fortgang, Fortschreiten“ bedeutet. In der deutschen Sprache kann progressiv sowohl „fortschrittlich“ (im Sinne von modern) als auch „fortschreitend, sich steigernd“ meinen.

In der ersten Wortbedeutung kann man somit Dinge und Sachverhalte beschreiben, die dem aktuellsten Stand der Dinge entsprechen, neue Ideen präsentieren, besonders modern sind, eventuell sogar mit Altem brechen, insbesondere auch im politischen oder künstlerischen Sinne.

In der zweiten Wortbedeutung können Vorgänge als progressiv bezeichnet werden, die sich kontinuierlich und ohne nennenswerte Abweichungen in eine bestimmte Richtung entwickeln. Insbesondere im medizinischen Kontext werden so sich verschlimmernde Krankheitsverläufe charakterisiert.

Aussprache

Hörbeispiel: Aussprache anhören
Lautschrift (IPA): [pʁoɡʁɛˈsiːf]

Verwendungsbeispiele

Der progressive Stil des Ensembles war nicht jedermanns Sache, brach er doch mit vielen altbewährten Elementen der Popmusik.

Sie berief sich einerseits auf Traditionen, andererseits fanden besonders ihre progressiven Ansätze große Beachtung.

Auch im Falle von Alzheimer kommt es meist zu einem progressiven Krankheitsverlauf, der sich mit therapeutischen Maßnahmen bestenfalls verzögern lässt.

Grammatik und Flexion

Steigerung

Positiv Komparativ Superlativ
progressiv progressiver am progressivsten

Starke Deklination

Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Maskulin progressiver progressiven progressivem progressiven
Femininum progressive progressiver progressiver progressive
Neutrum progressives progressiven progressivem progressives
Plural progressive progressiver progressiven progressive

Schwache Deklination

Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Maskulin der progressive des progressiven dem progressiven den progressiven
Femininum die progressive der progressiven der progressiven die progressive
Neutrum das progressive des progressiven dem progressiven das progressive
Plural die progressiven der progressiven den progressiven die progressiven

Gemischte Deklination

Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Maskulin kein progressiver keines progressiven keinem progressiven keinen progressiven
Femininum keine progressive keiner progressiven keiner progressiven keine progressive
Neutrum kein progressives keines progressiven keinem progressiven kein progressives
Plural keine progressiven keiner progressiven keinen progressiven keine progressiven

manifestieren

Der Begriff manifestieren leitet sich von dem lateinischen Verb manifestare ab, was wörtlich übersetzt soviel bedeutet wie „zeigen“ oder „deutlich machen“. Im heutigen Sprachgebrauch hat manifestieren die Bedeutung „sich oder etwas zu offenbaren“ oder „sich zu erkennen geben“ beziehungsweise „sichtbar werden“. Analog zur ursprünglichen Bedeutung kann es auch als Synonym für „deutlich machen“ oder „etwas zum Ausdruck bringen“ gebraucht werden.

Das Wort wird im Sprachgebrauch meist angewandt wenn eine Steigerungsform der oben genannten Synonyme passend ist.

Mit dem unvergleichbar hohen Eintrittspreis sollte die Exklusivität der Veranstaltung  manifestiert werden.

Mit kleinen Aufklebern in Form eines Vereinslogos auf der Heckseite ihres Fahrzeuges manifestieren viele Fussballfans die Liebe zu ihrem Verein.

Vielleicht wäre mehr Gerechtigkeit, mehr Wahrheit möglich, wo weniger Zwang zur Transparenz herrschte. Eine kommunikative Gesellschaft, die sich selbst transparent ist, ist ein Ideal der Aufklärung. Sie manifestiert sich aber heute als eine Gesellschaft totaler Kontrolle, des Verdächtigens, des Misstrauens und der Entblößung
– Oliver Link, Nur eine Maschine ist transparent, brand eins 07/2011