• Manko

    Ein Manko ist ein Zustand, der vorliegt, wenn etwas in einem Sachverhalt noch fehlt oder durch eine fehlende Sache beeinträchtigt wird. Im Kontext der Wirtschaft spricht man auch von einem Manko, wenn ein Fehlbetrag oder eine Fehlmenge vorliegt.
    Das  Wort entstammt dem lateinischen Ausdruck mancus, was als „verstümmelt“ bzw. „unvollständig“ übersetzt werden kann.

    In der vorliegenden Strategie sah er in der Finanzierung noch ein nachhaltiges Manko, was die Wirtschaftlichkeit der Geschäftsidee in Frage stellte.

    Grönemeyer: Ich empfinde es als Riesen-Manko unseres Gesundheitssystems, dass ich zurzeit nur privat abrechnen darf. Dabei möchte ich auch Parienten aus den gesetzlichen Kassen behandeln. Aber die Krankenkassen tun sich schwer, innovative Behandlungsmethoden zu zahlen.
    – Oliver Driesen, Das Krankenhaus als Event inszenieren, brand eins 05/2002.

  • Diskrepanz

    Das Substantiv „Diskrepanz“ bedeutet soviel wie Widersprüchlichkeit bzw. beschreibt ein Missverhältnis zwischen zwei Sachverhalten oder Dingen. Einfache Differenzen zwischen Sachverhalten, deren Ziel ggf. die Übereinstimmung war, können auch als Diskrepanzen bezeichnet werden.

    Der Ursprung des Wortes liegt im lateinischen Wort discrepantia (nicht übereinstimmen).

    Schon in der Einleitung seines Vortrages wurde schnell klar, dass die herrschenden Diskrepanzen der rivalisierenden Intressengruppen nicht kleinlaut unter den Tisch fallen würden, sondern in einem offenen Dialog diskutiert werden sollten.

    Viele halten ihr Unternehmen für innovativer, als es wirklich ist. Wenn man – wie wir es für unsere Untersuchung getan haben – mal nachbohrt, wie Ideen im Unternehmen gefordert und gefördert werden, wissen viele keine Antwort mehr. Es gibt eine gravierende Diskrepanz zwischen dem allgemeinen Innovations-Anspruch auf der einen Seite und mangelhafter Innovations-Verantwortung auf der anderen. Ernüchternd war die Selbsteinschätzung von 104 Ansprechpartnern auf der Ebene Vorstand, Geschäftsleitung und Konzernentwicklung: Nicht einmal ein Drittel von ihnen hielt sich selbst für zuständig.
    Harald Willenbrock, Was Menschen treibt: Ich kümmere mich drum. In zwei Jahren., brand eins 06/2008.

  • et al.

    Die Abkürzung et al. steht für die lateinische Wortkombination et alii, welche soviel wie „und andere“ bedeutet. Die Abkürzung findet seine häufigste Verwendung bei abgekürzten Quellenangaben, die ggf. im Text auftauchen oder in einer Fußnote. Gemäß den Regeln nach dem „Havard-Zitat“ wird dabei der Nachname des Hauptautors der Quelle genannt und auf die weiteren beteiligten Personen durch et al. hingewiesen.

    […]zu bedienen wie Pauschaltouristen am All-inclusive-Büfett. Doch auf lange Sicht ist das ebenso so sinnlos, wie Tag für Tag auf Pump einzukaufen und zu verdrängen, dass früher oder später eine Tilgung fällig wird. Zuzüglich Zinsen.

    1) Gilt auch für die in unserer Grafik verwendeten externen Kosten
    2) Mark A. Sutton et al.: The European Nitrogen Assessment. Cambridge University Press 2011
    Harald Willenbrock, Was kostet die Welt?, brand eins 06/2011.

    Es ist für einige Menschen schon oft nicht leicht, in räumlichen Dimensionen zu denken. Wenn man nun die Zeit als weitere Dimension und dann noch die Variation der Zeit hinzuzieht (also fünf Dimensionen), macht das die Sache doch erheblich komplizierter. Wer sich mit der Geschichte des Universum beschäftigt, kommt auch an der imaginären Zeit nicht vorbei, wobei sich unter der Berücksichtigung derer die Geschichte des Universums anhand einer abgeflachten Kugel, die einer Nussschale ähnelt, darstellen lässt [Hawking et al.].

  • derangiert

    Das Adjektiv derangiert stammt aus dem Französischen (vgl. frz. déranger = durcheinanderbringen, verwirren) und wird dementsprechend ausgesprochen.

    Im Deutschen bedeutet es „durcheinander“. Dies kann sowohl ein geistiges Durcheinander meinen, also einen Zustand der Verwirrtheit, als auch ein durcheinanderes Äußeres einer Person, etwa durch zerzauste Haare oder einen chaotischen Zustand der Kleidung.

    Als er schließlich – mit 10-minütiger Verspätung – auf der Bühne erschien, wirkte er derangiert und abgehetzt.

    Sie machte doch einen recht derangierten Eindruck, mit ihrer schief geknöpften Bluse und der wirren Frisur.

    Bei meinem zweiten Gang dann besorgte Miro Klose die Führung, die ich immerhin noch in der Wiederholung erleben durfte. Den darauf folgenden Ausgleich musste ich ungeschützt und schon leicht derangiert über mich ergehen lassen. Das Siegtor aber fiel tatsächlich bei meiner letzten Kloflucht.
    Thorsten Pannen (2008), Das Klofluchtverfahren, ZEIT online.

  • postulieren

    Das Verb postulieren leitet sich aus dem Lateinischen von dem Wort postulare resp. poscere (fordern, verlangen) ab und bedeutetet im heutigen Sprachgebrauch das Gleiche. Wenn etwas postuliert wird, so wird etwas für unabdingbar erklärt. Das führt zur zweiten Bedeutung, da man es auch für „etwas behaupten“ oder „als gegeben hinstellen“ verwenden kann. Dies bezieht sich oft auf unabdingbare Sachverhalte, die in der Zukunft liegen können.

    Nach heutigem Wissensstand kann nicht eindeutig postuliert werden, welche volkswirtschaftlichen Folgen sich durch groß angelegte Fehlspekulationen bei den Banken einstellen werden.

    Die Jeans ein paar Regale weiter kosten neun bis elf, Polo-Shirts 3,50 Euro. Handschuhe sind für zwei, Mützen für einen Euro zu haben. Eine komplette Abendgarderobe für eine Frau, hat die Direktorin Breege O’Donoghue einmal postuliert, dürfe bei Primark nicht mehr als 50 Euro kosten, und zwar „für alles, was man sieht, und alles, was man nicht sieht“.
    – Harald Willenbrock (2012), Schnell, schön und schlank, brand eins 01/2012.

  • Konzession

    Der Begriff Konzession entstammt dem lateinischen concessio (Zugeständnis). Eine Konzession stellt heutzutage im Kontext der Amtssprache eine behördliche Genehmigung zur Ausübung eines Gewerbes dar. Des Weiteren kann der Begriff als Synonym für die ursprüngliche lateinische Bedeutung „Zugeständnis“ verwendet werden. Somit ist er ebenfalls nicht ungeeignet, um ein Entgegenkommen oder einen Gefallen zu beschreiben.

    Der Aussteiger an einem beliebten Strand in der Algarve, der seinen Lebensunterhalt durch das Verkaufen von selbst geschnitzten Holzfiguren bestritt, machte große Augen, als ihm die örtliche Polizei eine saftige Strafe  aufdrückte, weil ihm die Konzession für sein „Gewerbe“ fehlte.

    In der Auslage sieht man auf den dunklen Holzregalen weder Markendisplays noch Poster oder andere Dekorationen hier gibt es nur Armbanduhren anzuschauen. Und fast alle sind von kleinen Herstellern wie Junghans, Nomos, Vulcain oder Speake-Marin. Von Firmen also, die bei großen Geschäften wie Wempe, Beyeler oder Bucherer allenfalls ein Nischendasein fristen. „Genau das sind die Marken, die mich interessieren“, sagt Erb. Auf eine Rolex- oder Breitling-Konzession habe er keine Lust, denn deren Uhren würden sich ja von selbst verkaufen.
    – Thomas Byczkowski (2010), Tick, tack, brand eins 10/2010.

  • an­th­ro­po­gen

    Das Adjektiv anthropogen ist auf das griechische Wort genḗs (verursacht) zurückzuführen. Heute beschreibt es Sachverhalte, die durch den Menschen beeinflusst oder verursacht werden oder wurden.

    Anthropogene Lagerstätten könnten früher oder später wieder als Ressourcen genutzt werden. Hierbei kann man nicht ausschließen, dass auch Atommüll als Rohstoffquelle wieder bedeutend werden kann.

    Ich habe mich selbst mit dem Thema Klimawandel anhand von Literaturrecherchen befasst. Im Ergebnis haben sich meine Zweifel verstärkt, der anthropogene CO2-Einfluss sei das bestimmende Element. Die Mechanismen, die das Erdklima bestimmen, sind so komplex und kompliziert, dass es zurzeit kaum möglich sein dürfte, ein repräsentatives Modell zu entwickeln, das diese Einflüsse komplett widerspiegelt.
    – Joachim Klemm (2007), Leserbrief zu „Klimakterium“, brand eins 04/2007.

  • Surrogat

    Ein Surrogat ist ein meist unzureichender Ersatz für etwas. So ist beispielsweise das Fernsehen ein Surrogat für die Wirklichkeit  oder Analogkäse ein Surrogat für echten Käse. Die Herkunft des Wortes findet sich im lateinischen surrogare. Dieser Begriff aus der Politik beschreibt das Ernennen oder Wählen eines Amtsnachfolgers als Ersatz für den bisherigen Inhaber des Amtes.

    Auf der tiefgekühlten Pizza ist mittlerweile kein echter Käse mehr und auch keine echte Salami. Insofern steht die Fertigpizza stellvertretend als Symbol für unser von Surrogaten verseuchtes, geradezu künstliches Leben.

    Die geführte Wanderung durch den Amazonas ließ echte Abenteuerstimmung aufkommen. Dass sie lediglich ein Surrogat für eine echte, von wirklichen Gefahren begleitete Expedition war, verdrängten die Mitglieder der kleinen Reisgruppe größtenteils.

  • Terminus

    Ein Terminus ist eine festgelegte Bezeichnung oder ein  Fachausdruck. Die Wortherkunft bildet das lateinische terminus, was soviel wie Ziel oder Ende bedeutet. Für jede Wissenschaft oder jeden Teilbereich derer gibt es jeweils eigene Termini, was dazu führt, dass gleiche Fremdwörter je nach Kontext unterschiedliche Bedeutungen haben können.

    In der Medizin ist ein Inkubator eine Umgebung oder eine Gerätschaft, die beispielsweise als unterstützende Versorgung für Frühgeborene als Überlebenshilfe dient. Im Metier der Jungunternehmen ist ein Inkubator der Terminus für eine Unterstützung durch Fachkräfte beratender und/oder finanzieller Art.

    Niemand muss an seiner Bildung zweifeln, wenn er mit dem Begriff „Kriegsverrat“ nichts anfangen kann. Stammt dieser Terminus doch aus dem deutschen Militärstrafgesetz, das von 1872 bis 1945 gültig war. Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging und die NS-Herrschaft zusammenbrach, wurde der Begriff aus dem Verkehr gezogen.
    – Wolfram Wette (2009), Die Verratenen, Zeit Online , 13.05.2009 – 16:32 Uhr.

  • Ak­ro­nym

    Das Substantiv Akronym lässt sich auf die beiden griechischen Wörter ákros (Spitze) und ónyma (Name) zurückführen. Sinngemäß versteht man unter dem Begriff ein aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörte gebildetes Kurzwort.

    Klassische Akronyme sind beispielsweise „EDV“ (Elektronische DatenVerarbeitung)  oder „Die PARTEI“ was als Abkürzung für „Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung & basisdemokratische Initiative“ steht.

    Aus dem Englischen kennt man die Akronyme CD (Compact Disc), LASER (Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation) oder FBI (Federal Bureau of Investigation).

    Laut deutschsprachiger Wikipedia steht der Begriff Nerd für „besonders in Computer oder andere Bereiche aus Wissenschaft und Technik vertiefte Menschen“. Das US-Wörterbuch „Webster’s“ hat gleich zwei Definitionen parat. Zum einen handele es sich um eine „dumme, nervtötende, ineffektive oder unattraktive“, zum anderen um eine „intelligente, aber einseitige Person, die von unsozialen Hobbys und Beschäftigungen besessen ist“.

    Dabei weiß man nicht mal mit Sicherheit, woher sich der Begriff ableitet. Ob es sich um das Akronym eines kanadischen Elektronik-Forschungsunternehmens handelt, um die Umkehrung von drunk zu knurd – oder doch um die Abkürzung von Non Emotionally Responding Dude. Und nerdig ist schon die ewige Debatte, was genau den Nerd eigentlich vom Geek unterscheidet – außer dass Letzterer bei Frauen besser ankommt.
    – Thomas Vasek, Die Rache der Nerds, brand eins 04/2010.

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