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  • ad hoc

    Die lateinische Phrase ad hoc, deren¬†wortw√∂rtliche Bedeutung „zu diesem, daf√ľr“ lautet, dr√ľckt im deutschen Sprachgebrauch „daf√ľr“ bzw. „hierf√ľr“ oder „zu diesem Zweck“ aus. Im √ľbertragenen Sinne kann damit auch ausgedr√ľckt werden, wenn etwas aus dem Augenblick heraus, spontan, impulsiv oder un√ľberlegt erfolgt. Die Redewendung „aus dem Stegreif heraus“ ist ebenfalls ein Synonym f√ľr ad hoc.

    Gem√§√ü der Bedeutung wird ad hoc meist in Verbindung mit Verben verwendet, die einen Vorgang oder eine Handlung beschreiben sollen die besonders spontan oder impulsiv (siehe oben) ist. Die Verwendung unter der urspr√ľnglichen Bedeutung ist auch m√∂glich aber weitaus weniger bekannt. Somit kann damit zum Ausdruck gebracht werden, wenn etwas einem bestimmt Zweck dient.

    Die aufkommenden Unstimmigkeiten bei der Vereinheitlichung der Abschl√ľsse sollten durch eine ad hoc eingesetzte Pr√ľfungskommission kompensiert werden.

    Hier eine Ad-hoc-Meldung in zehn Zeilen: Auch ein kleines Unternehmen muss professionell IR machen. Es muss vor allem seri√∂ses Marketing f√ľr seine Aktie machen k√∂nnen, um √ľberhaupt wahrgenommen zu werden, sonst geht es ad hoc unter.
    Peter Mentner (2001), Ad hoc, brand eins 06/2001

    Die ruhige Art verkörperte er beispiellos in dem Interview; er antwortete nicht ad hoc und beeilte sich auch nicht sehr die Fragen zu beantworten, als die Sendezeit schon knapp wurde.

    Sie antwortete ad hoc mit ihrem gewohntem Charme: „Du siehst einfach hinrei√üend aus!“.

  • elaboriert

    Die Herkunft f√ľr das Adjektiv elaboriert stellt der lateinische Ausdruck¬†elaborare (etwas sorgf√§ltig ausf√ľhren) dar. Die Bedeutung des Wortes ist im heutigen Sprachgebrauch nahezu analog, es kann also als Synonym f√ľr „sorgf√§ltig ausgef√ľhrt“, „sorgf√§ltig herausgebildet“ oder „hoch differenziert“ verwendet werden.

    Wenn man beispielsweise anmerken m√∂chte, dass ein Sachverhalt oder eine Entwicklung besonders sorgf√§ltig ausgef√ľhrt wurde respektive das Ergebnis einem maximalen Anspruch an Sorgfalt gen√ľgt, so spricht man von einem elaborierten Zustand. Im Kontext der Sprachwissenschaften spricht man auch von einem elaborierten Kode, wenn das Sprachniveau besonders ausgebildet ist.

    Der ausgeformte oder elaborierte Kode, so lesen wir in den verschiedenen Schriften des englischen Soziolinguisten Basil Bernstein und seiner Sch√ľler, ist die Sprache der b√ľrgerlichen Mittelschicht […], w√§hrend sich die sozio√∂konomische Unterschicht der lohnabh√§ngigen, handarbeitenden Bev√∂lkerung mit den wesentlich einfacheren und d√ľrftigeren Redestrategien des restringierten Kode begn√ľgen muss.
    – ¬†Harald Weinrich (1973), „Sprechen Sie elaboriert?“, Zeit-Online 26.10.1973.

    Auch die Körpersprache gehört zu einem elaborierten Kulturverständnis dazu.

    Durch eine fotorealistische Oberfläche und die intuitiv verständliche Softwarestruktur wird eine elaborierte Bedienbarkeit des Gerätes erreicht.

  • d’ac¬≠cord

    Das Adjektiv d’accord wurde direkt aus dem Franz√∂sischen √ľbernommen und bedeutet „einig, einer Meinung, einverstanden“. Die Aussprache folgt korrekterweise ebenfalls dem franz√∂sischen Vorbild, vermischt sich in Deutschland aber naturgem√§√ü h√§ufig mit einem gewissen Akzent.

    Verwendet wird der Begriff um auszudr√ľcken, dass man mit jemandem einer Meinung ist und beispielsweise seinen Vorschl√§gen zustimmt. So kann man mit einer Person d’accord sein oder – seltener und umgangssprachlicher – mit ihr d’accord gehen. F√ľr sich stehend kann der Begriff auch als Ausruf zum Ausdruck des Einverst√§ndnisses gebraucht werden: „D’accord!“

    Da bin ich vollkommen d’accord mit Ihnen.

    In wenigstens dieser Angelegenheit musste er einfach zugeben, mit mir d’accord zu sein.

    Diesbez√ľglich gehen wir wohl d’accord.

  • philanthropisch

    Das Adjektiv philanthropisch entstammt dem griechischen¬†phil√°nthrŇćpos und beschreibt die Menschenfreundlichkeit. Somit kann damit zum Ausdruck gebracht werden, dass jemand besonders menschenfreundlich handelt oder denkt. Die urspr√ľngliche Bedeutung erweiternd, werden heutzutage auch wohlt√§tige und gemeinn√ľtzige Denkweisen und Sachverhalte als philanthropisch bezeichnet.

    Wenn also eine Denkweise oder eine Handlung als wohlt√§tig oder als Projekt f√ľr die Menschen gesehen wird, so kann philanthropisch als Kompliment f√ľr die Verantwortlichen verwendet werden.

    Auch Facebook lerne dazu. Am bemerkenswertesten aber habe sich, so Eck, Microsoft gemacht Рund das nicht nur, weil Bill Gates und seine Frau Melinda sich mit ihrer philanthropischen Stiftung einen guten Ruf erarbeitet hätten.
    Ulf J. Froitzheim (2011), Dallas Digital, brand eins 09/2011

    Auch der hohe Erl√∂s der Spenden f√ľr die Kinderhilfsprojekte war ein weiteres Indiz f√ľr den rein philanthropischen Charakter der Spendengala.

    Ohne nicht auch mal die eigenen Maximen und philanthropischen Denkweisen zu ignorieren, w√ľrde es uns vielleicht schwerer fallen, Missst√§nde in der Gesellschaft zu verstehen.

  • lakonisch

    Das Adjektiv lakonisch entstammt dem griechischien lakŇćnik√≥s (kurz und treffend, wortkarg) und hat im Deutschen heute noch die gleiche Bedeutung. Es bezog sich urspr√ľnglich auf die knappe Ausdrucksweise der Spartaner, die man derzeit auch Lakedaimonier nannte.

    Das Wort l√§sst sich immer dann verwenden, wenn man darauf hinweisen m√∂chte, dass etwas kurz und treffend ausgedr√ľckt wurde. Oft, aber nicht immer, schlie√üt das auch eine n√ľchterne und pr√§zise Ausdrucksweise ein.

     Lakonisch, ohne auch nur die Stimme zu erheben, beschrieb sie den Tathergang.

    Auf die sehr offen gestellte Frage antwortete er √ľberraschend lakonisch.

    Der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Henry Tesch, wiederum brachte es auf die lakonische Formel „der Weg ist das Ziel“.
    Katharina Schuler (2009), Islamkonferenz √ľbt sich in Bescheidenheit, Zeit Online 25.6.2009.

    H√§ufig spricht man von „lakonischer K√ľrze“, was jedoch ein Paradebeispiel f√ľr einen Pleonasmus ist.

  • Pleonasmus

    Der Begriff Pleonasmus entstammt dem griechischen pleonasmós, was soviel wie Überfluss bedeutet. Im deutschen Sprachgebrauch beschreibt er rhetorische Erscheinungen, die durch mehrfach gleiche Aussagen innerhalb eines Satzes, einer Wortgruppe oder auch eines einzelnen Begriffs gekennzeichnet sind. Immer dann, wenn Sprachmittel verwendet werden, die keinerlei zusätzliche Information zu dem bisher Gesagten liefern (Redundanz), spricht man von einem Pleonasmus.

    Das Wort eignet sich vor allem, um jemanden auf den Pleonasmus in seiner Aussage aufmerksam zu machen. Nicht selten sind im Deutschen Redewendungen und Wortkombinationen mit pleonastischem Charakter, wie etwa „Fu√üpedal“ oder „hei√üe Flamme“, deren Verwendung als schlechter Sprachstil gilt.

    Pleonasmen:
    Runde Kugel, kaltes Eis, La-Ola-Welle¬†(span.¬†„la ola“ = die Welle), stillschweigend, schlussendlich, Einzelindividuum¬†(Individuum = „Einzelwesen“), bunte Farben, ¬†Pulsschlag¬†(lat.¬†„pulsus“ = Schlag), pers√∂nliche Anwesenheit.

    Herr Kaehlbrandt, Sie bezeichnen sich selbst als Sprachm√ľllsammler. Was ist Ihr j√ľngstes Fundst√ľck?

    Die wichtigsten Essentials Рein sehr schöner Pleonasmus. Bisher kannte ich nur wesentliche Essentials.
    –¬†Jens Bergmann (2000), Was Unternehmern n√ľtzt, brand eins 07/2000

  • Paradigma

    Paradigma, vom griechischen par√°deigma, bedeutet „Muster, Modell, Beispiel“. Ein Paradigma ist im allt√§glichen Sprachgebrauch meist ein exemplarisches, breite Anerkennung findendes Muster. Das zugeh√∂rige Adjektiv paradigmatisch bedeutet „beispielhaft“.

    Das Wort kann verwendet werden, um auf Theorien, Ma√ügaben oder Denkschemata hinzuweisen, insbesondere dann, wenn diese von allgemeiner Akzeptanz oder zumindest G√ľltigkeit gepr√§gt sind. Wird ein Paragidma obsolet, kann es durch ein anderes ersetzt werden. So kann beispielsweise ein Regierungswechsel, der mit einem Wechsel der politischen Ausrichtung der Regierung verbunden ist, als Paradigmenwechsel bezeichnet werden.

    Das Paradigma streng hierarchisch aufgebauter interpersoneller Beziehungen hat ausgedient.

    Der j√ľngste Trainerwechsel brachte auch einen abrupten Paradigmenwechsel mit sich, auf den sich die Spieler erst einstellen mussten.

    Die Versuche, die Inflation √ľber die Geldmenge zu steuern, scheiterten daher. Makro√∂konomen verbannten daraufhin das Geld aus ihren Modellen – die Notenbanken sollten die Wirtschaft √ľber die Zinsen steuern, lautete das neue Paradigma.
    Norbert H√§ring (2011), Die R√ľckkehr des Monetarismus, Zeit Online 20.12.2011.

  • monet√§r

    Das Adjektiv monet√§r findet seine etymologische Herkunft in dem lateinischen Wort f√ľr M√ľnze (moneta) und bedeutet „finanziell, das Geld betreffend“. Es bezeichnet somit im Allgemeinen geldliche und finanzielle Werte.

    Das Wort ist im allt√§glichen Sprachgebrauch sinngem√§√ü anwendbar. Man verwendet es √ľblicherweise, wenn besonders in den Vordergrund gestellt werden soll, dass es sich ausschlie√ülich um geldliche und nicht um vergleichbare Werte handelt.

    Monetäre Anreize können einen Ansporn zu mehr Leistung im beruflichen Alltag darstellen.

    Zur Stabilisierung der Region wurden fiskalische und monetäre Mittel eingesetzt.

    Monetär sind wir derzeit gut aufgestellt.

    Inzwischen ist eine neue Elite¬†entstanden, die sich √ľber viele L√§nder verteilt und auf kultureller Ebene austauscht.¬†F√ľr diese Menschen hat Luxus nichts mehr¬†mit monet√§ren und materiellen Werten zu¬†tun ‚Äď ihnen geht es um kulturelle Relevanz.
    Р Gabriele Fischer, Wolf Lotte (2006), Ehrlichkeit ist auch eine Strategie, brand eins 04/2006

  • fungieren

    Fungieren ist das weniger gebr√§uchliche Verb zum Substantiv „Funktion“. Es ist dem lateinischen fungi „vollziehen, vollbringen, einer Angelegenheit Gen√ľge leisten“ entlehnt und hat im Deutschen die gleiche Bedeutung.

    Wenn jemand als etwas fungiert, dann erf√ľllt er eine gewisse Aufgabe, dient einem gewissen Zweck oder verrichtet eine gewisse T√§tigkeit. Wenn eine Sache als etwas fungiert, dann wird sie nicht selten in √ľberraschender oder nicht offensichtlicher Weise gebraucht.

    Sie fungierte in dieser schwierigen Phase als Vermittlerin zwischen den zerstrittenen Parteien.

    Die CD-Schublade fungierte als Kaffeetassenhalter.

    Als das Wesentliche kommt hier hinzu, da√ü das Geld √ľberhaupt in spezifischen ¬ĽGeldgesch√§ften¬ę ein ganz besonderes Wesen annimmt, d. h., wenn es nicht als Tauschmittel in bezug auf andere Objekte, sondern als zentraler Inhalt, als f√ľr jetzt nicht √ľber sich hinausweisendes Objekt der Transaktion fungiert.
    – Georg Simmel (1900), Philosophie des Geldes.

  • evident

    Das Adjektiv evident leitet sich von dem lateinischen Adjektiv evidens ab und bedeutet soviel wie augenscheinlich. Es beschreibt etwas, das klar auf der Hand liegt.

    Ein evidenter Sachverhalt ist unmittelbar und ohne Schwierigkeit erkennbar. Das Wort l√§sst sich somit allt√§glich f√ľr die Betonung der Offensichtlichkeit eines Sachverhalts oder eines Zustandes verwenden, insbesondere auch um deutlich zu machen, dass man weitere Diskussion f√ľr √ľberfl√ľssig h√§lt.

    Dein Engagement in dem neuen Projekt ist aufgrund deines Nichterscheinens bei der Arbeit evident unzureichend.

    Irgendwann werde etwas so evident, dass sich daraus ein neuer Trend ableiten ließe.
    Schönherr K. (2011), Vorraussagen was angesagt ist, Zeit-Online 23.12.2011

    Mit dieser Geistesverfassung von froher, √ľbersch√§umender Kraft ging man an die L√∂sung der letzten Aufgabe, die Ideen von Gott, Freiheit und Unsterblichkeit so¬†evident¬†zu machen, wie es ein mathematischer Lehrsatz war, denn alles war ja mathematisch erkennbar.
    – Paul Ernst (1935), Ein Credo.