• kontradiktorisch

    Das Adjektiv kontradiktorisch leitet sich aus den beiden lateinischen Begriffen contra (gegen) und dicere (sprechen, sagen) ab. In der deutschen Sprache kann es in unterschiedlichen Kontexten verwendet werden und bedeutet meist ’sich widersprechend‘.

    In der Logik kann die Beziehung zwischen zwei Aussagen kontradiktorisch sein. Das ist dann der Fall, wenn sowohl von der Wahrheit der einen Aussage auf die Falschheit der anderen geschlossen werden kann als auch von der Falschheit der einen Aussage auf die Wahrheit der anderen. Beide Aussagen können also nicht gleichzeitig falsch sein, eine von beiden ist immer wahr:

    Tief in der Nacht stand die Sonne am Himmel. (kontradiktorische Aussage)

    Alle F sind P aber einige F sind nicht P. (kontradiktorische Aussage)

    Der Begriff kontradiktorisch wird oft mit dem Begriff konträr verwechselt. Konträr ist eine Beziehung zweier Aussagen, wenn von der Wahrheit der einen auf die Falschheit der anderen geschlossen werden kann, aber auch beide falsch sein können:

    Es ist Wochenende und es ist Mittwoch. (konträre Aussage)

    In der Rechtswissenschaft sind kontradiktorische Verfahren solche, bei denen sich zwei streitende Parteien gegenüber stehen und ermittelt werden muss, welche der beiden im Recht ist, also vor allem bei Zivilprozessen. Auch bei diesen ist es ja so, dass lediglich eine der beiden Parteien Recht bekommen kann, woraus sofort folgt, dass die andere im Unrecht ist.

  • obsolet

    Das steigerbare Adjektiv obsolet entstammt dem lateinischen Begriff obsoletus, was so viel wie „abgenutzt“ bedeutet.

    So bezeichnet man im Deutschen Dinge, Ideen, Anschauungen und ähnliches als obsolet, wenn sie überholt und veraltet sind. Obsolet ist also alles, was durch neues ersetzt und damit überflüssig geworden ist. Statt eine Sache als obsolet zu benennen, kann man auch von ihrer Obsoleszenz sprechen.

    Die Erfindung digitaler Speichermedien hat herkömmliche Fotokameras obsolet werden lassen. Ihrer technischen Obsoleszenz zum Trotz erfreuen sie sich aber bei Enthusiasten nach wie vor großer Beliebtheit.

    Die Zeit verlangt Wahrheit, die ganze Wahrheit, nichts als die Wahrheit. Es muß noch dahin kommen, daß keiner dem andern eine Ohrfeige übelnehmen darf, wofern letztere nur aus einer teuren Überzeugung entsprang. Kein Briefgeheimnis, kein Hausgeheimnis! Alle diese obsoleten Begriffe müssen fallen! Alles muß öffentlich sein!
    – Karl Immermann (1977), Münchhausen.

  • spartanisch

    Das Wort spartanisch stammt aus der Antike und beschreibt die sprichwörtliche Härte und Einfachheit der Spartaner. Es leitet sich direkt aus dem altgriechischen Namen der Stadt Sparta ab. Wortwörtlich steht es für schlicht, einfach oder bescheiden.

    Verwenden lässt sich dieses Adjektiv alltäglich für die Beschreibung einfach gestalteter Sachverhalte. Wo die Bescheidenheit oder das Einfache als Stilmittel benutzt wird und die Bemerkung respektvoll untermalt werden soll, findet das Wort Anwendung.

    Die Website hat etwas Spartanisches, der Benutzer wird nicht mit überflüssiger Werbung und unnützer Information überhäuft.

    Der 59-Jährige sitzt an einem alten Holztisch in der Mitte eines schmalen, spartanisch eingerichteten Konferenzraums. Um den Tisch herum sechs harte Stühle. An der Wand Schränke, die an Spinde in Kasernen erinnern.
    Karin Finkenzeller (2011), Kriegsspiele, brand eins 09/2011

  • eloquent

    Das Wort eloquent findet seine Herkunft in dem lateinischen Adjektiv eloquens (beredt), beziehungsweise in dem Verb eloqui (aussprechen, herraussagen). Es bezeichnet die Fähigkeit, von einer Sprache Gebrauch machen zu können; also sie zu verstehen, sich in ihr auszudrücken und um ihre Interpretation zu wissen. Dies gilt für die Muttersprache wie auch für erworbene Fremdsprachen.

    Im alltäglichen Sprachgebrauch findet das Wort eloquent Anwendung, wenn man zur Geltung bringen möchte, dass jemand besonders sprachgewandt ist, sich also sehr gewählt und elegant ausdrücken kann.

    Um im Verkauf  Erfolg zu haben, muss man eloquent und intelligent sein.

    Domnick erzählte der Gruppe von den Schlägen, die er als Kind zu Hause habe einstecken müssen, von seinem schweren Autounfall, bei dem er vor 23 Jahren beinahe gestorben sei, und gestand, dass er, der so forsch und eloquent wirkt, in Vorstellungsgesprächen keinen Ton herausbekomme.
    – Johannes Pennekamp (2011), Die Berufsoptimistin, brand eins 08/2011.

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