• minutiös

    Das Adjektiv minutiös bedeutet „peinlich genau“ oder „kleinlich“. Eine alternative (weniger gebräuchliche) Schreibweise ist minuziös.

    Der Begriff geht auf das lateinische Wort „minutia“ (Minute) zurück.

    Das minutiöse Aufteilen der Rechnungen am Ende eines Rendezvous kann die Stimmung trüben und die Beziehung belasten.

    Dank ihrer minutiösen Planung war die Eröffnungsfeier ein voller Erfolg.

    Forscht man bei Pimco nach, wie es den Mitarbeitern im Alltag unter Zeitdruck und vielfältigen Einflüssen gelingt, das Wesentliche nicht dem unvermittelt Auftretenden unterzuordnen, stößt man bei allen Beteiligten immer wieder auf einen Begriff: Disziplin. Die Tage sind bei vielen Pimco-Führungskräften minutiös durchgetaktet.
    Patricia Döhle (2012), Die Matrix, brand eins 03/2012. 

  • nuanciert

    Das Adjektiv nuanciert bedeutet „bis ins Äußerste differenziert„, „subtil“ beziehungsweise „pointiert„. Es dient damit der Beschreibung von Formen der (in erster Linie sprachlichen) Kommunikation, etwa Reden, Argumenten, Vorwürfen etc.

    Weiterhin kann das Vorgehen bei der Ausführung von Tätigkeiten und die (bspw. farbliche) Gestaltung oder Beschaffenheit von Gegenständen als nuanciert bezeichnet werden.

    Ursprung des Begriffs ist das gleichbedeutende französische nuancé.

    Sie trug ihre Argumente sehr nuanciert vor.

    Er wurde sehr für seine nuancierte Darstellung des zentralen Antagonisten gelobt.

    Und das mit Grund, denn dieses wunderbar leichthändig getuschte Blatt in seinen nuancierten Brauntönen und lichten Partien führt vor, wie experimentierfreudig der Künstler schon um 1790 – der Zeit der Veduten und idealen Landschaften – war.
    Annette Lettau (2011),Deutsche Romantik in Paris, DIE ZEIT, 31.3.2011 Nr. 14.

  • dechiffrieren

    Das Verb dechiffrieren bedeutet „entschlüsseln“. Es bezieht sich ursprünglich auf das Übertragen einer verschlüsselten (auch: chiffrierten) Botschaft in Klarschrift .

    Im übertragenen Sinne meint dechiffrieren auch das Entschlüsseln komplexer, schwierig zu durchschauender Sachverhalte und das Übersetzen selbiger in klare, einfach zu verstehende Worte.

    Ursprung des Begriffs ist das gleichbedeutende französische déchiffrer.

    Seine Aufgabe während des Krieges war in erster Linie, abgefangene Botschaften des Feindes zu dechiffrieren.

    Es gelang ihnen erst in der zweiten Halbzeit allmählich, die Angriffsmuster des Titelverteidigers zu dechiffrieren und entsprechend souverän zu reagieren.

  • Avantgarde

    Avantgarde (die) bezeichnet eine Gruppe von Vorreitern auf einem Gebiet (meist der Politik oder der Kunst), die mit neuen Ideen grundlegende und oft langfristige Änderungen anstoßen. Dabei ist nicht nur die Neuartigkeit von zentraler Bedeutung, sondern auch die Abgrenzung zum Status quo durch Radikalität und bewusste Provokation.

    Der Ursprung des Begriffs liegt im französischen Militärjargon. Dort bezeichnet die avant-garde die Vorhut einer Truppe, deren Aufgabe das Ausspähen oder Hinhalten des Gegners ist, so dass die übrigen Truppenteile Zeit haben, sich taktisch aufzustellen und kampfbereit zu machen.

    Die drei Künstler bilden die selbsterklärte Avantgarde der elektronischen Tanzmusik. Eine wachsende Anzahl begeisterter Fans und mehr und mehr Nachahmer geben ihnen Recht.

    Heutige Hipster leben zumeist in westlichen Großstädten, ihr Leben verbringen sie im permanenten Updateprozess als eine Art Avantgarde des Konsums.
    – David Hugendick (2013), Ironiker, der Lenz ist da, ZEIT ONLINE.

  • Antonym

    Ein Antonym (das) ist das Gegenwort oder auch Oppositionswort zu einem Begriff.  Es beschreibt also das genaue Gegenteil eines anderen Wortes.

    Beispiele:

    • Das Antonym zu „nass“ ist „trocken“.
    • Das Antonym zu „trocken“ ist „nass“ (denn die Beziehung ist ja wechselseitig!).
    • Das Antonym zu „Liebe“ ist „Hass“.
    • Das Antonym zu „schwierig“ ist „einfach“.

    Der Begriff ist auf das griechische antí (gegen) und ónyma (Name) zurückzuführen.

    Das Antonym zu Antonym ist Synonym, als Synonym für Antonym kann Oppositionswort verwendet werden.

    Weil Reals Auftreten an diesem Abend demnächst unter dem Slogan „Auswärts in München“ Aufnahme in den Brockhaus finden wird. Die Königlichen spielten sich zu ihrem eigenen Antonym: Im Rückspiel in Dortmund fahrig und planlos, hielten sie bei den Bayern stets die Spur.
    – Paul Hofman, Bayern gegen Real: Wer san mia?, Zeit Online, 29.04.2014

  • Promiskuität

    Promiskuität (die) bedeutet „sexuelle Freizügigkeit“ im Sinne häufig wechselnder Sexualpartner oder mehrerer Sexualpartner gleichzeitig.

    Ursprung des Begriffs ist das lateinische promiscuus (gemischt).

    Promiskuität ist unter Studenten angeblich weit verbreitet.

    Die technologischen Möglichkeiten des Internets und unsere schlummernde Promiskuität wirken zusammen wie ein Brandbeschleuniger. Und bestätigen all jene, die das Netz schon immer vor allem für ein Medium der sexuellen Kontaktaufnahme gehalten haben.
    – Ijoma Mangold (2013), Eine Welt ohne Flirt, DIE ZEIT, 7.2.2013 Nr. 07.

  • Relevanz

    Das bildungssprachliche Substantiv Relevanz steht für „Bedeutsamkeit“ oder eine „Wichtigkeit in einem bestimmten Zusammenhang“. Weitere Synonyme sind „Belang“, „Gewicht“, oder auch „Signifikanz“.

    Das Antonym zu Relevanz ist „Irrelevanz“.

    Das Substantiv war im Jahr 1915 erstmals im Rechtschreibeduden zu finden und gilt als Ableitung des Adjektivs relevant mit der Ersetzung des Suffixes –ant durch –anz. Möglicherweise besteht eine Anlehnung an das Englische relevance.

    Der Konkurs der Firma ist für das gesamte Gebiet von wirtschaftlicher Relevanz und wird enorme Folgen mit sich ziehen.

    Die Relevanz des Moduls in Bezug auf den erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs ist zweifelhaft.

    In beiden Fällen ist jede Entscheidung von dramatischer Relevanz. Und in beiden Fällen helfen: Erfahrung, eine gute Organisation, eindeutige Kriterien – und der Mut, überhaupt Entscheidungen zu fällen.
    -Gabriele Fischer, Unter Wichtigmachern, Brandeins, 03/2012

  • postkoital

    Das Adjektiv postkoital bedeutet „nach dem Geschlechtsverkehr“, beschreibt also in erster Linie Handlungen und Sachverhalte als zeitlich unmittelbar nach dem Liebesakt stattfindend.

    Es setzt sich zusammen aus der lateinischen Vorsilbe post– (nach) und dem lateinischen coitus (Begattung, Vereinigung).

    Von postkoitaler Müdigkeit sind in erster Linie Männer betroffen, die sich zum Leidwesen ihrer Partner gerne einfach umdrehen und zu schnarchen beginnen.

    In einem Moment postkoitalen Übermuts fragte er sie nach der Zahl seiner Vorgänger, bereute die Frage jedoch gleich darauf.

  • Rekursiv

    Das Adjektiv rekursiv bedeutet „durch sich selbst definierend“ oder „(zu bekannten Werten) zurückgehend“.

    Das Wort wird häufig im Bereich der Informatik und Mathematik genutzt, beispielsweise in der charakteristischen Wortkombination „rekursive Programmierung“ oder „- Funktion“.

    Zudem findet das Adjektiv auch in der Sprachwissenschaft Gebrauch. Rekursiv bezeichnet hier das mehrfache Auftreten gleicher Sprachformen, wie etwa bei der Satz- oder Wortbildung. Dies kann zum Beispiel ein Aneinanderreihen gleicher Satzteile oder Vorsilben sein („vorvorvorgestern“).

    Als Synonyme zu rekursiv gelten „rückläufig“, „selbstbezogen“ oder „zurückführend“.

    Bei der rekursiven Programmierung sollte an die Einbindung einer Abbruchbedingung in der Funktion gedacht werden. Sonst besteht die Gefahr, dass sich das Programm unendlich oft selbst aufruft.

    Beim Erzählen von ihrer Weltreise verfängt sie sich häufig in rekursive Strukturen, um ihre Begeisterung für fremde Kulturen und Länder zu unterstreichen. So spricht sie beispielsweise von „ köstlichen, delikaten, deliziösen Spezialitäten“.

    Was passiert eigentlich, wenn man Googles Bildersuche rekursiv verwendet? Der Berliner Sebastian Schmieg hat das kurzerhand ausprobiert und angefangen mit einem transparenten PNG jeweils nach einem ähnlich aussehenden Bild suchen lassen (im Falle einer sehr wahrscheinlichen Wiederholung hat er einfach das nächste Suchergebnis genommen). Diesen Prozess hat er genau 2951 Mal wiederholt und die Bilder schließlich zusammengeschnitten.
    – Eike Kühl, Spaß mit Google: Eine rekursive Bildersuche, Zeit Online, 17.02.2012

  • tête-à-tête

    Das Adverb tête-à-tête bedeutet so viel wie „unter vier Augen“ oder „vertraulich“ im Sinne eines vertraulichen Treffens zweier Personen unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

    Des Weiteren bezeichnet die substantivierte Form Tête-à-Tête ein intimes und romantisches Beisammensein bzw. ein Rendezvous.

    Aussprache: tɛtaˈtɛːt, also in etwa „tetta tett“.

    Der Ausdruck tête-à-tête (Kopf an Kopf) wurde aus dem Französischen übernommen.

    Ich freue mich schon seit Wochen auf unser Tête-à-Tête am Valentinstag.

    Die beiden Staatsoberhäupter nahmen sich reichlich Zeit für ein Gespräch tête-à-tête, in dem Lösungsansätze für den Weg aus der Krise erörtert wurden.

    Der wohlklingende Ausdruck Tête-à-Tête ist in der Zeit der Anglizismen mittlerweile aus der Alltagssprache verschwunden- heutzutage werden nur noch „Dates“ ausgemacht.

    Dem müssen auch die Franzosen zustimmen – obwohl sie letztlich der Auffassung sind, dass die Deutschen ihren Job eh viel zu ernst nehmen, „bierernst“ eben. Während die Franzosen noch ein Tête-à-tête am Kopierer abhalten oder den Geschäftsbesuch zum Menü nach Hause einladen, wollen die Deutschen ihrer Meinung nach stets nur das eine: Ergebnisse sehen.
    – Katja Barthels, Das ist ja typisch!, ZEIT Campus Nr. 04/2007

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