• prädestiniert

    Ist eine Person oder eine Sache für etwas prädestiniert, so ist sie durch ihre Eigenschaften oder Fähigkeiten dafür besonders geeignet. Die Ausübung der entsprechenden Funktion scheint ihr fast schon vorbestimmt zu sein.

    Die heutige Bedeutung leitet sich direkt aus der Verbindung der lateinischen Vorsilbe prae- (vorher) und dem Verb destinare (bestimmen) ab.

    Sie ist durch ihre Wordgewandtheit, ihre schnelle Auffassungsgabe und ihr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden geradezu für eine juristische Tätigkeit prädestiniert.

    Ansonsten aber begeistert der Bildschirm. Zum einen, weil er kräftige, manchmal fast zu kräftige Farben und Kontraste darstellt. Zum anderen, weil er sehr blickwinkelstabil ist, auch stark seitlich betrachtet noch korrekte Farben anzeigt. Als Video-Player und Bildbetrachter ist das neue Galaxy damit prädestiniert.
    Matthias Kremp (2012), Außen Plastik, innen charmant, Spiegel Online 29.05.2012.

  • Ag­glo­me­ra­ti­on

    Das Substantiv Agglomeration beschreibt eine Anhäufung bzw. Zusammenballung, im Schweizer-Deutsch ist es des Weiteren das Synonym für ein Ballungsgebiet (kurz Agglo). Die Verwendung für Ballungsgebiete oder Kernstädte ist neben der schweizerischen Interpretation auch in Deutschland üblich.

    Seinen Ursprung findet das Wort in dem lateinischen Begriff agglomerare, was als „fest anschließen“ übersetzt werden kann.

    Viele Städte in nächster Nähe zu Kohleabbaugebieten und der daran angeknüpften Industrie sind rein funktional errichtet und stellen meist eine Agglomeration hässlicher Betonbauten dar.

    Trotz aller positiven Entwicklungen bleiben Widersprüche und gravierende strukturelle Unterschiede bestehen, nicht nur weltweit zwischen den dynamischen Regionen und den immer noch armen Entwicklungsländern. Auch in Europa ist die Kluft zwischen den weitgehend entsiedelten Landschaften im Osten und im Süden und den Boom-Regionen entlang der Küsten, um die großen Agglomerationen und im europäischen Kernland von London über Amsterdam und die Rhein-Schiene bis nach Mailand unübersehbar.
    Andreas Neef et al. (2003), Basis – Deutschland und Europa 2020, brand eins 10/2003.

  • transpirieren

    Das schwache Verb transpirieren bedeutet „schwitzen“, also das Abgeben von Flüssigkeit durch die Poren der Haut. Entsprechend ist die Transpiration „der Schweiß“.  Analog zum menschlichen Schwitzen kann mit dem Begriff auch das Verdunsten von Wasser aus Pflanzen beschrieben werden. Mit den Stomata, kleinen Öffnungen auf der Oberfläche von Blättern und anderen Pflanzenteilen, aus denen das Wasser austritt, besteht auch eine entsprechende Analogie zu menschlichen Hautporen.

    Herkunft des Begriffs transpirieren ist die Verbindung der lateinischen Vorsilbe trans- (durch-) mit dem Verb spirare (hauchen, atmen).

    Sie transpirierte so stark, dass sich auf ihrer Bluse große dunkle Flecken unter den Achseln abzeichneten.

    Sein stets unangenehm feuchter Händedruck war Resultat einer übermäßigen Neigung zur Transpiration. Glücklicherweise konnte sein Dermatologe das Problem beseitigen, wenn auch eine schmerzhafte Spritze dazu nötig war.

    „Selbst im tiefsten Winter kann ich mich nicht dünn genug anziehen ohne dennoch schlimmer zu transpirieren als ein vollbehaarter sizilianischer Straßenbauarbeiter.“
    Achim Achilles (2009), Alles im Fluss, veröffentlicht auf Spiegel Online am 20.02.2009.

  • Manko

    Ein Manko ist ein Zustand, der vorliegt, wenn etwas in einem Sachverhalt noch fehlt oder durch eine fehlende Sache beeinträchtigt wird. Im Kontext der Wirtschaft spricht man auch von einem Manko, wenn ein Fehlbetrag oder eine Fehlmenge vorliegt.
    Das  Wort entstammt dem lateinischen Ausdruck mancus, was als „verstümmelt“ bzw. „unvollständig“ übersetzt werden kann.

    In der vorliegenden Strategie sah er in der Finanzierung noch ein nachhaltiges Manko, was die Wirtschaftlichkeit der Geschäftsidee in Frage stellte.

    Grönemeyer: Ich empfinde es als Riesen-Manko unseres Gesundheitssystems, dass ich zurzeit nur privat abrechnen darf. Dabei möchte ich auch Parienten aus den gesetzlichen Kassen behandeln. Aber die Krankenkassen tun sich schwer, innovative Behandlungsmethoden zu zahlen.
    – Oliver Driesen, Das Krankenhaus als Event inszenieren, brand eins 05/2002.

  • Diskrepanz

    Das Substantiv „Diskrepanz“ bedeutet soviel wie Widersprüchlichkeit bzw. beschreibt ein Missverhältnis zwischen zwei Sachverhalten oder Dingen. Einfache Differenzen zwischen Sachverhalten, deren Ziel ggf. die Übereinstimmung war, können auch als Diskrepanzen bezeichnet werden.

    Der Ursprung des Wortes liegt im lateinischen Wort discrepantia (nicht übereinstimmen).

    Schon in der Einleitung seines Vortrages wurde schnell klar, dass die herrschenden Diskrepanzen der rivalisierenden Intressengruppen nicht kleinlaut unter den Tisch fallen würden, sondern in einem offenen Dialog diskutiert werden sollten.

    Viele halten ihr Unternehmen für innovativer, als es wirklich ist. Wenn man – wie wir es für unsere Untersuchung getan haben – mal nachbohrt, wie Ideen im Unternehmen gefordert und gefördert werden, wissen viele keine Antwort mehr. Es gibt eine gravierende Diskrepanz zwischen dem allgemeinen Innovations-Anspruch auf der einen Seite und mangelhafter Innovations-Verantwortung auf der anderen. Ernüchternd war die Selbsteinschätzung von 104 Ansprechpartnern auf der Ebene Vorstand, Geschäftsleitung und Konzernentwicklung: Nicht einmal ein Drittel von ihnen hielt sich selbst für zuständig.
    Harald Willenbrock, Was Menschen treibt: Ich kümmere mich drum. In zwei Jahren., brand eins 06/2008.

  • et al.

    Die Abkürzung et al. steht für die lateinische Wortkombination et alii, welche soviel wie „und andere“ bedeutet. Die Abkürzung findet seine häufigste Verwendung bei abgekürzten Quellenangaben, die ggf. im Text auftauchen oder in einer Fußnote. Gemäß den Regeln nach dem „Havard-Zitat“ wird dabei der Nachname des Hauptautors der Quelle genannt und auf die weiteren beteiligten Personen durch et al. hingewiesen.

    […]zu bedienen wie Pauschaltouristen am All-inclusive-Büfett. Doch auf lange Sicht ist das ebenso so sinnlos, wie Tag für Tag auf Pump einzukaufen und zu verdrängen, dass früher oder später eine Tilgung fällig wird. Zuzüglich Zinsen.

    1) Gilt auch für die in unserer Grafik verwendeten externen Kosten
    2) Mark A. Sutton et al.: The European Nitrogen Assessment. Cambridge University Press 2011
    Harald Willenbrock, Was kostet die Welt?, brand eins 06/2011.

    Es ist für einige Menschen schon oft nicht leicht, in räumlichen Dimensionen zu denken. Wenn man nun die Zeit als weitere Dimension und dann noch die Variation der Zeit hinzuzieht (also fünf Dimensionen), macht das die Sache doch erheblich komplizierter. Wer sich mit der Geschichte des Universum beschäftigt, kommt auch an der imaginären Zeit nicht vorbei, wobei sich unter der Berücksichtigung derer die Geschichte des Universums anhand einer abgeflachten Kugel, die einer Nussschale ähnelt, darstellen lässt [Hawking et al.].

  • derangiert

    Das Adjektiv derangiert stammt aus dem Französischen (vgl. frz. déranger = durcheinanderbringen, verwirren) und wird dementsprechend ausgesprochen.

    Im Deutschen bedeutet es „durcheinander“. Dies kann sowohl ein geistiges Durcheinander meinen, also einen Zustand der Verwirrtheit, als auch ein durcheinanderes Äußeres einer Person, etwa durch zerzauste Haare oder einen chaotischen Zustand der Kleidung.

    Als er schließlich – mit 10-minütiger Verspätung – auf der Bühne erschien, wirkte er derangiert und abgehetzt.

    Sie machte doch einen recht derangierten Eindruck, mit ihrer schief geknöpften Bluse und der wirren Frisur.

    Bei meinem zweiten Gang dann besorgte Miro Klose die Führung, die ich immerhin noch in der Wiederholung erleben durfte. Den darauf folgenden Ausgleich musste ich ungeschützt und schon leicht derangiert über mich ergehen lassen. Das Siegtor aber fiel tatsächlich bei meiner letzten Kloflucht.
    Thorsten Pannen (2008), Das Klofluchtverfahren, ZEIT online.

  • postulieren

    Das Verb postulieren leitet sich aus dem Lateinischen von dem Wort postulare resp. poscere (fordern, verlangen) ab und bedeutetet im heutigen Sprachgebrauch das Gleiche. Wenn etwas postuliert wird, so wird etwas für unabdingbar erklärt. Das führt zur zweiten Bedeutung, da man es auch für „etwas behaupten“ oder „als gegeben hinstellen“ verwenden kann. Dies bezieht sich oft auf unabdingbare Sachverhalte, die in der Zukunft liegen können.

    Nach heutigem Wissensstand kann nicht eindeutig postuliert werden, welche volkswirtschaftlichen Folgen sich durch groß angelegte Fehlspekulationen bei den Banken einstellen werden.

    Die Jeans ein paar Regale weiter kosten neun bis elf, Polo-Shirts 3,50 Euro. Handschuhe sind für zwei, Mützen für einen Euro zu haben. Eine komplette Abendgarderobe für eine Frau, hat die Direktorin Breege O’Donoghue einmal postuliert, dürfe bei Primark nicht mehr als 50 Euro kosten, und zwar „für alles, was man sieht, und alles, was man nicht sieht“.
    – Harald Willenbrock (2012), Schnell, schön und schlank, brand eins 01/2012.

  • Konzession

    Der Begriff Konzession entstammt dem lateinischen concessio (Zugeständnis). Eine Konzession stellt heutzutage im Kontext der Amtssprache eine behördliche Genehmigung zur Ausübung eines Gewerbes dar. Des Weiteren kann der Begriff als Synonym für die ursprüngliche lateinische Bedeutung „Zugeständnis“ verwendet werden. Somit ist er ebenfalls nicht ungeeignet, um ein Entgegenkommen oder einen Gefallen zu beschreiben.

    Der Aussteiger an einem beliebten Strand in der Algarve, der seinen Lebensunterhalt durch das Verkaufen von selbst geschnitzten Holzfiguren bestritt, machte große Augen, als ihm die örtliche Polizei eine saftige Strafe  aufdrückte, weil ihm die Konzession für sein „Gewerbe“ fehlte.

    In der Auslage sieht man auf den dunklen Holzregalen weder Markendisplays noch Poster oder andere Dekorationen hier gibt es nur Armbanduhren anzuschauen. Und fast alle sind von kleinen Herstellern wie Junghans, Nomos, Vulcain oder Speake-Marin. Von Firmen also, die bei großen Geschäften wie Wempe, Beyeler oder Bucherer allenfalls ein Nischendasein fristen. „Genau das sind die Marken, die mich interessieren“, sagt Erb. Auf eine Rolex- oder Breitling-Konzession habe er keine Lust, denn deren Uhren würden sich ja von selbst verkaufen.
    – Thomas Byczkowski (2010), Tick, tack, brand eins 10/2010.

  • distinguiert

    Das Adjektiv distinguiert beschreibt etwas, was sich vornehm von anderem unterscheidet, teils geradezu edel oder sogar aristokratisch wirkt.

    Oft wird der Begriff benutzt, um Personen zu beschreiben, die sich durch ihr betont gewähltes Auftreten bzw. entsprechende  Taten oder ein entsprechendes Erscheinungsbild von anderen abheben. Ebenfalls können Taten als solche, Merkmale oder Orte als distinguiert bezeichnet werden.

    Ursprung des Wortes ist das lateinische distinguere (unterscheiden, auszeichnen) bzw. das analog zur deutschen Bedeutung gebrauchte französische distinguer.

    Sein distinguiertes Auftreten hinterließ einen bleibenden Eindruck.

    Sie hüstelte distinguiert.

    Blanche de Sivry, eine große, fette Blondine, deren hübsches Gesicht dick mit Schminke belegt war, kam in Gesellschaft eines schmächtigen, mit großer Sorgfalt gekleideten Mannes von sehr distinguiertem Aussehen.
    – Émile François Zola (1880), „Nana“.

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